Der Kaiser hat keine Eier

Ist das Kunst? Und wenn ja, wie weit darf Kunst gehen? In diesem Wahlkampf scheinen alle Grenzen gefallen zu sein. Dafür verantwortlich ist sicherlich Donald Trump. Ihn hält nichts auf, er beschimpft und verhöhnt, lügt und verspritzt seine giftige Galle. Nicht nur seine politischen Gegner werden von ihm angegangen. Auch Mexikaner, Frauen, Muslime, Behinderte, Homosexuelle, selbst Journalisten wurden von Trump schon niedergemacht. Er macht sich lustig über vermeintliche Schwächen der anderen. Der Donald teilt aus, und das fast stündlich über twitter.

Der nackte Donald Trump in New York. "The Emperor has No Balls" heißt diese Aktion. Foto: Reuters.

Der nackte Donald Trump in New York. „The Emperor has No Balls“ heißt diese Aktion. Foto: Reuters.

Trump provoziert heftige Reaktionen, die er auch bekommt. Ich selbst habe bislang sicherlich nicht mit den samtigsten Worten über seinen Wahlkampf geschrieben. Ich mag ihn nicht, ich sehe ihn als einen gefährlichen Populisten, der in den USA eine gefährliche Diskussion losgetreten hat. Die zahlreichen „White Supremacist“ Gruppen sehen sich auf einmal im Auftrieb. Trump hat ihre Denke salonfähig gemacht.

Doch ist das ein Grund, diese Tiefschläge so zu erwidern? „The Emperor has No Balls“ heißt eine Aktion einer anarchistischen Künstlergruppe, die derzeit in den USA viel Öffentlichkeit erreicht. Nackte Donald Trump Statuen sind in verschiedenen Städten aufgetaucht. Sie stehen einfach da, ein übergewichtiger Trump, nackt, mit einem winzigen Penis, doch ohne „Eier“. Passanten lachen darüber, machen „Selfies“, fotografieren sich mit dem Donald. Doch da ist ein Beigeschmack, den ich einfach nicht los werde. Muss man Trump so präsentieren, ihn nackt und fett bloßstellen? Irgendwie begeben sich damit seine Kritiker auf die selbe Stufe wie der egozentrische Milliardär, machen sich lustig über seinen Körper, über Äußerlichkeiten. Ist das der politische Wahlkampf, den Amerika in diesen Tagen braucht? Ich hoffe, diese Art der politischen Auseinandersetzung macht keine Schule. Doch die Gefahr ist, das mit Donald Trump alles anders geworden ist.

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