In sich gehen im Sandsturm

Der Tempel ist das spirituelle Zentrum von „Burning Man“. Ein Ort, der einen berührt. Viele „Burner“ bringen Fotos und Erinnerungsstücke von Verstorbenen – Menschen und Tieren. Viele schreiben Erinnerungen auf, erzählen kleine, manchmal auch lange Geschichten. Andere schreiben nur Namen auf das Holz des Tempels.

Man sieht Menschen weinen, offen trauern. Fremde gehen auf sie zu, umarmen sie, halten sie. Manchmal ganz ohne ein Wort stehen sie umschlungen da. Für Sekunden, für Minuten, dann trennen sich ihre Wege wieder. Viele meditieren, beten. Religionszugehörigkeit spielt hier keine Rolle. Man lebt und erlebt Miteinander. Der Tempel ist ein Ort bei diesem Festival, der so ganz anders ist und gleichzeitig so persönlich.

Seit dem Jahr 2000 erbaut David Best Jahr für Jahr den Tempel. Ein Kunstwerk für sich, das am Ende verbrannt wird, mit allem, was dorthin gebracht wurde. Es sei eine Art Befreiung, ein Loslassen, meinte David zu mir. Er sei nicht religiös, er helfe nur an einem Ort wie diesem mit Trauer umzugehen. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Atmosphäre ist einzigartig und sehr schwer zu beschreiben, gerade auch, weil man hier mit so vielen Bildern von Verstorbenen umgeben ist. Allein das wirkt tief. Der Tempel an sich ist ein Grund hierher auf die Playa zu kommen. Selten fühlt man sich so sehr mit seinen eigenen  Erinnerungen, Gefühlen und Erfahrungen konfrontiert. Und das ist tief bewegend.

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