Was, wenn Trump nicht gewinnt?

In den USA und rund um den Globus stellt man sich eine Frage: Was, wenn Donald Trump die Wahl im November gewinnt? Wie wird sich Amerika verändern, wie die internationalen Beziehungen zwischen den USA und ihren Partnern, wie wird der leicht aufbrausende Trump in Krisen reagieren? Den selbstverliebten Milliardär aus New York will man sich eigentlich nicht so recht im Oval Office vorstellen. Das käme einer Frauke Petry im Bundeskanzleramt gleich. Trump bläst fleissig mit im internationalen Posaunenchor der Rechts-Populisten, die Melodie der AfD und Trumps ähneln sich schon sehr.

Die Alternative ist keine Alternative. Foto: Reuters.

Die Alternative ist keine Alternative. Foto: Reuters.

Doch was ist, wenn Hillary Clinton die Wahl gewinnt, Trump verliert? Man kann davon ausgehen, dass Hillary Clinton ein ähnliches Schicksal ereilen wird, wie Barack Obama. Alles, was sie politisch anpacken, angehen und verändern wollte, würde von den Republikanern im Kongress und Senat blockiert werden. Clinton ist das rote Tuch für die GOP. Eigentlich dürfte es ja überhaupt kein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Donald Trump und einem weiteren Kandidaten geben. Dass es doch so ist, zeigt nur, wie schwach die Kandidatin Hillary Clinton ist, wie sehr sie selbst in der eigenen Partei, aber vor allem bei Republikanern und Independent-Wählern umstritten ist. Sie ist zwar die Über-Demokratin, aber sicherlich nicht die Brückenbauerin im geteilten Amerika.

Die Frage steht also, was passiert, wenn Donald Trump die Wahl verliert? Schon mehrmals hat er betont, dass das Wahlsystem korrupt sei und das „Establishment“ in Washington den Ausgang bestimmen würde. Heißt, Trump hat schon jetzt eine Erklärung für seine Niederlage zur Hand. Sein Versagen wäre die Schuld der anderen, nicht sein Fehler. Amerika steckt in einer tiefen innenpolitischen und vor allem demokratischen Glaubenskrise. Und damit will ich nicht sagen, dass das System ein abgekartetes Spiel ist, wie es Trump anprangert. Vielmehr sollte man sich die Fakten anschauen, die da sind, dass in den USA alle zwei Jahre das gesamte Abgeordnetenhaus neu gewählt wird, was bedeutet, dass die Parlamentarier immer im Wahlkampf und auf Spendensuche sind. Nicht viel besser ist der Präsidentschaftswahlkampf, der mittlerweile über zwei Jahre lang dauert, mehrere Milliarden Dollar kostet, durch einen unsinnigen und undurchsichtigen Vorwahlkampf läuft, in dem Kleinststaaten wie Iowa und New Hampshire mehr Bedeutung haben als die bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Kalifornien und New York. Sinn macht das alles nicht. Und all das führt dann zu einer Kandidatur von Personen wie Trump, die sich selbst als Heilsbringer empfinden.

Doch, was ist, wenn Trump verliert? Wie werden sich die rund 40 Prozent der Wähler verhalten, die auf ihn gebaut, ihm ihre Stimme gegeben haben? Werden sie die Niederlage hinnehmen oder auch das abgekartete Spiel sehen? Die demokratische Krise in den USA würde damit wahrscheinlich nur vergrößert werden. Ein Sieg Hillary Clintons wird dem Land nicht gut tun, egal von welcher Perspektive man es auch betrachtet. Die Alternative wäre ein Sieg Donald Trumps, und das will ich mir gar nicht vorstellen. „We are doomed“ oder ganz schlicht und einfach, wir hier in den USA haben in diesem Jahr die berühmte „A…karte“ gezogen.

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