Nächster Stopp Niamey

Es geht wieder los. Niamey, die Hauptstadt des Niger ist das Ziel. Angela Merkel war erst dort, nein, ich folge nicht auf ihren Spuren, diese Reise stand schon lange fest. Der Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. 2013 nahm das Land den letzten Platz im „Bericht für humane Entwicklung“ des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) ein. Allein die Nachbarstaaten machen schon deutlich, in welcher Krisenregion der Niger liegt. Im Norden Libyen und Algerien, im Westen Mali und Burkina Faso, im Osten der Tschad, im Süden Nigeria und Benin.

Der Niger liegt mitten im umkämpften Gebiet von al-Qaida im Maghreb, unterschiedlichsten Rebellengruppen und kriminellen Banden in der Sahel-Zone und den Boko Haram Terroristen, die im Norden Nigerias, gleich an der südlichen Grenze des Nigers, ihren Terrorstaat errichten wollen und auch in den Nachbarländern Unruhe stiften. Und diese Sicherheitslage macht eine Reise in den Niger zu einem schwierigen Unterfangen. Eigentlich sollten wir zahlreiche Entwicklungshilfe-, Notfall- und Flüchtlingsprojekte in verschiedenen Teilen des Landes besuchen. Doch daraus wird wohl nichts. Der Südosten des Landes grenzt an den Nordosten Nigerias, dem Machtbereich der Boko Haram Terroristen. Und dort herrscht derzeit eine Hungerkatastrophe, die unbeachtet von der Weltgemeinschaft ein riesiges Ausmaß angenommen hat. Nicht nur das, die umliegenden Länder werden immer mehr in diese Krise hineingezogen. Doch dorthin können wir nicht reisen, der Zugang wurde uns aus Sicherheitsgründen im Vorfeld schon verwehrt.

Es war angedacht, ein Flüchtlingslager für „Refugees“ aus Mali im Westen des Niger zu besuchen. Am vergangenen Freitag wurde jedoch ein amerikanischer Entwicklungshelfer entführt, nachdem zwei seiner Sicherheitsleute erschossen wurden. Der Amerikaner wurde von einer Gruppe nach Mali gebracht, wer genau dahinter steckt ist unklar. Doch damit wurden in der Region zahlreiche Projekte von Hilfsorganisationen vorerst gestoppt. Besuche sind daher nicht mehr möglich.

Ein Land in der Dauerkrise. Neben Armut, Hunger, Umweltproblemen, fehlender wirtschaftlicher Entwicklung nun auch noch die katastrophale Sicherheitslage. Ich bin gespannt auf diese Reise in das Nachbarland des Tschad, eine Reise mit Hindernissen und Einschränkungen, aber das ist dann ja auch wieder normal.

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