„Back to Reality“

nigerDa bin ich wieder in meinem richtigen Leben. Die Tage im Niger waren schnell rum, dieser Blick in eine ganz andere Welt, ein anderes Leben, eine andere Kultur. Klimawandel, Unterernährung, Desertifikation, Terrogefahr. Alles ist wieder soweit weg, obwohl es für die Menschen dort der Alltag ist. Und doch, so eine Reise erdet mich immer aufs Neue. Es ist seltsam, ich sehe wieder vieles in meinem „normalen“ Leben mit anderen Augen.

Der US Wahlkampf dauert an und hat mal wieder eine neue Richtung eingeschlagen. In den Umfragen liegen Trump und Clinton nun fast gleich auf, doch wer schaut eigentlich noch auf diese Umfragen? In Europa ist nun der Vertrag zwischen der EU und Kanada unterschrieben worden. In Italien bebt die Erde. Der Krieg in Syrien geht weiter.

Ich überlege, wie ich das, was ich im Niger erlebt und gesehen habe in Artikel und Radiobeiträge verarbeiten kann. Und vor allem, wie ich dafür Interesse schaffen kann. Der Niger und seine Probleme sind weit weg. Ein Land von vielen in Afrika. Armut, Elend, Hunger, Terror, Krisen. Nichts Neues also und doch ist es wichtig, zumindest empfinde ich es so, dass man den Blick über den Tellerrand hinaus wagt. Was mir auf dieser Reise immer wieder deutlich gemacht wurde, ist, die Krise im Niger ist zu bewältigen. Der Hunger, die Unterernährung, die Anpassung an die verschärften klimatischen Bedingungen und selbst die Terrorgefahr im Land, all das sind Probleme, die gemeistert werden können. Die Menschen dort wollen nicht weg aus ihren Dörfern und Städten, ihrem Land. Sie wollen bleiben in ihrer Heimat und stellen sich den Herausforderungen. Der Niger ist zwar Durchgangsland für viele Flüchtlinge in Richtung Europa, doch kaum eine Nigrerin und ein Nigrer schließen sich dem langen Treck nach Norden an.

Es wird gelacht bei der Zubereitung eine nahrhaften Hirsebreis für unterernährte Kleinkinder.

Es wird gelacht bei der Zubereitung eines nahrhaften Hirsebreis für unterernährte Kleinkinder. Zutaten sind Hirse, Wasser, Milch und Erdnussöl.

Die Probleme sind zu bewältigen, das ist das Fazit dieser Reise in den Niger. Das kann ich für die Situation in meiner Wahlheimat USA nicht sagen. Mit dem Wahltag am 8. November wird kein Ende des Politklamauks erreicht, dann geht es erst richtig los. Ich will mir das Land unter einem Präsidenten Donald Trump gar nicht vorstellen. Mit Hillary Clinton im Weißen Haus werden die Gräben in den USA nur noch tiefer werden. Schon jetzt kündigen die Republikaner im Kongress an, die Demokratin mit Untersuchungsausschüssen zu überhäufen. Dazu kommt noch die große Frage, was Donald Trump selbst und seine Millionen Unterstützer im Falle einer Niederlage machen werden. Es ist schon seltsam, wenn man im ärmsten Land der Welt mehr Hoffnung und Zuversicht finden kann, als in der führenden Nation der Welt.

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