„We’re all living in America“

Na, wer singt noch mit? „America is wunderbar“. Nun ist also das eingetreten, mit dem eigentlich niemand aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis gerechnet hat. Hier und da, hüben und drüben. Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Das muß ich etwas berichtigen, es sind wohl mehr die Unvereinigten Staaten von Amerika, von einer Einheit kann wahrlich nicht mehr die Rede sein. Das ist die Lehre aus diesem Wahlkampf und das Ergebnis vom Dienstag.

Die einzig wahre Aussage in diesem Wahlkampf. Foto: AFP.

Die einzig wahre Aussage in diesem Wahlkampf. Foto: AFP.

Kaum war das Ergebnis amtlich, erhielt ich die ersten SMS, What’s App Nachrichten, Emails, facebook Messages. In allen war nur Unverständnis zu lesen. Wie kann man nur, was ist da los mit den Amerikanern, das gibt es doch nicht! Ja, das gibt es nicht, doch dann auch wieder. Die USA sind immer für eine Überraschung gut. Reagan, Schwarzenegger und nun eben Trump. Was kommt danach, verwundern wird einen in Zukunft kein Kandidat und keine Kandidatin mehr. Wenn es Trump werden kann, warum nicht auch… ich lass das mal offen!

Was wieder nicht überraschend ist, ist die Reaktion von vielen, die wie nach dem umstrittenen Wahlsieg von George W. Bush sagen, sie werden nun ersteinmal nicht mehr in die USA reisen. Meine Antwort darauf, warum nicht, denn die meisten Amerikaner haben ihn nicht gewählt. Das politische System, das von den Gründungsvätern am Ende des 18. Jahrhunderts eingerichtet wurde, machte den Wahlsieg möglich. Und klar, ich verstehe auch nicht, wie man für diesen Mann stimmen konnte. Es gab Millionen, die sich von seiner Message angesprochen fühlten. Es gab Millionen, die auf keinem Fall Hillary Clinton im Weißen Haus sehen wollten. Eine deutliche Aussage. Nun müssen leider alle Amerikaner diese, in meinen Augen, katastrophale Entscheidung ausbaden.

Und doch, viele, viele Amerikaner haben nicht für ihn, haben damals auch nicht für George W. Bush gestimmt. In Kalifornien waren die Trump-Wähler sogar in der deutlichen Minderheit. Hier fragt man sich nun offen, ob eine Abspaltung Kaliforniens von den USA möglich und eine gute Idee wäre. Meine Stimme hätten sie. Wer nun sagt, er reist nun nicht mehr in die USA wegen dem Egomanen mit der Tolle, könnte auch sagen, er reist nicht mehr nach Dresden wegen Pegida, nach Sachsen-Anhalt wegen der AfD, nach England wegen Brexit, nach Frankreich wegen Marine Le Pen. Auch das wäre wohl übertrieben und würde viele treffen, die mit der Entscheidung eines Teiles des Wahlvolkes nichts zu tun haben. Ich werde nach reiflicher Überlegung die Angebote des „Asyls“ in Cottbus, Eisenhüttenstadt, Berlin und Nürnberg nicht annehmen. Danke dafür, aber ich werde Donald Trump aussitzen, genau beobachten, was nun auf uns alle in den USA zukommen wird, darüber schreiben und berichten, meinen Kommentar abgeben. Ich hoffe nur, es wird nicht zu schlimm.

This is not a love song / I don’t sing my mother tongue / No, this is not a love song / We’re all living in America / America is wunderbar

 

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