Die lange Nase des Donald Trump

Donald Trump nennt sie „unehrlich“, „Schmierenpresse“, „Lügenpresse“, „Fake News“. Keine Veranstaltung vergeht, in der Trump nicht auf die amerikanischen Medien und ihre Vertreter einschlägt. Wer gegen ihn schreibt, hat es sich mit Donald Trump verspielt. Und seine Anhänger jubeln, denn die „Mainstream Media“ in den USA ist ihnen ebenfalls verhasst.

Doch die Gescholtenen haben nun die Faxen dicke und machen das, was sie tun sollten, sie berichten. Die Hoffnung, dass man mit Trump arbeiten kann, wurde von vielen aufgegeben. Trump der ein Präsident im Wahlkampf bleiben will, wird nun direkter angegangen. Trump will keine kritische Presse, er verlangt vielmehr Hofberichterstattung, Jubelberichte, Abdrucken und Senden ohne Nachfrage. Doch das wollen sich mehr und mehr Medien nicht mehr gefallen lassen.

Donald Trump regt sich an unpassender Stelle erneut über die Medien auf. Alles Lüge, sagt er. Foto: AFP.

Ganz deutlich wurde dies am Tag 1 der Regentschaft Donald Trumps. Der nutzte seinen Auftritt in der CIA Zentrale, um erneut gegen die Medien zu wettern. Er habe die größte „Inauguration“ aller Zeiten gehabt, er selbst habe ja die Menschenmassen gesehen. Trump tobte, denn zuvor wurden Zahlen und Bilder veröffentlicht, die belegen, die Amtseinführung des neuen Mannes im Weißen Haus hatte weit weniger als die Hälfte der Menschen angezogen, die 2009 zur „Inauguration“ von Barack Obama kamen. Nicht wahr, alles Lügen, Falschmeldungen. Trump schickte sogar seinen Pressesprecher vor die „White House Correspondents“ und ließ den Zahlen auflisten, die hinten und vorne nicht stimmten.

Auf CNN lächelten sie sich einen und sagten das, was schon lange in aller Deutlichkeit gesagt werden sollte: Trump lügt. Ja, sie sagten „he lies“. Die Washington Post, CNN und viele andere Medien zeigten einfach die Luftaufnahmen der Veranstaltungen, führten die Fahrgastzahlen des öffentlichen Verkehrsnetzes an. Trump wurde kalt erwischt, sein Versuch die Fakten erneut zu verdrehen wurde im Keim erstickt.

Die aktuelle Berichterstattung so einiger „Mainstream“ Medien macht Hoffnung in diesem Land, denn Journalisten haben eine mehr als wichtige Aufgabe, auch und vor allem im Königreich des Donald Trump. Trump ist es gewohnt sich mit Ja-Sagern und Jubelrufern zu umgeben. Doch es geht um die Kontrolle der Regierenden. Und die ist derzeit mehr als gefragt. Einige der Medien in den USA erkennen mehr und mehr ihre Verantwortung. Keine leichte Aufgabe, aber eine dringend benötigte in diesem Land.

 

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