Hoffen auf die Republikaner

Donald Trump kommt aus einem vermögenden Elternhaus. Sein Vater hat ihm mal so 200 Millionen Dollar in die Hand gedrückt, damit der Junge sich ein Business aufbauen kann. Trump ließ den Dollar über die Jahre rollen und wurde dabei mehrfacher Milliardär. Wie viel Geld und Vermögen er hat, damit protzt er zwar gerne, doch so genau weiß das niemand, denn Trump veröffentlicht seine Steuererklärungen nicht. Wohl aus gutem Grund, denn so könnte man schwarz auf weiß lesen, mit wem Donald Trump da geschäftliche Verbindungen hat, wie viel Geld er eigentlich spendete und auch, ob Trump wirklich so reich ist, wie er immer tut.

Trump Tower wird rund um die Uhr schwer bewacht. Foto: AFP.

Aber egal, Trump ist Milliardär. Von daher ist es nur zu verständlich, dass der Donald, der seit Jahrzehnten in einer sehr exklusiven Blase der Gesellschaft lebt, keine Ahung von dem hat, was es bedeutet „Essen auf Rädern“ zu erhalten. Trump ist bekannt dafür, auf ein sündhaft teures Steak Ketchup zu schmieren und alles mit einer Diet Coke runterzuspülen. Soll er machen, nicht das hier ein Neiddebatte entsteht. Doch anscheinend glaubt Trump, dass Menschen, die auf „Essen mit Rädern“ angewiesen sind, diese Entscheidung selbst getroffen haben. 2,4 Millionen Amerikaner, darunter etwa 500.000 Veteranen, erhalten täglich so eine Essenslieferung. Bei vielen ist es die einzige Mahlzeit am Tag, für andere eine wichtige Unterstützung in einem schwierigen Alltag, in einer schwierigen Lebenslage. Auch wenn im Budgetplan des Weißen Hauses nicht ausdrücklich „Meals on Wheels“ genannt wurde, Programme, die mit Bundesmitteln finanziert werden und direkt „Meals on Wheels“ zugute kommen, wären von den Trumpschen Plänen betroffen.

Und es sind zahlreiche weitere soziale Programme, denen ein Kahlschlag durch den neuen Präsidenten droht. Das reicht von der Drogenhilfe bis hin zum sozialen Wohnungsbau, von der Rechtsberatung bis zu städtischen Bibliotheken, von der Gesundheitsvorsorge bis zu Förderprogrammen. Die Liste ist lang, Trump hat schon die Lunte gelegt für einen Flächenbrand. Was offensichtlich dabei ist, der Präsident setzt überall da an, wo er keinen Bezug zu hat. Er spricht viel vom amerikanischen Arbeiter, aber verkennt die Realität. Ein Großteil der Amerikaner mit einem Job müssen mit einem Jahresgehalt von 15.000 bis 20.000 Dollar auskommen. Es langt für viele hinten und vorne nicht. Der Staat ist da gefordert und genau das will Trump nicht mehr sehen. Jeder für sich, Hauptsache „Safety and Security“ sind (schein)garantiert. Nun also legt die Mehrheit der Amerikaner alle Hoffnung in den republikanischen Kongress, damit die den Präsideten zur Vernunft bringt. Die Welt steht Kopf, wenn man hier auf die GOP setzt, soziale Programme zu retten.

Was in dieser Diskussion über die neuen Ausgabenschwerpunkte der Trump Administration besonders aufstößt ist, dass Trumps Frau Melania nach wie vor mit dem Sohn Barron im Trump Tower in Manhattan lebt. Allein die täglichen Sicherheitsvorkehrungen um, am und im Trump Tower, die Kosten für angemietete Etagen für das Pentagon und Mitarbeiter der Administration, das hin und her von Trump nach New York und runter nach Florida in sein selbsternanntes „Winter White House“ Mar-a Lago summieren sich pro Jahr auf weit über 100 Millionen Dollar. Er als Präsident darf das. Keine Frage. Doch es ist ein fatales Zeichen, wenn hier Gelder gestrichen werden, die Millionen von Menschen helfen, und dort weitaus mehr Gelder für etwas ausgegeben werden, was so nicht sein müsste. Vielen in den USA kommt es nun so vor, dass dem Sohn die Privatschule in New York auf Kosten der Allgemeinheit ermöglicht wird. Bislang schien mir, dass das Wohnen im Weißen Haus nicht so schlecht ist und auch Washington DC hat erstklassige Privatschulen. Eine „Familienzusammenführung“ wäre ein Zeichen an Amerika, Mister Trump!

 

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