Keine Autofahrerstadt

Wer in der Bay Area lebt, weiß es schon lange. Autofahren in und um San Francisco herum ist eine Qual und kein billiger Spass. Nun ist es quasi auch amtlich. Die Finanzwebseite Wallet Hub untersuchte die 100 größten Städte in den USA und kam zu dem Schluß, dass Autofahren in San Francisco am schlimmsten ist. Auf Platz 2 folgt gleich Oakland. Wenn man sich nun vorstellt, dass viele Pendler tagtäglich zwischen den beiden Städten hin und her tuckern, kann man sich den (Aggressions)stau durchaus vorstellen.

Ein normales Bild in und um San Francisco herum – Stau. Foto: AFP.

Untersucht wurden Fahrbedingungen und der Unterhalt eines Autos in den Städten. Der Berufsverkehr beginnt hier früh und endet spät. Wenn ich, der in Oakland lebe, einen Termin in San Francisco habe, versuche ich ihn auf die Zeit zwischen 11 und 14 Uhr zu legen, ansonsten kann ich nahezu zwei Stunden extra für die An- und Abfahrt einplanen. Wer über die Bay Bridge muss, ist doppelt verloren. Der I80 gleicht dauerhaft einem Parkplatz, auf der Verbindung 24er zu 580er zur Bay Bridge ist so gut wie immer  stockender Verkehr. Die Planer dieses Verkehrsknotenpunkts müssten heute noch  für diesen baulichen Schwachsinn bestraft werden.

Seit ein paar Jahren nimmt der Verkehr stetig zu. Gab es mit dem Börsencrash eine kleine Verschnaufpause und wieder ein vernünftiges Fahrvergnügen, hat sich das wieder total gewandelt. Stillstand und Ruhe bewahren ist angesagt. Die San Francisco Bay Area ist wieder Anziehungspunkt für viele geworden, das erkennt man auf den Straßen. Doch hier setzt man vor allem auf den Individualverkehr, nicht auf den öffentlichen Nahverkehr, was mit der Bay relativ einfach wäre. Es ist darüberhinaus teuer ein Auto zu unterhalten, selbst wenn man es noch nicht einmal fährt. Die Preise fürs monatliche Parken gleichen der Miete eines WG-Zimmers. Die Versicherung ist hoch und auch der Sprit ist der teuerste im Land. In San Francisco zahlt man für die Gallone mindestens $ 3,20, in Tulsa, Oklahoma, dagegen nur $1,85. Wer in der Stadt wohnt und arbeitet kann auf Bus, Bahn und Fahrrad umsteigen, wer pendeln muss kann nur draufzahlen und sich fragen, ob es die Lebensqualität hier wirklich wert ist.

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