Lachend durch die Katastrophe

      Comedy unter Trump

Ein Mangel an USA Themen gibt es nicht, ein Sommerloch an Nachrichten auch nicht. Der amerikanische Präsident Donald Trump hält Nachrichtenmacher auf Trab. Die wissen schon manchmal gar nicht mehr, wie sie das kommentieren sollen, was Trump verkündet. Einfacher haben es da schon die Comedians in den USA. Sie begegnen dem tagtäglichen Geschehen in Washington mit Humor.

Alec Baldwin als Donald Trump.

„Donald Trump spricht so überzeugend wie ein schlechter Matratzenverkäufer, dann, wenn er seine vorgeschriebene Rede vom Teleprompter abliest“. Der das sagt ist das frühere “Saturday Night Live” Mitglied, Seth Meyers, in seiner Late Night Show auf NBC. Meyers ist nicht der einzige, der nach dem Wahlsieg Trumps zuerst mit Niedergeschlagenheit reagierte und nun Abend für Abend mit bissigem Humor die Steilvorlagen mit bissigem Humor kommentiert. Es scheint nicht nur so, dass Amerika in dieser politisch aufgeheizten Situation Humor braucht, auch die Zahlen belegen dies. Die legendäre Samstagnacht Show “Saturday Night Live” erreicht seit der Präsidentschaft von Donald Trump die besten Einschaltquoten seit 20 Jahren – dank Schauspieler Alec Baldwin als Trump-Imitator.

Zu einer wöchentlichen Pflichtsendung für viele Fernsehzuschauer ist die Show von Samantha Bee geworden, die auf dem Kabelkanal TBS ausgestrahlt wird. “Full Frontal” ist wahrhaftig ein frontaler Angriff auf Donald Trump, auch diese Sendung stieg gerade deswegen in der Zuschauergunst. Samantha Bee macht sich nicht nur lustig, sondern kommentiert und analysiert auch treffend, und das zumeist aus einem feministischen Blickwinkel heraus. Sie greift Themen auf, die auf den eigentlichen Nachrichtenkanälen oft zu kurz kommen.

Ebenso erfolgreich ist John Oliver, der früher bei der legendären Comedy-Sendung Daily-Show war und jetzt auf dem Sender HBO die Sendung „Last Week Tonight“ moderiert. Eine bitterböse, humorvolle Zusammenfassung des Wochengeschehens

Die „President’s Show“ auf Comedy Central.

Comedy wird derzeit groß geschrieben in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Der Sender Comedy Central hat nach dem Wahlsieg Trumps ein Dutzend Vorschläge für neue Shows erhalten, alle darauf abgezielt, das politische Geschehen mit Witz und Satire aufzuarbeiten. Angenommen wurde eine Sendung: „The Presidents Show“ mit Anthony Atamanuik. Und das ohne eine Pilotsendung. Die Sendung war sofort ein großer Hit.

Und natürlich muss man auch die Daily Show selbst erwähnen, seit vielen Jahren ein Comedy-Leuchtturm in der oftmals langweiligen Fernsehlandschaft. Nach dem Abgang von Jon Stewart stellte sich die Frage, wie die Daily Show diesen Einschnitt überleben soll. Doch mit dem Südafrikaner Trevor Noah erhielt eine der wohl wichtigsten Comedy Sendungen in den USA einen ganz neuen Dreh. Noah präsentiert als farbiger Comedian dem Publikum den Blick von draußen auf die USA und auf einen Präsidenten, der andauernd Steilvorlagen liefert .

Auf vielen Fernsehkanälen laufen mittlerweile Comedy Sendungen und es scheint, es werden immer mehr. Doch nicht nur da. Auch viele Online-Kanäle und Smart Phone Apps drehen sich ausschließlich um Donald Trump. Der hat damit zumindest ein Wahlversprechen ungewollt eingelöst – Trump schafft Jobs, wenn auch derzeit vor allem auf seine eigenen Kosten.

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