Alcatraz, San Quentin, Angola

Gestern in Alcatraz, heute mit San Quentin gesprochen, morgen geht es nach New Orleans, um mit einem ehemaligen Häftling zu sprechen, der über 40 Jahre in Einzelhaft im berüchtigten Gefängnis Angola untergebracht war.

Die Zellen auf der Gefängnisinsel Alcatraz waren breiter als die in den alten Zellenblocks von San Quentin.

Die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz in der San Francisco Bay Area zieht Tag für Tag Tausende von Besuchern aus aller Welt an. Und dennoch, es ist ganz still im Zellentrakt, wenn man die Kopfhörer der beeindruckenden Audiotour abstreift. Still gehen die Menschen an den Zellen vorbei, hören die Geschichte dieses Gefängnisses. Hier waren über Jahrzehnte Schwerverbrecher untergebracht, meist vergessen von der Außenwelt. 1963 wurde die Haftanstalt geschlossen. Heute ist sie eine Touristendestination, die viel Geld in die leeren Kassen der amerikanischen Nationalparks bringt.

Nur einen Steinwurf davon entfernt, gleich hinter Angel Island liegt San Quentin, das älteste Staatsgefängnis in Kalifornien. Dort ist die „Death Row“, der Todestrakt untergebracht, in dem mehr als 750 Häftlinge auf ihre Hinrichtung warten. Seit Jahren „betreue“ ich dort einen Insassen, heute haben wir mal wieder über seine Bilder gesprochen, die in meinem Haus lagern. Eine Ausstellung über „Prison Art“ in San Francisco steht an, Reno will ein paar seiner Werke beisteuern.

Morgen reise ich nach New Orleans, um am Montag Albert Woodfox zu interviewen, der über 40 Jahre in Einzelhaft saß, so lange, wie kein anderer in den USA. Woodfox baute im berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis „Louisiana State Penitentiary“, auch Angola genannt, eine Gruppe der „Black Panther Party“ auf. Der Mord an einem weißen Strafvollzugsbeamten wurden ihm und zwei weiteren Insassen angehängt, dafür wurden sie zu lebenslanger Haft verurteilt und endeten in Einzelhaft. 2016 kam Woodfox als letzter der drei frei. Ich bin sehr gespannt auf das Gespräch mit ihm.

Von einem Gefängnis zum anderen. Sie ähneln sich kaum in den Haftbedingungen, unvorstellbar, was Menschen in diesem Land durchmachen müssen. Der Staat als Racheengel, der so seine eigenen Fehler vertuschen will. Im Fall von Albert Woodfox wird das mehr als offensichtlich. Ein Rechtssystem, das nicht rechtens war und ist. „America, the land of the free“….nur nicht für alle in diesem Land.

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