Was ist „Free Speech“?

In Berkeley wurde mal wieder protestiert.

Der Rechtsaußenprovokateur Milo Yiannopoulos kam nach Berkeley und die Wellen schlugen hoch. Angekündigt war eine mehrtätige Veranstaltung im Zeichen von „Free Speech“, aber irgendwie wollte das nicht so richtig klappen. Erst gab es ein Hin und Her darüber, ob es nun zu der Veranstaltung auf dem Campusgelände überhaupt kommen wird, dann erklärten geplante Redner, wie Ann Coulter und Steve Bannon, dass sie nicht nach Berkeley reisen werden und am Ende zog sich auch noch die Studentengruppe „Berkeley Patriot“ als Ausrichter zurück.

Milo Yiannopoulos erklärte dennoch, er werde am Sonntag da sein. Mit ihm kamen ein paar Hundert Republikaner, selbst ernannte Patrioten, Trump Fans und Vertreter diverser Rechtsaußengruppen. Ihnen stellten sich auch ein paar Hundert Gegendemonstranten entgegen, darunter Vertreter von Gay Rights-, Kirchen-, Friedens- und verschiedenen obskuren Linksgruppen. Und das ganze war dann mit einer Unmenge an Polizisten in Kampfmontur verschiedenster Einheiten abgesichert, man hatte aus der Vergangenheit gelernt, als es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen beider Gruppen kam. Die Uni erklärte, für diese Veranstaltung wurden nahezu eine Million Dollar für die Sicherheit aller Teilnehmer ausgegeben.

Es wurde gebrüllt und gesungen. Eine Debatte über „Free Speech“ gab es dabei jedoch nicht. Keiner konnte richtig die Frage beantworten, was sie denn unter der freien Meinungsäußerung verstehen würden. Milo Yiannopoulos trat auch kurz in Erscheiung, um die Nationalhymne mit seinen Fans zu singen, ein paar Selfies im Tumult zu machen, ein paar Autogramme für Milo-Anhänger zu geben….und weg war er. Eine schwachsinnige Show, die außer Geld nur der Provokation eines Selbstdarstellers gedient hat. Um „Free Speech“ ging es dabei nicht, schade eigentlich!

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