Trump und sein Weltrekord

Donald Trump scheint sehr beliebt zu sein, wenn man sich nur die Zahlen ansieht. Auf Facebook folgen ihm über 24 Millionen Menschen, auf seiner Lieblingsplattform Twitter sind es sogar weit über 40 Millionen „Followers“. Das ist Weltrekord, niemand sonst hat so eine große „Fangemeinde“. Vielleicht retweetet nun Donald Trump alleine durch diese Wortpaarung meinen Beitrag: Donald Trump – Weltrekord!

Doch an der Zahl stimmt was nicht, wenn man sich mal die Mühe macht, durch die Kommentare zu lesen. Der Großteil der Rückmeldungen, die Donald Trump erhält, sind hämisch, kritisch, skeptisch. Trump ist vielmehr der Pausenclown unseres Alltags geworden. Es ist zum Teil mehr als unterhaltsam die kreativen Antworten zu lesen, auf das, was der Donald da wieder am Morgen abgezwitschert hat. Trump wird sicherlich darauf stolz sein, mehr Leute mit seinen Tweets zu erreichen als der Papst. Doch diese immense Zahl von 40,3 Millionen „Followers“ auf Twitter zeigt auch, dass Amerika nicht Trump-Country geworden ist.

In den Antworten wird offen zum Rücktritt und zur Amtsenthebung aufgefordert, Trumps Logik hinterfragt, der Geisteszustand des Präsidenten angezweifelt, es wird sich lustig gemacht über jenen Mann, der lieber über ein neues Buch über sich tweetet als eine Nachricht an die Opfer der katastrophalen Brände in Kalifornien zu senden. Aber die Menschen in Kalifornien sind nicht seine Wählerinnen und Wähler, seine Unterstützerinnen und Unterstützer, von daher wird dieses Leid vom „Tweeter in Chief“ nicht wahrgenommen. Aber eben ein Buch, das unter der Kategorie „Speichelleckerei“ eingeordnet werden muss.

Es ist schon eine komische Zeit, wenn man bedenkt, dass Weltpolitik und politische Themen von nationaler Bedeutung nun in 140 Zeichen abgehandelt werden. Ein Problem nicht nur für Journalisten, die versuchen Sinn aus dem unsinnigen Getippe dieses Präsidenten zu machen. Auch für die vielen Diplomaten in Washinton DC ist Donald Trump zu einer unlösbaren Aufgabe geworden, die nach der Wahl gehofft hatten, alles werde sich einspielen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Seine Anhänger meinen ja, das sei gut, denn Trump bleibe unberechenbar. Aber so funktioniert die Welt nicht. Trump macht selbstverliebte Politik für eine Minderheit in diesem Land ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei wischt er Absprachen und Verträge, auf nationaler und internationaler Ebene, einfach mal so vom Tisch, droht anderen Ländern mit Krieg, eskaliert sowieso schon angespannte Situationen, verprellt langjährige Partner, beleidigt andere, die ihm nicht zujubeln und biedert sich Tyrannen und Diktatoren an. Und das alles in einem tagtäglichen Shitstorm aus 140 Zeichen. Die Folgen dieses Irrsinns sind noch nicht absehbar. Man kann nur noch auf ein gutes Ende dieses dunklen Kapitels in der amerikanischen Geschichte hoffen.

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