Trump, der armselige Gegen-Obama

Donald Trump posaunt es seit über zwei Jahren durch die Gegend: Make America Great Again. Auch wenn seine Fans „Make America Great Again“ als visionären Kampfruf verstehen möchten, viel mehr als lautes aber leeres Luftgescheppere ist es am Ende dann doch nicht. MAGA ist kein Zukunftsplan, eher eine armselige Bauchpinselei. Das hat sich erneut überdeutlich in dieser Woche gezeigt.

Trump ist kein Visionär, kein Vordenker, kein langfristiger Planer und schon gar keine Führungsperson, die die USA aus einer der tiefsten Krisen führen kann. Was den 45. Präsidenten auszeichnet, ist sein dagegen sein. Gegen alles, was Barack Obama verabschiedet, durchgesetzt, für was #44 gekämpft hat, von was Obama überzeugt war.

Natürlich setzt jeder Präsident seine Schwerpunkte, will seine Ziele durchsetzen, für die er sich im Wahlkampf eingesetzt hat. Und natürlich werden da auch Dinge geändert, die frühere Regierungen verabschiedet hatten. Doch bei Trump fehlt dieser Plan, fehlen diese politischen Visionen. Was ihn nur auszeichnet ist, alles zunichte zu machen, was sein Vorgänger erreicht hat. Trump ist der Gegen-Obama. Obama war für strengere Umweltauflagen für die Industrie, Trump hebt diese mit einer Unterschrift auf. Umweltschutz sei unamerikanisch und businessfeindlich, so Trump. „Obamacare“ sei eine Katastrophe, also weg damit, und da das nicht so einfach geht, wird das Gesetz soweit ausgehöhlt, dass es kollabieren wird. Einen alternativen Plan, eine funktionierende Krankenver- und -absicherung für alle Amerikaner legt Trump nicht vor. Der international ausgehandelte Atomvertrag mit dem Iran, ein diplomatischer Erfolg der Obama-Administration, wird als „schlechtester Deal aller Zeiten“ abgetan. Er werde das nicht länger unterstützen, so Trump. Wie es diesbezüglich weitergehen soll, darüber schweigt der Donald.

Trump ist gegen alles, was Obama erreicht hat. Egal, was es auch ist, egal, ob es einen Nutzen hat, einen Sinn macht, zukunftsweisend ist. #45 will #44 vergessen machen, aus den Geschichtsbüchern tilgen. Die Frage ist nur warum? Ist Donald Trump wirklich darüber angefressen, dass Barack Obama ihn einst beim Korrespondentendinner in Washington bloß stellte? Kann Donald Trump es nicht akzeptieren, dass er es nicht geschafft hat, den Geburtsort von Barack Obama nach Kenia zu verlegen, eine mehr als peinliche Schlappe für das Superego? Ist Donald Trump vielleicht doch ein Rassist, der die Erfolge des ersten afro-amerikanischen Präsidenten kleinreden und zerlegen will? Oder ist es am Ende einfach die Tatsache, dass Donald Trumps Welt beschränkt ist, sein Leben über das „dagegen“, nicht über das „dafür“ definiert wird?

Ein Kommentator zitierte in einer Sendung den demokratischen Politiker, Sam Rayburn, der 1953 meinte: „Any jackass can kick a barn down, but it took a carpenter to build it„, was bedeutet, jeder Depp kann eine Scheune einreißen, aber es hat einen Handwerker gebraucht, um sie zu bauen. Das sagt leider alles über den Zustand Amerikas im Trump-Zeitalter aus.

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