Hauruck – Ruckzuck

„KMFDM are doing it again“…in San Francisco.

„KMFDM SUCKS“ schrien Hunderte von Fans am Ende des Konzertes am Sonntagabend in San Francisco. Doch sie waren alles andere als unzufrieden. Ganz im Gegenteil, si feierten eine der in den USA erfolgreichsten „deutschen“ Bands. KMFDM um den Hamburger Sascha Konietzko rockte und brachte den Regency Ballroom, einen klassischen Ballsaal, erbaut 1909, zum Beben. Mit dem rhythmischen Ruf „KMFDM SUCKS“ wurde nach Zugabe verlangt. Und die kam…

Mit einem Banjo begann sie bis es knallte. „WWIII“ ein hochpolitisches Lied, geschrieben zu Zeiten von Präsident George W. Bush, als dieser in den Irak einmarschierte. Konietzko lebte damals noch in Seattle. Und heute im Trump-Zeitalter ist dieser Song aktueller denn je. KMFDM sind eine dieser „deutschen“ Bands, die einen legendären Namen in den USA haben. Im eigenen Land haben sie nie diesen Kultstatus erreicht, ihre „Homebase“ sind daher die Vereinigten Staaten von Amerika.

Was diese 1984 als Kunstprojekt gegründete Band ausmacht, ist die Kompromisslosigkeit, mit der Sascha Konietzko von Album zu Album brettert, sich nie kopiert und immer neue Töne findet. KMFDM sind eine der weltweit wichtigsten Industrial-Elektro-Metal Bands, die ihr Ding durchziehen, die ihren unnachahmlichen Sound gefunden und geprägt haben, die Fans zum Toben bringen. Einmal mehr hat man das in San Francisco gesehen. Die Tour ging quer durchs Land, fünf weitere Konzerte stehen nach dem Gig im „Ballroom“ noch an. KMFDM werden einfach nicht müde.

Konietzko spielt mit den Sounds und den Texten gleichermaßen. Mal minimalistisch, dann elektrolastig und schließlich das volle Gitarrenbrett. Die Lyrics oftmals hochpolitisch – auf Englisch, auf Deutsch – um dann wieder nur mit dem Kürzel KMFDM oder deutschen Wörtern zu spielen. Schließlich ein Chor von schwitzenden Amerikanern, die „Hauruck“ mitschreien und rhythmisch mitspringen. Der „ultimate Beat“ (so KMFDM über KMFDM) als deutsche Kultur- und Sprachbotschaft. Das will man wahrscheinlich in den staatlichen Kultureinrichtungen nicht so gerne wahrnehmen, und dennoch, über KMFDM haben viele Fans andere deutsche Bands aus den härteren Randgenres gefunden, das zeigte sich auf Dutzenden von Band T-Shirts im Saal. Im Windschatten dieser Vorreiter hat es einige Gruppen in die USA und die heute existierenden Streaming Dienste wie Spotify und Pandora geweht. Man bedenke, dass Rammstein auf ihrer ersten US-Tournee als Vorband von KMFDM auftraten. Musik verbindet. Am Sonntagabend im Ballsaal von San Francisco zeigte sich das beeindruckend mit einem knallharten Soundtrack.

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