„America Alone“

„America First“ wird zum „America Alone“. Foto: Reuters.

Die USA hatten schon immer eine etwas verdrehte Selbstwahrnehmung. Man denke nur an Äußerungen von amerikanischen Politikern, die von „God’s country“, von der „greatest nation on earth“ sprechen. Manchmal hat man das Gefühl, dass die, die da so lauthals von der Größe Amerikas schreien, noch nie auch nur einen anderen Teil der Welt bereist, erlebt, entdeckt haben. Und sie vergessen dabei auch, dass dieses Land ein Land der Immigranten ist. Viele kamen freiwillig, andere wurden aus ihren Herkunftsländern vertrieben und fanden in den USA eine vorübergehende Unterkunft. Doch fast alle Immigranten tragen auch weiterhin ihre Wurzeln im Herzen. „God’s country“ bleibt für sie das Land, in dem sie geboren wurden, auch wenn die USA noch so ein beeindruckendes Land sind.

Donald Trumps Ruf nach „America First“ passt da genau ins Bild. Alles solle auf dieses Mantra ausgerichtet werden. Dabei werden allerdings alte Werte, für die die USA einmal standen, über Bord geworfen. Amerika als globale Führungsnation verschwindet. Menschenrechtsverletzungen werden nicht mehr angesprochen. Der Schulterschluss mit Diktatoren wird perfekt inszeniert. „Ich bin mit allen befreundet“, sagt Trump. Auch mit Diktatoren? Trump schliesst niemanden aus seinem „Freundeskreis“ aus.

Der 45. US Präsident errichtet Mauern und isoliert die USA immer mehr. International scheint für ihn zu einem Schimpfwort geworden zu sein. National heisst sein Leitspruch. Jobs für Amerikaner, „Made in USA“ (wenn es nicht seine eigenen Trump-Produkte sind), Grenzsicherung, reduzierte Ausgaben für die Entwicklungslhilfe und das auf Kosten von Millionen verhungernder Menschen. Trump sagt nichts zur humanitären Krise im Jemen, kein Wort der Kritik für die „guten Freunde“ in Saudi Arabien. China, Philippinen, Vietnam…nichts. Wichtig ist, dass er sich als harter Kerl, als „Deal Maker“ präsentiert und am Ende doch nur, wie im Fall China deutlich zu sehen, über den Tisch gezogen wird.

Die USA unter Donald Trump haben einen fatalen Weg eingeschlagen. Man traut dieser Administration nicht mehr, man baut nicht mehr auf sie, Amerika steht am Ende alleine da. Internationale Abkommen und Verträge werden von Trump ausgehebelt, ausgehöhlt, einfach beendet. Der eingeschlagene Weg zum „America First“ wird immer mehr zum „America Alone“. Er führt in eine Sackgasse, die katastrophale Folgen für dieses Land haben wird.

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