Der Ausverkauf der „State of the Union“

Eigentlich ist diese Rede des Präsidenten, eines jeden Präsidenten, die wichtigste im ganzen Jahr. Es soll eigentlich eine überparteiliche Rede sein, die das Land zusammenbringen kann, zusammenbringen soll, die zeigt, wir alle sind Amerika. Eigentlich!

Doch Donald Trump ist Präsident. Der selbstverliebte Geschäftemacher, der Washington nicht nur umkrempelt, der vielmehr das Land in einen Kulturkrieg geführt hat, sieht bekanntlicherweise vieles ganz anders. Er hat die bereits bestehenden Gräben in der Gesellschaft noch weiter vertieft und unternimmt keinerlei Anstalten Brücken zu bauen. Trump ist Trump und bleibt auch Trump. Nun ist er sogar soweit gegangen, die „State of the Union“ Rede an seine Unterstützer zu verkaufen, wie die „Washington Post“ meldet. Wer will, kann gegen einen Betrag seinen eingeblendeten Namen beim Live-Streaming der Rede über die Webseite des Kandidaten Trump 2020 sehen. Das nennt Trump dann die gemeinsame Bewegung, das gemeinsame Anliegen, das Trockenlegen des Sumpfes, wenn er nationale Symbole zu Bargeld machen kann.

In den USA ist man gespannt auf diese erste Trump Rede zur Lage der Nation. Es wird zweifellos ein Schulterklopfen werden, wie großartig, wie einzigartig, wie historisch Donald Trump als Präsident ist. Und das aus dem Mund des Präsidenten selbst. Der heutige Abend wird erneut zeigen, dass es in den USA zwei Realitäten gibt, die einfach nicht zusammenpassen.

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