This land is your land, this land is my land

Dieses Land braucht wieder Musiker wie Woody Guthrie. Musiker, die durch dieses Land tingeln, die Menschen dort sehen, wo sie leben, darüber Lieder schreiben, vom Leben da draußen berichten und irgendwie der Nation und der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Das wird mir ganz klar, wenn ich mir die neueste Box von Bear Family Records anhöre: Woody Guthrie – The Tribute Concerts.

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb Woody Guthrie am 3. Oktober 1967. Nach seinem Tod wurden zwei Konzerte organisiert, die an das Leben dieses Ausnahmemusikers des 20. Jahrhunderts erinnerten. Eins fand am 20. Januar 1968 in der New Yorker Carnegie Hall statt, ein zweites am 12. September 1970 in der Hollywood Bowl in Los Angeles. Und hier kamen sie alle zusammen, die von seiner Musik, seinen Songs, seinen Geschichten beeinflusst, bewegt, motiviert worden waren: Judy Collins, Bob Dylan, Jack Elliott, Arlo Guthrie, Richie Havens, Odetta, Tom Paxton, Pete Seeger, Country Joe McDonald, Richie Havens, Earl Robinson und Mitglieder von The Band. Gespielt wurden Woody Guthries Songs, die zeitlos waren und noch immer sind.

Diese ungekürzten Konzertaufnahmen wurden nun bei Bear Family Records neu veröffentlicht, dazu gibt es zwei umfangreiche Begleitbücher, in denen die Geschichte dieser Konzerte erzählt wird. Es ist mehr als eine Hommage der verschiedensten Folk Musiker am Ende der stürmischen und hochpolitischen 1960er Jahre. Vielmehr ist diese Box ein beeindruckendes, klangliches Zeitdokument, das auch nach fast 50 Jahren noch mitreißend, lebendig, aufbauend, bewegend ist. Musik die einfach erscheint, doch so viel über die USA aussagt. Über die Hoffnung, den „American Dream“, das Leben fernab der Glanz und Glitter Metropolen. Über Immigranten, Land- und Fabrikarbeiter. Über den täglichen Kampf der vielen, vielen Amerikaner, die nicht auf der Sonnenseite stehen.

Woody Guthrie war ein politischer Sänger, einer, der nicht beschönigte, der vielmehr an das Gemeinwesen, an die Kraft des Organisierens, an Gewerkschaften glaubte. Nur mit seiner Gitarre „bewaffnet“ schuf er wahre Hymnen, mobilisierte mit seinen Liedern die Menschen im ganzen Land. „This Machine kills fascists“ stand auf seiner Klampfe. Es war mehr als nur eine provokante Zeile. Es war seine Grundhaltung, die immer wieder in seinen Songs durchkam. Und er schuf mit „This land is your land“ eine wahrhaftige alternative Nationalhyme, die eigentlich so viel besser zu den USA passt als „The Star-Spangled Banner“, gerade weil sie so inklusiv ist. Hier, bei diesen „Tribute Concerts“ wird das noch einmal ganz deutlich gemacht, Amerika, ein Land der offenen Grenzen. Eine wunderbare, aktuelle und wichtige Veröffentlichung aus dem Haus Bear Family Records.

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