Es wird sich nichts ändern

Langsam sollte es wirklich jedem klar sein. In den USA wird sich in Bezug auf das Waffenrecht nicht viel ändern. Vielleicht mal hier oder da ein paar Einschränkungen, Schönfärberei in einem allzu blutigen Gesellschaftsbild. Aber grundsätzlich bleibt alles beim Alten.

Das hat Präsident Donald Trump heute auch wieder mehr als deutlich gemacht, als er als Hauptredner auf der jährlichen NRA Versammlung in Dallas sprach. Trump, der noch vor Wochen nach dem Schulamoklauf von Parkland, Florida, tönte, er werde sich für eine Anhebung des Mindestalters beim Waffenkauf und einem Verbot von bestimmten Waffen einsetzen, umschmeichelte am Freitag seine „Patrioten“ der NRA, wie er die Mitglieder des Waffenclubs in einem anderen Tweet nannte. Trump will alles so lassen wie es ist. Na, nicht ganz, er forderte die Lehrer und Mitarbeiter in Schulen zu bewaffnen, mehr Sicherheitspersonal an Grund-, Mittel- und High Schools einzusetzen. Das ist die Lösung des Problems, auf die die NRA gewartet hat, die sie auch schon selbst mehrmals nach Schulmassakern vorgeschlagen hat. Doch nun wird sie vom Führer der Nation abgesegnet, man kann wieder zur Tagesordnung übergehen.

Es ist schon zynisch, dass man sagen muss, die Massenschießerei von Parkland ist leider in ein Wahljahr gefallen. Das machte Trump am Freitag auch deutlich. Ihm geht es um die Mehrheiten im Kongress und nicht um die Sicherheit in Schulen oder an anderen Orten, nicht um die Reduzierung der hohen Mordrate in diesem Land. 111 Massenschießereien hat es bereits 2018 gegegeben, Stand 3. Mai 19:20 PST. Eine Massenschießerei ist es dann, wenn es vier Opfer gibt, egal ob sie tot oder verletzt sind.

Das ist das normale Bild in Amerika. Das war es und das wird es auch bleiben. Wer hoffte, Donald Trump würde nach Parkland umdenken, wer glaubte, die massiven Schülerproteste würden etwas bewirken, wer darauf baute, die NRA würde ihren politischen Einfluss verlieren, der sah sich am Freitag in Dallas eines Besseren belehrt. Im Herbst wird gewählt, wie alle zwei Jahre. Allein der Zeitraum zwischen den Wahlen ist zu kurz, um ernstzunehmende Reformen beim Waffengesetz durchzusetzen. Da kann ein Amoklauf oder eine Massenschießerei oder eine erhöhte Mordrate kommen. Ein, zwei, drei, vier oder auch 427 Massenschießereien wie 2017 werden daran nichts ändern. Wie war das nochmal, es ist nicht eine Frage ob, sondern wann es wieder passieren wird?

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