Wir bezahlen später

In Jerusalem wird die neue amerikanische Botschaft in Israel eröffnet, Donald Trump feiert sich selbst und klar wird, es passt gut ins Bild dieses Präsidenten. Etliche Staaten, eine erneute „Coalition of the Willing„, auf die Trump besonders stolz ist, feiern mit den USA. Hier kann man die Liste der teilnehmenden Nationen finden. Trump verfolgt eine Strategie, die man als „jetzt kaufen, später bezahlen“ umschreiben kann. Nicht nur mit dem Botschaftsumzug von Tel Aviv nach Jerusalem, auch bei anderen weitreichenden Entscheidungen geht der US Präsident so vor.

Präsident Donald Trump ist zufrieden mit seiner Politik. Foto: Reuters.

Damit hinterlässt Donald Trump seinen Nachfolgern schon jetzt nicht nur eine bittere Rechnung, sondern auch viel Arbeit und heftige Kopfschmerzen. Man muss sich nur an die Feldzüge von George W. Bush erinnern, ein Erbe, das die achtjährige Amtszeit von Barack Obama überschattete. Was nun folgen wird, wird das noch übertreffen. Trumps Alleingänge auf dem internationalen diplomatischen Parkett lassen erahnen, dass jeder oder jede der oder die nach ihm kommt, eine gewaltige Schuldenlast abzuarbeiten hat. In der Außen-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik, ganz zu schweigen vom verlorenen Vertrauen in Amerikas Führungsrolle und Vertragsbewußtsein.

Trump jubelt über die Eröffnung der Botschaft in Jerusalem, es sei ein Zeichen des Friedens für den Nahen Osten. Auch klopft er sich als „Business Man“ auf die Schulter und meint, mit nur 400.000 Dollar Kosten sei das ein Schnäppchen gewesen. Allerdings erwähnt er nicht, dass nur ein Botschaftsschild über dem des bereits bestehenden US Konsulats in Jerusalem angebracht wurde und nur der Botschafter und ein paar Mitarbeiter von Tel Aviv umgezogen sind. Die 400.000 Dollar sind lediglich anfängliche Sicherheitskosten. Geplant ist auch weiterhin ein Neubau der US Botschaft in Jerusalem mit Kosten von mehreren Milliarden Dollar. Aber die werden in den Haushalt eines zukünftigen Präsidenten fallen. Unbeachtet bleibt für Trump auch die politischen Kosten dieser einseitigen Entscheidung.

Aber dieser Sololauf des 45. Präsidenten passt in dessen politischen Ablaufplan. Aufkündigungen von bestehenden Verträgen, das Nichtvorhandensein der berühmten Pläne B, das kurzsichtige Entscheiden für die eigene Basis in einem Wahljahr. Egal wohin man auch schaut, Trump hat keinen Weitblick. Weder in der Umwelt- noch Wirtschaftspolitik, nicht in der internationalen Zusammenarbeit mit Freunden und Partnern und schon gar nicht im Bereich der Diplomatie. Es könnte an Trumps Alter liegen, nach mir die Sintflut, an seinem krankhaften Selbstverständnis, dass er glaubt keine Fehler zu machen, an seiner falschen Wahrnehmung, dass Amerika das Epizentrum der Welt ist. Egal, was es auch sein mag, Donald Trump wird nach vier und vielleicht nach acht Jahren Präsidentschaft einen Scherbenhaufen hinterlassen, an dem seine Nachfolger lange zu knabbern haben werden.

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