Wo Geister und Erinnerungen wohnen.

Eines von vielen verlassenen Häusern in Winona.

Hier im hohen Norden von Michigan, auf der Keweenaw Peninsula, die vom „Lake Superior“ umgeben ist, braucht man nicht weit zu fahren, um auf „Ghost Towns“ zu treffen. Ehemalige Ansiedlungen, die sich die Natur über Jahrzehnte Stück um Stück zurückgeholt hat. Namen wie Winona, Donken, Gay stehen für vergessene Dörfer und Kleinstädte, die immer mehr vom Wald überwachsen werden.

Ein paar Leute leben noch dort, mähen und schneiden, hacken und holzen sich ihren Lebensraum frei. Jahr für Jahr ist es ein Kampf. Nach dem harten Winter, der hier im September beginnt und bis Mai andauern kann, werden Häuser hergerichtet und ausgebessert, um schließlich ein paar kurze Monate mit der schnell wachsenden und wuchernden Natur zu kämpfen.

Nichts weist in Winona noch darauf hin, dass hier einmal 2000 Menschen lebten, ein Kupferbergwerk Arbeitsplätze bot, es Läden, eine Tanzhalle, eine Post, einen Bahnhof gab. Heute leben noch 13 Menschen dort. Wie belebt Winona einmal war, kann man an den vielen Apfelbäumen ablesen, die hier zwischen all den Birken, Espen und Ahorn zu finden sind. Wo Apfelbäume wachsen, standen einst Häuser, wohnten Familien, gab es eine Gemeinschaft.

Viel ist davon nicht mehr übrig geblieben. Es wirkt verlassen, alte Herde stehen herum, Überreste von Hausrat verkommt, geparkte Autos aus der Vorkriegszeit rosten vor sich hin, auch diese teils wild überwuchert. Es ist faszinierend und bewegend durch diese vergessenen Gemeinden zu laufen, daran denkend, was hier einmal war, was sich hier ereignet hat, welche Geschichten hier zu erzählen wären. Michael Loukinen hat in seiner Dokumentation „Winona“ versucht die „history“ dieser Kleinstadt zu erzählen. Und das wirklich im letzten Augenblick. Der Großteil seiner Gesprächspartner ist nämlich mittlerweile gestorben, mit ihnen der Reichtum an Erinnerungen, Geschichten und Geschichte.

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