Die Folgen des Hungers

Camale im Osten Somalilands.

Es ging am Morgen zwei Stunden lang, erst über eine Schlamm- und dann über eine Staubpiste, in das Dorf Camale. 1300 Menschen leben hier, davon sind fast 300 Flüchtlinge aus anderen Teilen im Osten Somalilands. Sie wurden im vergangenen Jahr nach der verheerenden Dürre von ihrem Land vertrieben. Es gab nichts mehr für sie, nachdem ihre Tiere verhungert, ihre Ernten verdorrt waren.

Nun leben sie hier in einer Gegend, die selbst mit einem Geländewagen nur sehr schwer zu erreichen ist. Camale ist steinig. Ziegen streifen durchs Dorf. Von einem Hügel aus kann man Kinder in der Ferne Fußball spielen sehen, ein paar Kamele, Pferde und Esel grasen. Hier gibt es seit ein paar Jahren eine Gesundheitseinrichtung, in der nicht viel zu finden ist. Ein paar Stühle, zwei Schreibtische, eine Waage, ein Metermaßband, ein paar Pillen und Salben. Viel darf hier nicht passieren, sonst muss man über die zweistündige Huppelpiste in die nächste Stadt fahren, wenn man überhaupt ein Auto besorgen kann.

Grün, gelb, rot erzählen eine lange Geschichte.

In diesem Gebäude führt die Hilfsorganisation Care Schulungen für Mütter durch. Es geht um richtige Ernährung und Hygiene für die Kleinen. An diesem Morgen werden einige Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren gewogen, untersucht und ihr Ernährungszustand mit einem Oberarmband gemessen. Die Hungerkrise der vergangenen Jahre wirft einen langen Schatten.

Derzeit ist Regenzeit. Wasser wird in dieser entlegenen Region in Speichern gesammelt, um für die kommenden Monate bis zur nächsten Regenzeit gewappnet zu sein. Denn eins ist klar, es wird am Horn von Afrika wieder zu einer Dürrekatastrophe kommen. Die Infrastruktur fehlt, Investionen sind für die international nicht anerkannte Republik kaum vorhanden, es gibt nur zwei ausländische Hilfsorganisationen, die hier überhaupt aktiv sind und sowieso ist Somalia nicht gerade im Blickfeld der Weltgemeinschaft. Und hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels. Hierher sollten jene Kritiker kommen, die im Weißen Haus sitzen oder die verschiedensten Verschwörungstheorien darüber verbreiten. Der Osten Afrikas ist schon jetzt vom „Climate Change“ betroffen. Es ist also nicht eine Frage ob, sondern wann die nächste Dürre kommen wird.

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