„They shot the wrong man“

Die Polizei in Hoover, Alabama, musste schon kurz nach den tödlichen Schüssen in einem Einkaufszentrum an Thanksgiving bekanntgeben, dass sie den falschen Mann erschossen haben. Der 21jährige Emantic Fitzgerald Bradford Jr. war nicht der Täter, der für eine Schießerei in der Mall verantwortlich war. Anfangs hieß es noch, die Lage in dem Einkaufszentrum sei unter Kontrolle, der Täter tödlich getroffen worden. Nur wenige Stunden später kam die Meldung, Bradford Jr. war es nicht.

Nach tödlichen Polizeischüssen. Foto: Reuters.

Der 21jährige ist der 858., der in diesem Jahr durch Polizeikugeln in den USA tödlich getroffen wurde. Und das sind weniger Tote als noch in den vergangenen Jahren. 2017 starben 987, 2016 963 und 2015 995 Menschen durch Kugeln der Polizei. Darunter auch viele Personen, die unbewaffnet waren, eine Spielzeugpistole trugen oder etwas bei sich hatten, was die Beamten als Waffe ausmachten. Emantic Fitzgerald Bradford Jr. war ein Afro-Amerikaner, so wie 191 andere Opfer in diesem Jahr. 369 waren Weiße, 123 Hispanics, 33 werden mit „other“ angegeben und von 141 Getöteten fehlen die Angaben zur „Race“.

Seit 2015 sammelt die Washington Post diese Art von Daten. Auslöser waren die tödlichen Schüsse 2014 auf Michael Brown in Ferguson, Missouri. Die Polizei, das belegen diese Zahlen, greift schnell, wohl zu schnell zur Schusswaffe, eskaliert so oftmals eine Situation. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Beamten in Situationen geschickt werden, in denen sie nicht wissen, was auf sie wartet. Viel zu oft stehen ihnen schwer bewaffnete Kriminelle gegenüber oder Verstörte und Kranke, die eigentlich keine Knarre haben sollten und dürften. Amerika hat ein Waffenproblem, das zeigen diese Zahlen erneut und eindrücklich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *