Der Schuss ging nach hinten los

Donald Trump macht einfach mal die Regierung dicht. Er sei stolz, wenn er das machen könne im Kampf um seine Grenzmauer. Das sagte Trump bei einem Treffen mit Chuck Schumer und Nancy Pelosi im Oval Office.

Zwei, die sich nicht leiden können: Nancy Pelosi und Donald Trump. Foto: Reuters.

Doch davon will der Präsident nichts mehr wissen. Nun meint er, die Demokraten seien Schuld daran, dass mehr als 800.000 Männer und Frauen im öffentlichen Dienst zwangsbeurlaubt wurden oder ohne Gehalt arbeiten müssen. Denn eigentlich sei es ja einfach, die Demokraten müssten nur zustimmen, dass sie seine Mauerpläne finanzieren, dann wäre alles ok, und alle könnten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Das nennt sich Trumpscher Kompromiss, macht was ich will, und alles ist gut.

Die Demokraten ziehen nur nicht so richtig. Und das aus gutem Grund, denn unter Drohungen lässt es sich nicht regieren. Einig sind sich alle, dass die Grenze zu Mexiko besser gesichert werden muss, dass es eine Art physische Barriere geben sollte, die Zahl der Grenzschützer erhöht, Überwachungstechnologien eingesetzer werden müssen. Aber die Demokraten werden nicht einem Mauerbau zustimmen, vor allem nicht, wenn das unter Drohungen und auf Kosten der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst passieren sollte.

Und Donald Trump scheint sich mit seiner Blockadehaltung verrechnet zu haben. Glaubte er, dass der Großteil der Amerikaner hinter ihm stehen würde, zeigen jüngste Umfrageergebnisse vielmehr, dass ihm der Schlamassel angerechnet wird. Trump sinkt und sinkt. Konnte er bei der letzten Wahl noch viele „Independent“ Wähler für sich gewinnen, sagen nun weit über 60 Prozent von ihnen, sie werden nicht mehr für Trump stimmen. Und das ist ein Problem, denn nur mit seiner Basis hat Trump keine Chance 2020 die Wahl zu gewinnen. Der „Government Shutdown“ sollte für ihn einen „Boost“ bedeuten, doch es scheint, der Schuss ging kräftig nach hinten los.

Die Demokraten setzen auf Zeit, setzen darauf, dass die Republikaner im Kongress Druck auf Trump ausüben. Und sie positionieren sich. Etliche Frauen in den demokratischen Reihen haben bereits ihre Kandidatur verkündet, sie wollen gegen Donald Trump antreten. Und es sind starke Frauen, denen man einen Zweikampf mit dem Don mehr als zutrauen kann. Amerika könnte endlich eine Präsidentin bekommen.

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