Ein besonderes „Library“ Konzert

touch ist eines der ältesten noch operierenden Indie-Labels aus England, gegründet in den frühen 80er Jahren von Mike Harding. Der reist regelmäßig zwischen London und Los Angeles hin und her, um diesen teils sehr eigenwilligen Sound seines Labels zu promoten. Am Mittwoch traf ich Mike nach mehreren Jahren Email Kontakt zum ersten Mal. In einem exklusiven „private social club“ am Rande von Downtown San Francisco.

Mike hatte mich zu einem „Library Concert“ eingeladen, was hier wohl öfters stattfindet. Ein Konzert für die sehr exklusiven Mitglieder dieses Clubs, dem man nicht einfach beitreten kann, man muss durch ein Mitglied nominiert werden. Hinter „The Battery“ stecken Michael Birch und Xochi Torres, die mit einigen Startups ein Vermögen machten und sich mit ihrem Privatclub einen Traum verwirklichten. Die Idee dahinter war, einen Raum zu schaffen, in dem man sich treffen und austauschen kann. Quasi die „Dorfkneipe“ (Battery über Battery) in die City bringen, und das im sehr exklusiven Anstrich mit High-End-Restaurant, mehreren Bars, Weinkeller, Fitnessbereich, Garten, Hotelzimmern und eben einer Bibliothek. Muss man mögen!

Und genau hier fand das Konzert von drei der touch MusikerInnen statt. Geneva Skeen, Zachary Paul und Simon Scott. Ein ungewöhnlicher Ort, dachte ich zuerst, denn diese Mischung aus Ambient, Drone und Field-Recordings würde wohl eher in eine alte Fabrikhalle passen, als in eine Bibliothek mit blauen Wänden, einem überschaubaren Buchangebot, Ledersesseln und Schildkrötenpanzern an der Wand. Doch als Geneva Skeen wortlos mit ihrer Präsentation begann, war mir schnell klar, dass diese Musik gerade auch an so einem Ort ihre Kraft entwickeln kann. Es geht um das Zuhören, darum, sich auf diese Soundwelt einzulassen, sich die Zeit zu geben und zu nehmen Klanglandschaften, wie die von Skeen, Paul und Scott zu erkunden. Und eine Bibliothek ist wahrlich ein hervorragender Ort für genau solch einen Moment. Drei Klangkünstler, die in dieser feineren „Dorfkneipe“ 75 Minuten lang die Grenzen versetzten, was Musik alles sein kann. Unten amüsierten sich die Mitglieder bei Cocktails und feinen Häppchen und einen Stock höher erlebten die etwa 20 Anwesenden einen unglaublichen Hörgenuss mit Blick auf die Transamerica Pyramide in Downtown San Francisco. Musik öffnet ganz neue Welten.

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