Hinter Rammstein geht’s noch weiter

Eisbrecher ist eine Band, die in den USA auf Metropolis Records veröffentlicht ist. Auf den Streaming Diensten Spotify und Pandora laufen sie rauf und runter. Wer dort Rammstein hören will, kommt um die Zugabe Eisbrecher nicht herum. Es gibt sogar einen Eisbrecher Fanclub in den USA. Doch all das langt nicht aus, um eine Tour in Amerika zu organisieren. Zumindest eine ohne finanziellen Verlust.

Eisbrecher würden ja gerne durch die USA touren. Foto: Eisbrecher.

Es gibt viele Gründe, warum deutsche und vor allem deutschsprachige Bands den Schritt über den großen Teich nicht wagen. Da ist zuallererst die Größe des Landes, eine Tour quer durch die USA macht wenig Sinn, denn die Wege sind lang und zwischen den Küsten muss man ganz gezielt auswählen, wo man spielen will. Es gibt zwar interessante College Towns im Mittleren Westen, aber dennoch, es bleibt ein Risiko als fremdsprachige Band zu touren. Auf regulären Rockradiosendern kommen diese Bands kaum vor, es sei denn man schaltet Spartensendungen ein, wie ich eine seit 23 Jahren produziere. Auch von offizieller Seite kann man da wenig Unterstützung erwarten. Das Goethe-Institut macht meist einen grossen Bogen um härtere deutsche Klänge mit deutschen Texten. Lange Zeit wurde noch nicht einmal über Rammstein gesprochen, obwohl das der Zugang schlechthin zu jungen Deutschlernenden war. Auf amerikanischer Seite legt man nicht viel Wert auf einen aktiven Kulturaustausch. Visa werden nicht oder zum Teil verspätet ausgestellt, was die Planung einer Tour erschwert. Das ist schon seit langem so, doch mit der Trump-Administration wurde die Situation noch einmal verschärft.

Rammstein haben gezeigt, dass deutschsprachige Bands durchaus eine Chance in den USA und Kanada haben. Um die Jahrtausendwende gab es Online-Foren und Fanseiten für Bands wie Oomph!, Megaherz, Stahlhammer u.a. auf denen sich NDH-Fans über Musik, Texte und Sound austauschten und danach auch über deutsche Kultur, Filme, Politik diskutierten. Rammstein stießen die Tür weit auf, das Interesse war da, doch von Seiten der deutschen Plattenindustrie und auch der deutschen Kulturprofis wurde nichts nachgeschoben. Ein großes Versagen.

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Nun kämpfen die Bands wieder alleine für sich, was nicht einfach ist von Deutschland aus. Einige, wie Eisbrecher, haben ein Label, doch viele der US Labels sind zu klein, um eine größere Tour eigenhändig zu stemmen. Auch Megaherz würde gerne durch die USA touren und versuchen Kontakte aufzubauen. Die Münchner hatten viele Jahre einen sehr aktiven Fanclub in den USA, die vor Rammstein Konzerten sogar Flyer an die R+ Fans verteilten, um sie wissen zu lassen, dass es hinter dem Rammstein Horizont noch weitere gute, deutschsprachige Bands zu entdecken gibt.

Von den Online-Foren und den Fanseiten ist nicht mehr viel geblieben, teils verschwanden sie ganz, teils wurden sie seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Eisbrecherfans in den USA und Kanada haben sich auf Facebook zusammen getan, auch in der Hoffnung, die Band davon überzeugen zu können, dass es hier drüben eine Nachfrage nach ihrem Sound gibt. Doch Sänger Alex Wesselsky hat nun in einem RG-Interview erneut klar gestellt, dass es vorerst wohl keine Konzerte in Übersee geben wird.

Eisbrecher Interview     

 

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