Der Fußball wird politisch

Donald Trump will, dass professionelle Sportler die Nationalhymne mitsingen, dabei die rechte Hand aufs Herz legen, nicht knien und auch sonst nicht Aufmucken. Das verlangt er von den Sportlerinnen und Sportlern in den professionellen Ligen der Nation und erst recht, wenn sie im Nationaltrikot auflaufen. Immerhin repräsentieren sie dann die Vereinigten Staaten von Amerika. Den stillen Protest der amerikanischen Fußballerin Megan Rapinoe kann Trump also gar nicht gut finden.

Megan Rapinoe ist nicht nur auf dem Fussballplatz zu hören. Foto: Reuters.

Megan Rapinoe singt die Hymne vor jedem Spiel bei der WM in Frankreich nicht mit. Das verwunder nicht, immerhin war sie die erste weiße Sportlerin, die vor den Matches ihrer Mannschaft und beim Absingen der Hymne in Solidarität mit dem NFL-Spieler Colin Kaepernick und dessen Protest niederkniete. Rapinoe ist offen gay und „outspoken“ und erklärt immer wieder, sie sei ein „wandelnder Protest gegen die Trump Adminstration“. Denn sie stehe für nichts, was Donald Trump vertrete und trage dennoch das US Emblem auf ihrem Trikot. Im Mai erklärte sie in einem Interview, dass sie bei einem Sieg ihres US Teams nicht ins „Fucking White House“ komme werde. Sowieso würde ihr Team nicht eingeladen werden.

Trump sieht das natürlich anders und tweetete heute: „Megan should never disrespect our Country, the White House, or our Flag, especially since so much has been done for her & the team. Be proud of the Flag that you wear. The USA is doing GREAT!“. Und er sprach dennoch eine Einladung für die Frauen Nationalmannschaft aus: „I am now inviting the TEAM, win or lose.“

Klar ist, Megan Rapinoe hat das Recht dazu, ihre Haltung gegenüber dem Präsidenten auszusprechen, seine Politik zu kritisieren und dagegen zu protestieren. Ihr Kniefall, ihr Eintreten für Gay Rights, ihre offene Kritik an Trump und seiner Adminstration sollten vielbeachtet werden. Ich wünschte mir, mehr Sportlerinnen und Sportler würden das tun. Dennoch finde ich, hätte sie besser nicht vom „fucking White House“ gesprochen. 2015, als das US Team Weltmeister wurde, besuchte die Spielerin mit ihrer Mannschat genau dieses White House. Präsident war da Barack Obama. Mit ihrer unüberlegten Wortwahl hat sie nun einen Shitstorm losgetreten und damit genau das Gegenteil erreicht, denn Trump stellt sich nun als gnädiger und gütiger Landesvater dar, der trotz der harschen Worte von Megan Rapinoe die Spielerinnen zu sich ins Weiße Haus einlädt. Die eigentliche Message von Rapinoe geht dabei nun verloren.

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