Trumps Masterplan

Man muss sich schon fragen, was Donald Trump mit seinen sehr fragwürdigen und durchaus rassistischen Tweets vor hat. Da ist sicherlich, dass er die genau zu dem Zeitpunkt rausgehauen hat, als sein einstiger Busenfreund Jeffrey Epstein vor Gericht antreten musste. Immerhin geht es um Vergewaltigung von Minderjährigen und ausufernde Sex Parties. Und Donald Trump soll wohl nicht nur mit Epstein diniert und „pc“ gefeiert haben. Also kann man die rassistischen Tweets durchaus als Rauchbomben erklären.

Mit Rotfront Gruss gegen die Sozialisten. Foto: Reuters.

Doch Trump verfolgt mit diesen Frontalangriffen auf die vier jungen Abgeordneten, alles „women of color“, vor allem ein Ziel. Er will die Demokraten als „out of touch“ mit den Wählern, als radikal, als sozialistisch darstellen. Dafür ist ihm keine Behauptung zuwider. Selbst die nicht, dass die Abgeordnete Ilhan Omar, eine der vier, mit der Terrororganisation Al Qaeda sympathisiere. Das ist ein totaler Krampf, ist mehrfach widerlegt worden, Trump verdreht hier vielmehr bewusst Aussagen der Abgeordneten. Doch das stört ihn nicht, er macht einfach weiter und verbreitet diese Lüge. Auch auf die Gefahr hin, dass Omar Opfer von Gewalt werden könnte, denn die Terroranschläge des 11. Septembers sind nach wie vor eine offene Wunde in den USA.

Trump zündelt derzeit. Er hofft auf einen Kulturkrieg im Wahlkampf. Hier , er als der Vertreter des weißen, christlichen Amerikas mit seinem Spruch „Make America Great Again“. Und dort die sozialistischen Demokraten, die sich für „undocumented immigrants“, für offene Grenzen, für Schwule, Transsexuelle, für höhere Steuern, für den Abbau des Militärs, für internationale Verträge, für Abtreibung bis zur Geburt und, und, und einsetzen. Trump lügt sich einfach durch die Gegend, erfindet Dinge, verdreht Tatsachen, zurücknehmen muss er ja nie etwas. Sich entschuldigen kennt dieser Präsident nicht. Trump spaltet die Nation aus dem einfachen Grund, um seine Wiederwahl zu erreichen.

Ob das klappen wird, ist derzeit total offen. Wie sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden werden kann niemand genau sagen. Amerika wandelt sich. Von der demografischen Entwiclung her, dürfte Trump eigentlich keine Chance haben. Doch klar ist, dass eine Minderheit den Präsidenten bestimmen kann, wie man das 2016 sehen konnte. Es geht also nicht nur um eine demokratische Entscheidung. Es geht vor allem darum, wie man diesen – fragwürdigen – demokratischen Prozess in den USA besser ausnutzen kann. Und Donald Trump ist darin ein Meister. Die große Frage ist also derzeit, ob die Demokraten in ihren Reihen eine bessere Meisterin oder einen besseren Meister finden werden.

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