Viel Rauch um Nichts

Präsident Donald Trump liest am Montagmorgen eine kurze Rede im Weißen Haus ab. Foto: Reuters.

Eins muss man Donald Trump an diesem Montagmorgen zugute halten. Er sprach zum ersten Mal davon, dass man „White Supremacy“ als Problem in diesem Land erkennen muss und er erwähnte in einem Nebensatz, dass es eine Gefahr duch „nationalen Terrorismus“ gebe. Immerhin, denn ansonsten war die schlecht abgelesene Rede eher für die Tonne.

Das Internet und Videospiele bringe Geisteskranke dazu, solche Taten zu begehen. Deshalb müsse man fortan mehr aufpassen, was andere posten und falls es dann doch noch zu solchen Massenschiessereien kommen sollte, wird der Täter eben schnell mit der Todesstrafe bestraft. Das ist der Lösungsvorschlag von Donald Trump. Mal ganz ehrlich, Mister President, auch in Luxemburg haben sie das Internet, Videospiele und wahrscheinlich auch ein paar Geisteskranke, aber von dort hört man wenig über Massenschiessereien. Das kann nun sicherlich an den „Fake News“ liegen, die nicht über das schießwütige Volk der Luxemburger berichten. Eher anzunehmen ist allerdings, dass in Ihrer Analyse der aktuellen Lage in den USA etwas nicht ganz stimmt, Mister President. Ein Wort zur Erinnerung: Guns!

Nach zwei blutigen und tödlichen Schiessereien in El Paso und Dayton, eine aus fremdenfeindlichem Grund, machte sich Donald Trump am Sonntag zu seinem Golfressort in New Jersey auf, um eine Runde Golf zu spielen und sich dort mit einer Braut ablichten zu lassen, die in seinem Club ihre Hochzeit feierte. Auf dem Rückweg nach Washington gab er dann bekannt, dass er am Montag um 10 Uhr morgens Ortszeit eine Erklärung zu den Vorfällen in El Paso und Dayton abgeben werde. Die Erwartung war hoch, einige Kommentatoren glaubten wirklich, dass Trump etwas zum Ton in der Politik, auch zu seinen eigenen, teils rassistischen Äußerungen sagen würde, aber das war dann wohl wie der Glaube an den Weihnachtsmann. Was bei Trumps Analyse noch fehlte, was er allerdings schon zuvor per Twitter verbreitet hatte, ist die „Mitverantwortung“ der Medien an solchen Taten zu erwähnen. Trump weist damit mal wieder jegliche Schuld von sich.

Das Fazit an diesem Montagmorgen ist klar. Die Liste der Tatorte wird länger. El Paso und Dayton werden nun in einer Reihe mit Columbine, Aurora, Blacksburg, Orlando, Newton, Las Vegas, Parkland und vielen anderen Städten und Gemeinden genannt werden. Was sie alle verbindet ist, sie waren Orte von Massenschiessereien. Die große Frage ist, welche Stadt als nächstes in diese traurige Liste aufgenommen werden muss. Denn passieren wird es wieder, vielleicht schon heute, vielleicht morgen oder erst in einer Woche.

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