Was für eine Woche!

Kaum zurück, geht es schon wieder los. Nach Somaliland und Niger steht nun der Sudan auf meinem Reiseplan. Aus dem Jetlag komme ich kaum raus. Heute Nacht geht es von San Francisco über Chicago nach Addis Abeba und von dort weiter nach Khartum. Eine spannende Reise wartet, die so ganz anders sein wird, als die, die ich gerade hinter mir habe.

Und bei all dem steppt gerade der Bär hier in den USA. Ermittlungen im Vorfeld eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Donald Trump wurden eingeleitet, es sieht ganz danach aus, als ob sich Trump da selbst ein Loch gegraben hat, er doch angreifbar ist. Das politische Beben in Washington ist enorm, die Folgen noch nicht abzusehen. Kann dieser Skandal Trump zu Fall bringen oder bedeutet der „Impeachment“ Prozess vielleicht sogar die sichere Wiederwahl des Präsidenten? Alles ist möglich in diesem verrückten Land mit seinem durchaus fragwürdigen Wahlsystem.

Was ich nach wie vor nicht verstehe ist, wie die Republikaner noch immer wie eine Eins hinter diesem Mann stehen und die Fakten, die vorliegen, total verdrehen, so, als ob das, was Trump in dem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen sagte, nicht zählt. Sie tun so, als ob eine Wahlabsprache mit einem ausländischen Regierungschef ein normaler Vorgang sei. Man fragt sich langsam, was passieren muss, was Trump noch tun muss, damit sie endlich aufwachen und erkennen, dass Donald Trump der Totengräber der amerikanischen Demokratie ist. Selbst die Aussagen, der „Whistleblower“ sei kein „Whistleblower“, vielmehr sei er ein Spion und Verräter und früher hätte man solche Leute ganz anders behandelt, lässt in der „Grand Old Party“ niemanden aufschrecken.

In den kommenden Wochen und Monaten kommt einiges auf uns zu. Der Wahlkampf wird nun mit diesen Ermittlungen gewürzt. Was bei diesem Skandal nun kaum noch beachtet wird ist, was die Trump-Administration sonst noch so veranstaltet. Der offene Krieg gegen den Umwelt- und Klimaschutz, alles unter dem wissenschaftsfeindlichen „America First“ Mantel verdeckt, hat weitreichende Konsequenzen nicht nur für dieses Land. Den Schaden, den dieser Präsident anrichtet und das auf dem weiten Feld der Politik, ist noch gar nicht überschaubar. Ob die Uhren da nochmal zumindest zurückgedreht werden können, muss man abwarten. Eines ist jedoch klar, vier weitere Trumpjahre werden für die USA kaum verdaubar sein.

Heute Abend geht mein Flieger Richtung Sudan. Eine ganz andere Welt und vor allem ganz andere Probleme warten dort auf mich. Ob ich da für ein paar Tage dem riesigen Trump-Schatten entkommen kann, ist fraglich, denn das, was er mit seiner Politik anrichtet, hat eben auch massive Auswirkungen auf den Alltag, auf das Leben in afrikanischen Ländern wie den Sudan.

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