Leben in der Bay Area

Wellenmässig breitete sich das Beben aus. Karte USGS.

Gestern Abend war es mal wieder soweit. Ich lag im Bett, schaute mir den Dokumentarfilm „Hail Satan“ an, da ich demnächst über den satanischen Tempel berichten möchte. Und dann um 22:33 fing das Haus an zu wackeln. Bilder kippten um, mein Hund schaute mich etwas verdutzt an.

Was macht man in solchen Situationen? Man wartet ab, was da noch kommt. Das ist wohl nicht die offizielle Richtlinie, aber mal ehrlich, wer springt schon gleich aus dem Bett und rennt unter einen Türrahmen, wenn es gerade mal ein paar Sekunden rappelt. Das Erdbeben war kein starkes, gerade mal 4,5 auf der Richterskala, aber man spürte es deutlich in der gesamten Bay Area.

Das erinnert einen immer mal wieder daran, wo man lebt und was hier passieren kann. Daran denken tut man eigentlich nicht, bis es eben mal wieder rüttelt. Jedesmal sage ich mir, ich muss das „Earthquake Kit“ auffrischen, also Wasser, unverderbliches Essen, Hundefutter, Decken, Taschenlampen, feste Schuhe, frische Kleidung und auch Bargeld so hinterlegen, dass ich dran komme, falls das Haus nicht mehr begehbar ist. Und alles sollte reichen, dass man damit problemlos drei, vier, fünf Tage ohne Hilfe von außen überleben kann. Die jüngsten Katastrophen in den USA, seien es Hurricanes oder Überschwemmungen bestätigen das.

Diese Gedanken sollte man haben, ich glaube aber, dass nur die wenigsten in der San Francisco Bay Area überhaupt an so etwas denken. Wer will schon damit leben, dass von jetzt auf gleich sein gesamtes Haus, sein Besitz, sein Leben ausgelöscht sein könnte. Von daher hofft man einfach, dass der deutliche Rüttler am Abend, eben kein Vorzeichen für „the next big one“ sein wird.

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