Es wird immer surrealer

Nun also ein weiterer Milliardär, der ins Rennen um das Weiße Haus einsteigt. Michael Bloomberg hat ein Vermögen von geschätzten 54 Milliarden Dollar, er braucht keine Kleinspender, er kann seinen Wahlkampf einfach mal so selbst zahlen. Bloomberg will auch gar nicht in Iowa und New Hampshire in den Vorwahlkampf eingreifen, dafür fehlt ihm nun die Zeit und die Deadlines sind abgelaufen. Doch das ist kein Problem, Bloomberg glaubt, er hat eine reale Chance.

Damit sind nun drei Milliardäre dabei, die alle glauben, sie haben die Antworten auf Amerikas Probleme. Zwei davon, Tom Steyer und Michael Bloomberg, sind sich sicher, dass sie den anderen Superreichen Donald Trump aus dem Amt vertreiben können. Geld regiert die Welt.

Die Ankündigung von Bloomberg hat große Wellen geschlagen, denn der ehemalige New Yorker Bürgermeister zielt auf die eher gemäßigteren Wählerinnen und Wähler im demokratischen Lager ab, also auf die, die auch Joe Biden hinter sich haben will. Biden ist durch die Ukrainie Krise in den USA politisch angeschlagen, deshalb auch die Kandidatur von Michael Bloomberg, der seine Chance gekommen sieht. Auch Donald Trump wird sichtlich nervös, denn Bloomberg ist ein Außenseiter, ein erfolgreicher Geschäftsmann, einer, der seinen Weg gegangen ist. So wie er. Bloombergs Kandidatur hat bei den eher linken Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen, allen voran Bernie Sanders und Elizabeth Warren, zu großen Fragezeichen geführt. Denn Bloomberg kann ohne Probleme einen Wahlkampf finanzieren und organisieren. Und wählbar ist er auch, das hat er als Bürgermeister von New York City bewiesen. Wie soll darauf nun geantwortet werden.

Unterdessen wirft Donald Trump weiter seine Rauchbomben im „Impeachment“ Verfahren. Er verdreht die Fakten, greift Zeugen an, beschimpft sie als unpatriotisch, als Verräter Amerikas und als „Never Trumpers“. Und er versucht nun in den afro-amerikanischen Communities auf Stimmenfang zu gehen, um so die demokratische Basis zu spalten. Klimaschutz wird da lächerlich gemacht und gegen die Afro-Amerikaner ins Feld gebracht. Klar ist auch, dass Trump oder seine Verbündeten schon im Hintergrund gegen einige der Kandidaten bei den Demokraten wettern. Pete Buttigieg und Cory Booker sind homosexuell und das kommt bei den eher christlich, konservativen „Black Church Goers“ gar nicht gut an. Damit will Trump punkten. Der Umweltschutz und LGBTQ Rechte werden nun also dafür geopfert, um ein paar Stimmen mehr zu bekommen oder „Black Voters“ zumindest von ihrer Stimmabgabe abzuhalten. Es wird noch mehr passieren, die Wahlkampfmaschine ist gerade erst so richtig angelaufen, in einem Jahr ist Wahltag, bis dahin werden noch viele Register gezogen und die werden nicht „pretty“ sein.

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