Trumps Basis bröckelt

“Christianity Today” ist alles andere als ein “far left magazine”, ein linksliberales Heftchen, wie es Donald Trump bezeichnet. “Christianity Today” wurde einst vom Übervater der amerikanischen Evangelikalen Billy Graham gegründet und erscheint heute noch in einer Auflage von 80.000 Exemplaren. Es ist keine weit verbreitete Schrift, vielmehr wird sie in engen Kreisen der Christlichen Rechte gelesen.

Bröckelt Trumps Rückhalt bei de Evangelikalen?

Doch deren Chefredakteur hat nun einen Kommentar veröffentlicht, in dem er sich mit deutlichen Worten gegen eine Wiederwahl von Donald Trump wendet und damit eine Lawine ausgelöst. Mark Galli beklagte den mangelnden moralischen Charakter von Trump und betonte, der Präsident solle des Amtes enthoben werden aufgrund der “Loyalität gegenüber dem Schöpfer und den zehn Geboten.” Und dieser Kommentar in einer kaum beachteten Publikation schlug ein wie eine Bombe in den USA, denn vor allem Donald Trump selbst hob den Beitrag auf eine ganz andere Ebene. Er sah sich mal wieder kritisiert und reagierte bekannt beleidigt. Trump tweetete gleich mehrmals, beschimpfte den Chefredakteur, erklärte, kein anderer Präsident habe jemals soviel getan wie er für die Evangelikalen wie auch für Religion allgemein. Und er werde dieses Blatt nun nicht mehr lesen.

Einige Vertreter der “Christlichen Rechte” in den USA sprangen Trump bei, verteidigten ihn, darunter auch Franklin Graham, der Sohn von Billy Graham. Der Junior ist schon seit langem ein lautstarker Unterstützer des Präsidenten, verteidigt dessen Politik und sieht ihn von Gott gesandt. Doch deutlich wurde durch diesen Kommentar auch, dass Trump sich nicht mehr auf eine hundertprozentige Unterstützung der Evangelikalen in den USA verlassen kann. Die Reihen der Zweifler, Abweichler und Nichtwähler wächst. Zwar hat der Präsident vieles von dem umgesetzt, was sie immer wieder forderten, doch dessen aggressiver Ton, seine Lügen, seine Beschimpfungen stoßen mittlerweile auch vielen in den Reihen der christlichen Fundamentalisten auf. Trump ist für viele nicht mehr derjenige, der in Amerika “God’s Country” realisieren kann.

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