„I’m a very stable genius“

A very stable genius. (Official White House photo by Shealah Craighead)

Sowas kann eigentlich nur Donald Trump von sich sagen. Er kennt sich aus. Mit allem. Ihm macht man nichts vor. Trump ist bewandert, klug, intelligenter als alle anderen und sowieso eben „a very stable genius“. Das schließt ein, dass Donald Trump auch schon mal die Geschichte ändert, vor allem seine eigene. Jüngst behauptete er: „I felt it was a pandemic long before it was called a pandemic“. Also, er wußte schon lange zuvor, dass sich die Corona Krise – oder wie er es nennt „Tscheinna Virus“ – zu einer Pandemie ausbreiten würde.

Dem allerdings stehen Trumps Aussagen aus den letzten Wochen gegenüber, die genau das Gegenteil aussagen und deutlich machen, warum die USA andern Ländern in der Bekämpfung von Covid-19 hinterher hinkt. Am 22. Januar wurde er in einer Pressekonferenz gefragt, ob er sich Sorgen mache, dass die Corona Krise in China sich zu einer weltweiten Pandemie ausbreiten könnte. „No, not at all. We have it totally under control. It’s one person coming in from China, and we have it under control. It’s going to be just fine.“

Am 26. Februar ging es in einer Pressekonferenz um die Infektionszahlen in den USA und weltweit. Trump erklärte: „We’re going down, not up. We’re going very substantially down, not up.“ Nur einen Tag später meinte der US Präsident: „It’s going to disappear. One day — it’s like a miracle — it will disappear.“ Am 7. März, als sich Trump mit seinem brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro in Mar-a-Lago amüsierte, meinte er: „I’m not concerned at all.“ Nur wenige Tage später wurden gleich drei Teilnehmer der brasilianischen Delegation positiv auf Covid-19 getestet.

Donald Trump verkannte zu lange die Lage, verwies immer wieder darauf, dass die Situation in den USA nicht so schlimm sei, dass es hier viel weniger Infizierte gäbe, weniger Menschen an dem Virus sterben. Tatsache ist aber auch, dass die Regierung überhaupt nicht auf das Ausmaß der Katastrophe vorbereitet war, Zeit verschwendete und nach wie vor nur ganz wenige in den USA überhaupt getestet wurden. Daher gehen Wissenschaftler auch davon aus, dass die Zahl der Infizierten in den USA weit über der offiziell verkündeten Infektionsrate liegt.

Unterdessen läuft das finanzielle Hilfspaket für Unternehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer an. Jede erwachsene Amerikanerin und jeder erwachsene Amerikaner soll in einem ersten Schritt einen Scheck von 1000 Dollar erhalten. Kinder jeweils 500 Dollar. Das ist allerdings nur ein hilfloser Versuch, denn 1000 Dollar können einem in Tupelo, Mississippi ein bißchen weiterhelfen, in San Francisco ist das gerade mal ein Drittel des monatlichen Mietschecks für eine Einzimmerwohnung. Trump versucht aufzuhalten, was nicht aufzuhalten ist. Heute ist der Dow Jones auf den Stand gesunken, wie er bei Amtsübernahme von Donald Trump lag. Sein Wahlkampf der boomenden Wirtschaft, alles Dank seiner Weitsicht, ist damit hinfällig geworden. Trump könnte ein Opfer des „Tscheinna Viruses“ werden.

 

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