Trump und die Maske

Donald Trump ist kein Fan des Mund- und Nasenschutzes. Braucht er nicht, sagt er, er werde ja regelmäßig getestet. Sowieso verschwinde das Virus irgendwann und schon bald, auch ohne Impfschutz, der noch nicht entwickelt ist. Selbst bei einem Besuch in einer Firma in Arizona, in der die Schutzmasken hergestellt werden, trug Trump keine der Masken. Auf die Frage von Reportern, warum nicht, antwortete er, er habe eine „Backstage“ getragen. Journalisten meinten darauf, sie hätten ihn damit aber nicht gesehen. Trump darauf, es sei ja nicht seine Schuld, dass sie ihn nicht gesehen hätten.

Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale mit dem nun erhältlichen Trump Mund-Nasen-Schutz.

Im offiziellen Trump Fanshop für seine Wiederwahl gibt es nun auch Trump Masken zu kaufen. Sein Wahlkampfmanager, Brad Parscale, präsentierte sie dem Präsidenten bei seinem jüngsten Besuch im Weißen Haus. Trump stimmte zu, dass diese im Wahlkampfshop verkauft werden sollten. Die Ironie dabei, er selbst wird keine tragen. Das hat sicherlich mehrere Gründe. Zum einen ist Trump eitel, achtet sehr darauf, dass er nie zu leger daherkommt, dass die Haarpracht immer richtig liegt. Da würde eine Gesichtsmaske so gar nicht passen. Zum anderen ist der Präsident davon überzeugt, dass er sich das Virus gar nicht einfangen kann. Trump betont immer wieder, dass er gesund und bei besten Kräften sei und nichts ihm etwas anhaben könne.

Doch der Hauptgrund für seine Weigerung einen Mund-/Nasenschutz zu tragen ist ganz einfach. Er würde damit eine ganz falsche Message an seine Basis senden, in der Verschwörungstheorien und „alles halb so schlimm“ Überzeugungen weit verbreitet sind. Ein Präsident und vor allem ein „Kriegspräsident“, wie sich Trump gerne selbst nennt, darf so nicht in aller Öffentlichkeit gesehen werden. Dafür nimmt er durchaus einiges in Kauf, wie z.B. ein Treffen mit Veteranen des Zweiten Weltkrieges, die alle weit über 90 Jahre alt sind und damit einer Risikogruppe angehören. Trumps Begründung, warum er auch da keine Maske trug, er habe Abstand gehalten und der Wind habe heftig geweht, von daher gab es keine Gefahr einer Ansteckung.

Klar ist also, dass Donald Trump nicht in einen Wahlkampf zieht und Bilder von sich mit Gesichtsmaske sehen will. Das wäre für ihn ein Eingeständnis der Schwäche und eines Versagens, denn er, das kann er nicht oft genug unterstreichen, habe alles unter Kontrolle. Selbst die jüngsten Nachrichten, dass es im Weißen Haus und im näheren Umfeld des Präsidenten Infektionsfälle gibt, konnten ihn bislang nicht umstimmen. Trump sieht sich als Fels in der Brandung, der unschlagbar ist, dem nichts etwas anhaben kann. Und genau dieses Bild wollen seine Anhänger von ihm sehen.

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