Na, da schau her!

Der Flug LH459 von San Francisco nach München war vielleicht zu einem Drittel gefüllt. Das Einsteigen ging so schnell, dass wir verfrüht vom Gate abstoßen konnten. 15 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit erreichten wir MUC. Auf den Rollfeldern kaum etwas los und auch an den Gates standen nur wenige Flugzeuge. Der Flug selbst war entspannt, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes war vorgeschrieben, außer beim Essen und Trinken.

Das Tor am Gate war noch geschlossen, als ich ins leere MUC Terminal kam. Sechs Bundespolizisten saßen an der Passkontrolle, kein Mensch weit und breit zu sehen, ich war der erste aus meinem Flieger. “Wo kommen Sie her?” “Aus San Francisco”. Er schaute auf meinen Pass und forderte mich auf, kurz die Maske abzunehmen: “Sie leben dort?” “Ja.” “Sie wissen, dass sie sich nun für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen“, er hielt einen Informationszettel in die Höhe. “Den habe ich im Flugzeug schon erhalten.” “Schönen Tag”. “Auf Wiedersehen”.

Das wars, niemand fragte mich wohin ich eigentlich will, keiner verlangte die genaue Adresse zu der ich reise. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich war darauf vorbereitet, dass ich zumindest einen Zielort angeben muß, denn wie soll das örtliche Gesundheitsamt wissen, dass ich komme, dass ich da bin, dass ich wieder abreise, wenn die Information der Einreise gar nicht weitergegeben wird?

Meine Koffer kamen schnell auf dem Gepäckband, es war wohl der einzige Flieger, der gerade entladen wurde. Mein Neffe holte mich ab, er wartete in der fast menschenleeren Empfangshalle. Auf dem Parkplatz kaum Autos. Nur die A9 war mal wieder verstopft an Endlosbaustellen. “Welcome to Bavaria”

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