Was passiert hier gerade?

„Wir können die Wahl nur verlieren, wenn sie manipuliert wird“, das sagte Präsident Donald Trump am Montag auf einer Veranstaltung in Minnesota. Darauf angesprochen, ob das bedeute, dass Trump eine Niederlage nicht akzeptieren würde, meinte seine Pressesprecherin, Kayleigh McEnany: „Der Präsident hat schon immer gesagt, er schaut sich an, was passiert und wird danach entscheiden.“

Solche Aussagen kommen in diesen Zeiten aus dem Weißen Haus. Ich finde das, wie eigentlich viele, beunruhigend, denn damit machen Donald Trump und sein Umfeld deutlich, dass er das Wahlergebnis nur akzeptieren wird, wenn er dabei als Gewinner hervorgeht. Sowas sagt man nicht im Spaß, schon gar nicht als Präsident der Vereinigten Staaten. Damit werden Zweifel am demokratischen Wahlprozess gestreut. Ganz bewußt und mit aller Konsequenz.

Pressekonferenz von Donald Trump.

Doch nicht nur das, vor wenigen Minuten endete die heutige Pressekonferenz von Donald Trump. Er versucht täglich in der Woche des demokratischen Wahlkonvents die Schlagzeilen für sich zu haben. Im Presseraum des Weißen Hauses wurde Trump gefragt, wie er dazu stehe, dass die Verschwörungstheoretiker von QAnon ihn unterstützten? Trump behauptete, er wisse nur wenig über sie, nur das sie Patrioten seien und ihn gut fänden. Die Reporterin bohrte weiter und meinte, dass Qanon „die Welt von einem satanischen Kult von Pädophilen und Kannibalen“ retten wolle, wie er das sehe. Das sei doch nicht schlecht, antworte Trump. „We are saving the world“.

Das ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump und sein Umfeld in Verbindung mit dieser hirnrissigen Verschwörungstheorie gebracht werden. Die QAnon Gläubigen sind davon überzeugt, dass es einen Geheimbund von einflußreichen Menschen in Politik, Wirtschaft und Show Business gibt, der weltweit unterirdische Gefängnisse unterhält, in denen Kinder gefoltert und sexuell mißbraucht werden. Trump distanziert sich nicht, sondern erklärt vielmehr, „these are people, that love our country“. Diese Wortwahl erinnert schon sehr an jene „fine people“, wie er die marschierenden Rechtsradikalen und Neonazis in Charlottesville umschrieb. Aus dem Weißen Haus kommen wahrlich seltsame Töne in diesen ver-rückten Zeiten.

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