Das Spiel mit dem Feuer

Wirtschaftskrise, Covid-19 Pandemie, Bürgerrechtsunruhen und nun auch noch eine aktuelle Debatte über den Klimawandel. Donald Trump hat einen Wahlkampf bekommen, den er sich so wohl gar nicht vorgestellt hat. Trump tönt zwar, die Wirtschaft boome, Corona sei unter Kontrolle, Black Lives Matter ein extremistischer Flügel der Demokraten und den Klimwandel gebe es ja eh nicht. Am heutigen Montag meinte er doch tatsächlich in Kalifornien, als er darauf hingewiesen wurde, dass es immer heißer werde und Klimaforscher die verheerenden Feuer im Westen der USA mit „Climate Change“ in Verbindung bringen: „It will start getting cooler. You just watch“. Mehr Kopf in den Sand kann man wohl wirklich nicht stecken.

Keine Sorge, es wird schon wieder kühler. Foto: AFP.

Sein Kontrahent, Joe Biden, nannte Trump denn auch einen „climate arsonist“, einen Klimabrandstifter. Der Präsident zündelt gewaltig mit dem Feuer, denn für ihn liegen die Probleme in Kalifornien und in den benachbarten Bundesstaaten nach wie vor darin, dass die Waldwirtschaft versagt, nicht genügend geharkt und geschüppt wird. Selbst im Angesicht der vernichtenden und verheerenden Brände, einer noch nie dagewesenen Katastrophe verweigert sich dieser Präsident den offensichtlichen Argumenten. Für ihn gibt es keinen Klimawandel. Punkt. Das posaunt er auch weiterhin hinaus in alle Welt. Am Dienstag rieben ihm auch einige Offizielle in Kalifornien unter die Nase, dass nur drei Prozent des Waldes im Golden State unter der Kontrolle des Bundesstaates liegen. Der Großteil ist „National Forest“, also im Besitz der Bundesregierung in Washington. Dazu kommen noch Waldgebiete in privater Hand. Also selbst wenn Gouverneur Gavin Newsom nicht genug harkt, dann ist das Problem dennoch ein Washingtoner und damit ein Trump Problem. Aber das wird er nicht zugeben, er verbreitet lieber weiter die Mär von den unfähigen Demokraten in den westlichen Bundesstaaten, die sich zu bequem sind, mit Rechen und Schüppe das Laub aufzulesen.

An diesem heutigen Montag hat der Wahlkampf damit aber auch ein neues, heißes Thema bekommen. Das eben vor den brennenden Wäldern in Kalifornien, Oregon und Washington und unter der gewaltigen Rauchglocke im Westen der USA. Man muss sich einfach fragen, was noch passieren muss, damit endlich umgedacht wird, die mehr als deutlichen Zeichen der Zeit erkannt werden, zumindest von den Klimawandelskeptikern im Weißen Haus und im US Kongress. Kalifornien brennt nicht, weil da mehr Laub in den Wäldern rumliegt, sondern weil die steigenden Temperaturen das Land austrocknen, der reguläre Niederschlag ausbleibt. Eine gefährliche Mischung, die man hier nun Jahr für Jahr erleben muss. Wer noch immer daran zweifelt, der macht sich wahrlich mitschuldig an dem, was wir hier er- und durchleben müssen.

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