Trump, der Goebbels unserer Tage

„He’s sort of like Goebbels. You say the lie long enough, keep repeating it, repeating it, repeating it — it becomes common knowledge.“ So beschrieb Joe Biden in einem Interview mit MSNBC Amtsinhaber Donald Trump. Der versucht ständig Biden als Sozialisten zu brandmarken. Bislang hielt sich der Demokrat zurück, doch nun, nur wenige Tage vor der ersten Fernsehdebatte, holt er aus. „I think people see very clearly the difference between me and Donald Trump. Trump is clearing protests in front of the White House that are peaceful, you know, with the military. This guy is more Castro than Churchill.“

Es gibt kein Halten mehr. Foto: AFP.

Diese Antworten lassen schon erahnen, was am Dienstagabend auf die Fernsehnation zukommen wird. Ein Duell gigantischen Ausmaßes. Hier ein Präsident, der nachweislich in seiner Amtszeit weit über 20,000 Mal gelogen und die Wahrheit verbogen hat. Ein Mann, der keine Kritik verträgt, der andere beschimpft, erniedrigt, verbal fertig macht. Und da ein gealterter Staatsmann, der versuchen wird, einen klaren Kopf zu behalten, sich in der direkten Auseinandersetzung mit Trump nicht auf dessen unsägliches Niveau zu begeben. Biden ist bekannt dafür, dass er leicht in Rage gerät, wenn jemand seine Integrität und seine Familie angreift. Das weiß Donald Trump, darauf wird er setzen, um den einstigen Vize-Präsidenten aus seiner Deckung zu locken.

Joe Biden liegt in den Umfragen vorne. Die Fernsehdebatten sind daher um so wichtiger für Donald Trump, der schon seit Monaten den Demokraten nur als „Sleepy Joe“, als „Sozialisten“, als „fremdgesteuert“ darstellt. Trump liebt den Auftritt vor den Kameras, das Rampenlicht, die Energie im Raum. Das wird am Dienstag anders sein, denn ein Publikum wird es nicht geben. Eine der Fragen, die mit Sicherheit kommen wird, ist die, ob Trump im Falle einer Niederlage diese eingestehen und anschließend eine friedliche Übergabe der Regierungsgeschäfte an den Wahlsieger mittragen würde. Bislang weigert er sich dem zuzustimmen.

Erst am Freitag noch betonte er erneut auf einer Wahlkampfveranstaltung in Virginia, dass er nur verlieren könne, wenn die Demokraten die Wahl manipulieren würden. Und er werde nicht einer „transition“ zustimmen, wenn geschummelt wurde. Also ist klar, Trump wird den Wahlausgang nicht akzeptieren, wenn er denn am 3. November verlieren sollte. Offen ist die Frage, was dann passiert. Ob er schmollend die Gerichte anruft oder ob er seine Basis zum Widerstand auffordert. Auf jeden Fall werden die Vereinigten Staaten von Amerika bei einem Wahlsieg von Joe Biden in eine tiefe Krise gestürzt werden. Am 3. November, das steht fest, ist auch beim günstigsten Wahlausgang das Kapitel Donald Trump noch lange nicht zu Ende geschrieben.

 

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