Was ist Patriotismus in den USA?

Der neue Patriotismus in den USA. Foto: Reuters.

Wir Deutschen tun uns nicht leicht mit dem Patriotismus. Ich kenne stolze Franken und Berliner und auch viele stolze Europäer. In meinem eigentlich ziemlich großen Bekanntenkreis fällt mir niemand ein, der mir schon mal gesagt hat: Ich bin stolz ein Deutscher zu sein. Als ich vor ein paar Jahren die Textzeile „Deutscher sei stolz“ im Lied „Steine sind Steine“ von And One hörte, dachte ich mir, „wow, das ist gewagt!“. weiter lesen

Werft den Purschen zu Poden!

King Donald ist mal wieder morgens aufgewacht und hat sich über einen US Senator aufgeregt. Bob Corker steht derzeit ganz oben auf der „Shitliste“ des Präsidenten. Trump tweetete, der „winzige“ Senator aus Tennessee sei „unfähig“, ein „Leichtgewicht“, nur „negativ“ eingestellt, eine „Lachnummer“, die noch nicht mal „als Hundefänger in seinem Heimatstaat Tennessee gewählt“ werden würde. weiter lesen

Beim Essen ist man sich einig

Hungeropfer im Jemen. Foto: Reuters.

Gestern am späten Abend flippte ich so durch die Fernsehkanäle. Krimis, bescheuerte Reality TV Shows, fremdsprachige Gameshows, C-Movies und zig Verkaufskanäle. auf denen alles von potthässlichen Nachthemden bis zu Münzen und Fitnessgeräten angeboten wurde. Im hinteren Bereich, auf Kanal 112, stieß ich auf C-SPAN2, einem Sender, der Parlamentssitzungen, Reden und Veranstaltungen von öffentlichem Interesse kommentarlos überträgt. So gegen 23 Uhr wurde die Aufzeichnung einer Anhörung des Auswärtigen Ausschusses im US Senat (Senate Foreign Relations Committee) vom gleichen Tag ausgestrahlt. Und die hatte es in sich. weiter lesen

Was dieses Land großartig macht

Puerto Rico, Florida und Texas wurden hart von Hurricanes getroffen und hier in Kalifornien lodern Dutzende von Bränden. Nur etwa 80 Kilometer von mir entfernt wälzen sich die Flammen durch das Wine Country von Sonoma und Napa. Der Rauch hat sich wie eine Nebeldecke über die Bay Area gelegt. Ich spreche mit Freunden und Bekannten in Sonoma, bekomme aus der Nähe mit, was passiert und bin dennoch auch beeindruckt von allem. weiter lesen

„The day the music died“

So genau, kann man den Tag wohl nicht festlegen. Auch nicht, ob er in der Vergangenheit, der Gegenwart oder Zukunft liegt. Aber irgendetwas hat sich verändert im Musikgeschäft. Ich klinge da wohl nostalgisch, zeige mein Alter, wenn ich davon spreche, wie ich als Jugendlicher durch die Nürnberger Innenstadt von einem Plattenladen zum nächsten lief, auf der Suche nach Schallplatten und nach den besten Preisen dafür. Adler, Montanus, Phonac, Musik Shop, Francoise, Goofy. Bei Hertie kaufte ich meine erste LP. All die Läden gibt es schon lange nicht mehr.

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Ist „Hate Speech“ Meinungsfreiheit?

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Protest in Berkeley. Foto: Reuters.

In Berkeley, dem Geburtsort der „Free Speech“ Bewegung provozieren immer wieder Rechtspopulisten. Zuletzt Milo Yiannopoulos, der mit einer angekündigtigen viertägigen Veranstaltung die freie Meinungsäußerung testen wollte. Damit, so Milo, sollten die Linken im Land vorgeführt werden, denn sie würden sicherlich Grenzen ziehen, bei dem, was er zu sagen hat. Es kam, wie es kommen musste, lautstarke Proteste, Hunderte von Polizisten, Absperrungen und keine Rede von Milo Yiannopoulos. Der ließ sich vielmehr von seinen Fans und Trump-Jüngern mit „USA USA“ rufen feiern. Dazu der Audiobeitrag über eine Debatte, wie weit die in der amerikanischen Verfassung garantierte „Free Speech“ wirklich geht und gehen darf.

Ein kniender Protest!

Ein stiller Protest gegen Morde an Afro-Amerikanern wird von Präsident Trump zu einem Politikum. Foto: Reuters.

Vor jedem Punktspiel der amerikanischen Ligen wird die Nationalhymne gespielt. In der NFL und NBA, der MLB und NHL, vor NASCAR Rennen und sogar vor High School Spielen rivalisierender Football Teams. Das ist gewöhnungsbedürftig, gerade wenn man als „Ausländer“ in die USA kommt. Auch nach 21 Jahren in diesem Land und mit einem amerikanischen Pass habe ich mich noch nicht daran gewöhnt. Vor Nationalspielen macht es Sinn für mich, vor alltäglichen Punktspielen wirkt es eher befremdlich. weiter lesen

Was ist „Free Speech“?

In Berkeley wurde mal wieder protestiert.

Der Rechtsaußenprovokateur Milo Yiannopoulos kam nach Berkeley und die Wellen schlugen hoch. Angekündigt war eine mehrtätige Veranstaltung im Zeichen von „Free Speech“, aber irgendwie wollte das nicht so richtig klappen. Erst gab es ein Hin und Her darüber, ob es nun zu der Veranstaltung auf dem Campusgelände überhaupt kommen wird, dann erklärten geplante Redner, wie Ann Coulter und Steve Bannon, dass sie nicht nach Berkeley reisen werden und am Ende zog sich auch noch die Studentengruppe „Berkeley Patriot“ als Ausrichter zurück. weiter lesen

Das ewige Vietnam

Amerika im Krieg. Im Abendprogramm des öffentlichen Sender PBS läuft derzeit „The Vietnam War“. Eine 18stündige Dokumentation, an der der Filmemacher Ken Burns zehn Jahre lang arbeitete. Eine unglaubliche, umfangreiche Sammlung an Stimmen, Archivmaterial, Videos, Fotos, Geschichten. Es wird der Zusammenhang und das Gesamtbild eines Krieges erklärt und erzählt, wie es besser nicht sein könnte. Schockierende Bilder neben aufwühlenden Interviews. Auch 50 Jahre nach den Ereignissen in Südostasien bewegen die Bilder. weiter lesen

Es ist nicht alles Trump in den YOU-ESS-AI

Donald Trump hier, Donald Trump dort. Über die Sommermonate hatte ich für einen öffentlich-rechtlichen Sender die Korrespendentenstelle übernommen. Wochenlang hieß es nur Trump, Trump, Trump, Trump, Trump. Am Ende wusste ich schon gar nicht mehr, was ich noch über den 45. Präsidenten der USA sagen sollte. Ruhige Wochenenden gab es fast nie, denn im Weißen Haus hat man die Angewohnheit am Freitagnachmittag wichtige Personalentscheidungen zu treffen. weiter lesen