Es ist nicht alles Trump in den YOU-ESS-AI

Donald Trump hier, Donald Trump dort. Über die Sommermonate hatte ich für einen öffentlich-rechtlichen Sender die Korrespendentenstelle übernommen. Wochenlang hieß es nur Trump, Trump, Trump, Trump, Trump. Am Ende wusste ich schon gar nicht mehr, was ich noch über den 45. Präsidenten der USA sagen sollte. Ruhige Wochenenden gab es fast nie, denn im Weißen Haus hat man die Angewohnheit am Freitagnachmittag wichtige Personalentscheidungen zu treffen. weiter lesen

Die Geister, die man rief

Thomas J. Brennan war ein US Marine, Finbarr O’Reilly ein Fotograf für die Nachrichtenagentur Reuters. Sie trafen sich auf einem Außenposten des US Militärs irgendwo im Niemandsland von Helmand, Afghanistan. Ein ungleiches Paar, hier der Soldat, da der Fotograf. Der Krieg brachte sie zusammen. Anfangs war da Mißtrauen, doch das wich im Laufe der Zeit. Brennan und O’Reilly wurden Freunde.

Was sie vor allem jedoch verbindet ist das, was sie aus den Kriegseinsätzen mit zurück in ihr Leben brachten, was sie nicht mehr los läßt. Bilder des Schreckens, traumatische Erlebnisse, PTSD (Post Traumatic Stress Disorder) und im Fall von TJ Brennan eine Hirnverletzung nach einem Bombenanschlag. Beide Männer, nach außen hin die harten Kerle, mussten nach ihrer Rückkehr aus den Kampfgebieten ihr Leben neu ordnen und finden.

In dem gemeinsamen Buch „Shooting Ghosts“ beschreiben O’Reilly und Brennan ihren Kampf. Anfangs die Suche nach Antworten, ihr Unvermögen, das zu erkennen, was sie durch ihre Erfahrungen geprägt, was folgenreiche Spuren in ihrem Leben hinterlassen hat. Das Militär geht davon aus, dass die Soldaten zurück kommen und wer keine sichtbaren Verletzungen hat, soll sich zusammen reißen und weiter marschieren. Das ist das Credo der Marines. So beschrieb es schon General George S. Patton 1943: „It has come to my attention that a very small number of soldiers are going to the hospital on the pretext that they are nervously incapable of combat. Such men are cowards and bring discredit on the Army and disgrace to their comrades who they heartlessly leave to endure the danger of a battle which they themselves use the hospital as a means of escaping.“ Und was Patton vor über 70 Jahren sagte, hat heute noch immer seine Gültigkeit bei den Truppen. Viele Soldaten trauen sich nicht über das zu reden, was sie erlebt haben, anzusprechen, dass sie nach massiven Gehirnerschütterungen Probleme im Alltag haben, in ihrem Job, im Umgang mit anderen, mit ihren Familien. Wer Hilfe sucht, wird zu oft fallen gelassen, auch heute noch. „We support our troops“, dieser hehre, allgegenwärtige Spruch in den USA wird zum Hohn. Das erlebte TJ Brennan selbst.

Für Finbarr O’Reilly ist es nicht viel anders. Er kam „heil“ aus den Kriegen zurück, über die er berichtete, doch die Negative seiner Bilder brannten sich in sein Gedächtnis ein. Tod, Leid, Elend, Sinnlosigkeit, Todesangst, Hoffnungslosigkeit, wer all das erlebt und sieht und das immer und immer wieder, der kommt an seine eigenen Grenzen, überschreitet diese, wie es O’Reilly tat. Es ist dieses zurückkommen in den Alltag, die Sinnfrage, der Mangel an Worten, das zu beschreiben, was man gesehen, erlebt, erfahren hat. Die Einsamkeit des Helden.

Beide Männer erleben und durchleben Grenzerfahrungen und müssen mit den sinnlosen Kriegen unserer Gegenwart zurecht kommen. Sie schaffen es, finden einen Weg, auch gemeinsam in diesem Buch. Und doch da gibt es kein Ende, sie sind gezeichnet für ihr Leben. Andere kämpfen weiter, irren durch ihren Alltag. Soldaten und Journalisten gleichermaßen.

„Shooting Ghosts“ ist ein mutiges und trauriges Buch. Es beschreibt Männer, die als Krieger ausgebildet werden, Soldaten, die in Extremsituationen einen klaren Kopf behalten, wenn es sein muss töten können. Journalisten, die an vorderster Front über genau das berichten, ihre Bilder und Reportagen werden mit Preisen gefeiert. Auch sie gelten als die harten Kerle, die keiner Gefahr aus dem Weg gehen. Dieses Buch zeigt jedoch auch die Verletzlichkeit genau dieser Männer, die eigentlich keine Schwäche zeigen dürfen. Das macht „Shooting Ghosts“ zu einem mutigen und sehr lesenswerten Bericht.

Doch die Schattenseite ist die, dass wir alle mit den Kriegen in dieser Welt leben, zu leben gelernt haben. Soldaten werden in die Schlachten geschickt, die nicht zu gewinnen sind. Journalisten versuchen in all diesem Irrsinn Sinn zu finden. Der Preis dafür sind Generationen an jungen Männern und Frauen, gezeichnet fürs Leben, in Gesellschaften, die nicht bereit sind, denen zu helfen, die sie in den Alptraum Krieg geschickt haben.

„Shooting Ghosts“, Thomas J. Brennan, Finbarr O’Reilly, Viking.

Der Anfang vom Ende der Simpsons?

Alf Clausen, der Komponist der weltbekannten TV-Serie „The Simpsons“ wurde nach 27 Jahren entlassen.

      Alf Clausen

Nach 27 Jahren kam das Ende für den Komponisten der Simpsons. Alf Clausen erhielt einen Anruf vom Produzenten der Serie, Richard Sakai, der ihm mitteilte, man wolle in Zukunft „einen anderen Weg gehen“. Seit 28 Jahren schon laufen Homer, Marge, Lisa, Bart und Maggie im Abendprogramm von FOX und sind damit die am längsten laufende Serie überhaupt geworden. Clausen war seit 27 Jahren dabei. Mit einem 35 Musiker umfassenden Orchester gab er den perfekten musikalischen Rahmen für das Leben in Springfield und darüberhinaus. Und das wurde wohl nun zu teuer. Ein anderer Weg kann nur bedeuten, dass bei den Simpsons der Rotstift angesetzt werden soll. Statt eines Orchesters soll nun wohl der Sound aus der Büchse kommen. Ist das der Anfang vom Ende der Simpsons?

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal die Gelegenheit, Alf Clausen in seinem Studio in Los Angeles zu besuchen, bei der Arbeit zu beobachten und ihn anschließend zu interviewen. Er zeigte mir die Sprecherkabinen der bekannten Simpsonsstimmen, das Produktionsstudio, nahm sich viel Zeit für das Gespräch. Der heute 76jährige Alf Clausen hat neben seiner Arbeit für die Simpsons etliche Spielfilme und weitere Serien, darunter die Abenteuer des Außerirdischen Alf, vertont. Und Clausen hat auch noch so einige Jazz CDs mit bekannten Jazz Musikern aus Los Angeles veröffentlicht. Sehr zu empfehlen sind auch die Soundtrack-CDs der Simpsons selbst, die die ganze Kreativität und das Können dieses Ausnahme Komponisten belegen. Für seine Arbeit wurde Alf Clausen mehrmals ausgezeichnet, darunter auch mit zwei Emmy Awards.

Kalifornien ist die Nummer 1

Amerika hat ein rechtes Problem. Foto: Reuters.

In den USA wird gerade eine breite gesellschaftliche Debatte geführt. Über die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft. Über Geschichte, den Umgang damit und für was die USA stehen und stehen sollten. Die gewaltsamen Ausschreitungen in Charlottesville haben diese Diskussion, die schon seit Jahren still vor sich hin simmert nun zum Kochen gebracht. Die mehr als fragwürdigen Auftritte von Präsident Donald Trump seither haben all das nur noch befeuert.

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Trump von Gott gesandt

      Die Entwicklung des Fundamentalismus in den USA

Im Wahlkampf stellte sich die religiöse Rechte in den USA schon früh hinter den Kandidaten Donald Trump. Gescheiterte Ehen, ein ausuferndes Leben, in der Vergangenheit Demokrat, der jahrelang eigentlich gegen alles war, für was die fundamentalistischen Christen stehen, Hetze gegen Migranten, „Pussy grabbing“, all das schien die Gläubigen nicht zu stören. Trump, so die einhellige Meinung im „Bible Belt“ der USA, war von Gott gesandt, ein starker Führer, der Amerika aus der Sinn- und Moralkrise führen werde. Darüber geht auch das obige Feature vom vergangenen Juli, ausgestrahlt auf Deutschlandfunk Kultur.

Nun hat Präsident Trump seine erste diplomatische Krise auf dem Schreibtisch, oder genauer gesagt, auf seinem Golfplatz in New Jersey, wo er gerade seinen „Arbeitsurlaub“ verbringt. Von dort antwortet er den nordkoreanischen Drohgebärden mit einer flammigen Rede. „Feuer, Wut und Macht“ werde die passende Reaktion darauf sein, wenn Pjöngjang nicht mit den Drohungen gegen die USA aufhöre. Soviel dazu, wenn zwei Herren mit sehr eigenwilliger Haarfrisur das Nuklear-Roulette spielen.

Trump kann sich aber sicher sein, dass auch weiterhin die christliche Rechte im Land zu ihm steht. Robert Jeffress, der als Pastor in Texas einer Mega-Church vorsteht, erklärte nun, Trump habe die moralische Autorität, um Kim Jong Un auszuschalten. „Wenn es darum geht, wie wir mit Bösewichten umgehen sollten, dann sagt uns das die Bibel ganz klar: Gott hat Führern die notwendige Gewalt erteilt  – Krieg einbezogen – um Böses zu stoppen. Im Fall Nordkorea hat Gott Trump die Autorität erteilt Kim Jong Un zu beseitigen.“ Jeffress hatte auch am Morgen von Trumps Vereidigung das Gebet gehalten. Er ist bekannt für deutliche Worte. Barack Obama habe den Weg des Antichristen bereitet und im Präsidentschaftswahlkampf 2012 erklärte er, die Mormonen seien ein religiöser Kult. Die abhlehnende Haltung führte wohl auch dazu, dass Mitt Romney am Ende keine Chance hatte.

Damit wird Donald Trump zum Gotteskrieger gemacht. Das wird ihm gefallen, denn alles, was er durchsetzen will, sei es innenpolitisch oder auch nun außenpolitisch, kann er mit den Texten der Bibel belegen (lassen). Schon jetzt, nur wenige Monate nach seinem Einzug ins Weiße Haus, sieht er sich als einen der größten amerikanischen Präsidenten überhaupt. Seine Adminstration sei die erfolgreichste aller Zeiten, das ist eine Standardaussage von ihm auf Twitter, die er nur allzugerne wiederholt. Trump ist von Gott gesandt, jeder der das anzweifelt ist damit einen Pakt mit dem Teufel eingegangen.

 

 

„Hell Yeah“ – KMFDM sind zurück

Es wurde auch langsam Zeit! Im November wurde Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt und nun endlich ist es so weit. Gespannt wie ein Flitzebogen habe ich auf die neue KMFDM Platte gewartet. Darauf, wie Sascha Konietzko auf die politische Lage in seiner zeitweiligen Wahlheimat reagieren wird. Der Hamburger legt mit „Hell Yeah“ nun das 20. Studioalbum der Band vor.

Es ist erneut ein brachiales Industrial-Metal Werk, ohne Raum für Kompromisse zu lassen. Die zum Teil hochpolitischen Texte machen deutlich, dass hier ein Angriff auf all das kommt, für was Amerika in diesen Tagen steht: Fake News, Gelaber, Geschichtsverfälschung, eine Verletzung der Grundwerte und Grundrechte. Unterlegt ist das lautstark, mit harten Gitarrenriffs, viel Elektronik und einem typisch-mitreißenden KMFDM Beat. Hier spielt eine Band, die nicht Schönwetter macht, vielmehr den Alltag in seiner ganzen Brutalität widerspiegelt.

KMFDM sind bekannt dafür, das auszusprechen, oder besser hinauszuschreien, was andere nur denken. Als Präsident George W. Bush ins Kriegshorn gegen Afghanistan und Irak blies und viele Künstler aus Angst vor Repressalien still blieben, antwortete Konietzko unmissverständlich mit „WWIII“, ein hochpolitisches, ein mehr als wichtiges Album in der Bandgeschichte. Damals lebte er noch in Seattle, eine Stadt, die ihn und die Band prägte. KMFDM heute sind vor allem das Duo Sascha Konietzko und Lucia Cifarelli, nicht nur musikalisch sind sie ein Paar. Und diese künstlerische Nähe spürt man. Es ist eine Ergänzung durch und durch.

KMFDM wurden 1984 am Rande einer Kunstausstellung gegründet. Seitdem brettert Sascha Konietzko unaufhaltsam voran: „KMFDM never stops“ heisst es in einem Lied. Die Band ist international eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Acts. Auch wenn man im eigenen Land den Einfluss von KMFDM nicht erkennt und zu schätzen weiß, viele Bands in den härteren Genres sehen die Gruppe als wichtigen Meilenstein im Musikzirkus. In den USA haben sie Kultstatus, das wird man bald wieder auf der kommenden Tour durch die (Nicht)Vereinigten Trumpschen Staaten erleben können. „Hell Yeah, se Tschörmans are coming!“

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Ein historischer Blick auf die Schweiz Afrikas

„Unvorbereitet, naiv und lebensfreudig hatte ich mich in mein Aufgabengebiet an der erst kurz zuvor eröffneten deutschen Botschaft in Kigali gestürzt und in dieser Zeit das Land als ein aufregendes und unterhaltsames Berufsabenteuer betrachtet„, schreibt Hans-Ulrich Duwendag in seinen Schlussgedanken im jüngst erschienenen Buch „Tarzan, ein Missionar und zwölf Askaris“. Duwendag war von 1966 bis 1972 für das Auswärtige Amt in Ruanda eingesetzt. Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal über ihn in der Nürnberger Zeitung berichtet, denn der heute 73jährige war in Ruand auch für die Auszahlungen des sogenannten „Ehrensolds“ an die letzten lebenden Askaris, die einstigen ruandischen Soldaten im kaiserlichen Heer, verantwortlich. Hans-Ulrich Duwendag machte damals seltene Fotos und Filmaufnahmen von seinen Treffen, die heute durchauss als historische Dokumente betrachtet werden können.

Nun hat er im agenda Verlag seine Erinnerungen an diese Jahre vorgelegt. Persönlich gehalten und doch äußerst wertvoll. Denn hier beschreibt ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, der nicht in der ersten diplomatischen Reihe stand, das Leben in einem unbekannten Land. Alle drei bis vier Jahre werden die entsandten AA-Mitarbeiter um die Welt geschicht. Es ist eine Bereicherung und eine Last zu gleich, wie das in den Erinnerungen Duwendags auch deutlich wird. Hier hat er seine Liebe zu Afrika entdeckt und doch sind da auch die Entbehrungen, die Schwierigkeiten, die Unanehmlichkeiten in einem Entwicklungsland, gerade in 1960er Jahren.

Hans-Ulrich Duwendags Buch ist jedoch mehr als ein persönlicher Erinnerungsband. In „Tarzan, ein Missionar und zwölf Askaris“ veröffentlicht er auch die Erinnerungen von Bruder Privatus von den Weißen Vätern, aufgezeichnet in einem Tonbandgespräch eines Mitbruders in den 1960er Jahren. Ein deutscher Missionar, der Ruanda in jahrezehntelanger Arbeit mitaufgebaut hat. Viele der Kirchen, Krankenhäuser, Schulen und Gesundheitsstationen im heutigen Ruanda wurden von den Weißen Vätern und Bruder Privatus errichtet. Angereichert sind die Erzählungen und Erinnerungen von Duwendag und dem Missonar durch viele Bilder aus dem privaten Archiv des Autoren und dem Archiv der Missionare. Fast alle davon wurden hier zum ersten Mal überhaupt veröffentlicht. Allein durch die vielen Fotos erhält dieses Werk einen besonderen Wert.

Nürnberg hat eine direkte und besondere Verbindung zu Ruanda und der kurzen Kolonialgeschichte des deutschen Reiches auf dem afrikanischen Kontinent. Auf dem Johannisfriedhof, unweit des Grabes von Nürnbergs bekanntestem Sohn Albrecht Dürer entfernt, findet man die letzte Ruhestätte von Richard Kandt, dem ersten kaiserlichen Residenten in Ruanda und dem Begründer der Hauptstadt Kigali. Bruder Privatus lernte Kandt nicht mehr persönlich kennen, denn bei seiner Ankunft 1914 war der kaiserliche Resident gerade auf Heimaturlaub. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges überraschte Kandt und verhinderte eine Rückkehr nach Ruanda.

Wer Interesse an Ruanda, an Afrika, an Geschichte, an Reisen und Leben vor dem Internetzeitalter hat, dem sei dieses Buch mit in den Lesesessel gegeben. „Tarzan, ein Missionar und zwölf Askaris“ ist im agenda Verlag für 17,90 Euro erschienen.

 

Oakland hat mehr Morde als Bayern

Die gute Nachricht zuerst, die Mordrate ist in Oakland gesunken. Letztes Jahr lag sie zu diesem Zeitpunkt bei 38, ein Jahr zuvor bei 45. 2017 gab es bislang „lediglich“ 36 Morde zu verzeichnen. Doch dieses lediglich ist auch schon die schlechte Nachricht, es sind 36 zu viel Menschen ermordet worden. Zum Vergleich, in ganz Bayern wurden 2016 38 Menschen ermordet. In Oakland leben 420.000 Menschen, in Bayern 12,5 Millionen.

Was hier in Oakland passiert ist keine Ausnahme. Oakland ist nicht gefährlicher oder sicherer als andere Großstädte in den USA. Die Gewalt konzentriert sich meist auf ein paar Brennpunkte in ein paar Stadtteilen. Wenn man da nicht wohnt und nicht hingeht, lebt man ganz gut in dieser Stadt, die derzeit boomt. Es gibt eine faszinierende und lebendige Kunst- und Kulturszene, neue Restaurants, Kneipen und Cafés werden eröffnet, Oakland hat viel zu bieten, „The Town“ tritt endlich aus dem Schatten von „The City“ heraus.

Hier hat man jedoch mit der Gewalt zu leben gelernt. Sie ist da, das weiß hier jeder. Man stellt sich darauf ein und sagt sich selbst, das ist weit weg, auch wenn es Luftlinie nur wenige Kilometer sind. Was hier passiert wird deutlich in dem Polizeibericht, der heute früh per Email kam. Darin werden jene Morde aufgelistet, die seit Ende März passiert sind und zu einer Verhaftung führten. Die Aufklärungsrate ist, auch im Vergleich zu Bayern, mehr als gering.

On March 21, 2017, 2:45 p.m., the Oakland Police Department responded to reports of an unresponsive man in the street in the 400 block of 13th Street. Officers located, 53-year-old Kenneth Cannon. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries a few days later. On July 6, 2017, the Oakland Police Department arrested the 36-year-old homicide suspect, Bryant Clofer of Oakland and was charged by the Alameda County District Attorney’s Office on July 10th with the murder of Cannon.

On March 29, 2017, at 10:22 p.m. the Oakland Police Department responded to the 9500 block of MacArthur Blvd on reports of a gunshots. Responding officers located a 17-year-old-male suffering from a gunshot wound. Emergency medical services on scene pronounced the victim deceased. On April 12, 2017, 18-year-old Olezja Booker of Oakland, was arrested and charged with manslaughter by the Alameda County District Attorney’s Office on July 14th.

On April 9, 2017, at 5:44 p.m., the Oakland Police Department was notified of a possible gunshot victim at a residence in the 1000 block of 66th Avenue. Responding officers located a 41-year-old male victim, Dennis James of Oakland, who was suffering from a gunshot wound. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries a few days later. On May 18, 2017, the Oakland Police Department arrested the 22-yeard-old homicide suspect, Alonte Hilliard of Oakland was charged by the Alameda County District Attorney’s Office with the murder of James on May 22nd.

On April 12, 2017, the Oakland Police Department responded to a report of gunshots inside an apartment building in the 800 block of E18th. Responding Officers located the 17-year-old victim suffering from a single gunshot. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries. Officers arrested 18-year-old Marco Palma-Cruz, of Oakland at the scene. He was charged with manslaughter by the Alameda County District Attorney’s Office on April 14th.

On April 30, 2017, at 10:26 p.m., the Oakland Police Department was notified of a gunshot victim in the parking lot of a business in the 4000 block of Alameda Avenue. Oakland police officers responded to the scene and located 22-year-old, Robert McCorvey, suffering from a gunshot wound. Emergency medical services on scene pronounced the victim deceased. On May 4, 2017, the Oakland Police Department located and arrested the 20-year-old suspect, Donald Aaron and was charged by the Alameda County District Attorney’s Office on May 17 with the murder of McCorvey.

On May 2, 2017, the Oakland Police Department responded to a call of an assault inside the market at 2520 Foothill Blvd, where they located 68-yeear-old Winifred Bicham unresponsive. Emergency medical services transported the victim to a local hospital where she succumbed to her injuries. Officers located and arrested 36-year-old Roy Johnson, of Oakland, later that same day and charged with manslaughter by the Alameda County District Attorney’s Office on May 4th.

On May 8, 2017, the Oakland Police Department responded to a call of stabbing in the 4500 block of San Leandro St. Responding Officers located 37-year-old Demrick Beene suffering from several stab wounds. Emergency medical services transported the victim to a local hospital where he later succumbed to his injuries. Officers located and arrested 51-year-old Stephen Brooks, of Oakland, late that same day for the stabbing. Brooks was charged by the Alameda County District Attorney’s Office on May 10th with the murder of Beene.

On May 17, 2017, at 8:27 p.m., Oakland police officers responded to a report of an assault in the 2700 block of 64th Avenue. Responding officers located 48-year-old Trevino Thomas, who was unresponsive. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries. On May 20, 2017, Trevaughn Soriano, 25, of Concord, surrendered at the OPD Police Administration Building. On May 23, 2017, Soriano was charged by the Alameda County District Attorney’s Office with the murder of Thomas.

On May 23, 2017, at 12:10 a.m., Oakland Police Officers were dispatched to the 2100 block of Fruitvale Avenue on a report of shots fired. Upon their arrival, officers were directed to the 45-year-old male victim, Godofredo Nah-Pool of Oakland, who was suffering from a gunshot wound. Emergency medical services transported the victim to a local hospital, where he succumbed to his injuries. The suspect was identified as 25-year-old Dawuan Budd of Oakland, who was located near the scene and taken into custody by Oakland Officers. On May 24, 2017, the Alameda County District Attorney’s Office charged Budd with the robbery and homicide of Nah-Pool.

On June 4, 2017, at 3:20 a.m., Oakland Police Officers responded to a report of a shooting in the 1600 block of Linden Street. Responding officers located the victim, 32-year-old Andrew Williams of San Pablo, who was pronounced deceased on scene. On June 8, 2017, 31-year-old Artison Manalastas of Antioch, was located and taken into custody by the Oakland Police Department. The Alameda County District Attorney’s Office charged Manalastas with the murder of Williams on June 12.

On June 11, 2017, at 5:44 p.m., the Oakland Police Department responded to a report of two gunshot victims in the 9500 block of Birch Street. Responding officers located 27-year-old Jose Gameros-Alvarado and 32-year-old Pedro Gonzalez, both suffering from gunshot wounds. The victims succumbed to their injuries at the scene. On July 12, 2017, 37-year-old Antonio Belvine was arrested and charged with murder of Gameros-Alvarado and Gonzalez on July 14 by the Alameda County District Attorney’s Office.

On June 16, 2017, the Oakland Police Department responded to a report of an assault in the 7700 block of MacArthur Boulevard. Responding Officers located the victim, 39-year-old Alexander Hayes. Emergency medical services transported the victim to a local hospital where, he succumbed to his injuries. Multiple witnesses identified the suspect as 43-year-old Antwan Robinson, of Oakland, who remained at the scene and was arrested. On June 19, 2017, the Alameda County District Attorney’s Office charged Robinson with the murder of Hayes.

On July 22, 2017, at 11:30 a.m. Oakland police officers responded to a report of gunshot victim in the 2700 block of 75th Avenue. Responding officers located 51-year-old Edgar Trammel suffering from gunshot wound(s). Emergency medical services transported the victim to a local hospital where he succumbed to his injuries. The suspect was identified as 50-year-old William Bernard Epting, who was apprehended the same day. On July 25, 2017, Epting was charged by the Alameda County District Attorney’s Office with the murder of Trammel.

Trump kramt den Laden um

Beste Freunde auf Zeit – Donald Trump und Reince Priebus. Foto: Reuters.

Zuerst kam die Twitter Nachricht von Präsident Donald Trump, dass fortan der Minister für Innere Sicherheit, John Kelly, der neue Stabschef im Weißen Haus werden wird. Er nannte Kelly einen “großartigen Amerikaner und Führer”, der einen “spektakulären Job’ in seinem Ministerium geleistet habe und ein “wahrhaftiger Star” dieser Administration sei. Danach kam erst das Tweet zum Aus für den bisherigen Stabschef Reince Priebus: “Ich möchte mich bei Reince Priebus für seinen Dienst und seinen Einsatz für sein Land bedanken. Wir haben zusammen viel erreicht und ich bin stolz auf ihn”. Kurz, knapp, knackig und dennoch vielsagend.

Priebus war schon seit langem angeschlagen, umstritten in seiner Rolle. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Tochter Ivanka und weitere Vertraute von Trump kamen mit ihm nicht aus und beschwerten sich regelmäßig beim Präsidenten über ihn. Zwar unterstützte Priebus schon früh im Wahlkampf Donald Trump, der davon überzeugt war, mit dem früheren Vorsitzenden der Republikanischen Partei den richtigen Mann fürs Weiße Haus zu gewinnen. Priebus sollte seine guten Kontakte zum Kongress nutzen, um die politischen Ziele des Präsidenten zu erreichen. Doch das zahlte sich nicht aus, die verlorene Obamacare-Abstimmung war wohl der ausschlaggebende Punkt für Trump. Reince Priebus ist damit der am schnellsten geschasste Stabschef in der amerikanischen Geschichte.

Donald Trump umgibt sich immer mehr mit Vertrauten aus New York, wie die Wahl seines Kommunikationschefs Anthony Scaramucci zeigt, und mit Vertretern des Militärs, die er gerne “Seine Generale” nennt. Ob allerdings der frühere 4 Sterne General John Kelly der richtige Mann für den Job des Stabschefs sein wird, bezweifeln viele in Washington. Kelly ist Soldat durch und durch, der die militärische Struktur lebt. Das Weiße Haus unter Trump hingegen scheint unkontrollierbar zu sein. Reince Priebus beschwerte sich immer wieder darüber, dass er die Kontrolle über den täglichen Ablauf nicht habe. Die untergräbt regelmäßig Donald Trump selbst, in dem er Entscheidungen über Twitter verbreitet, die seine engsten Mitarbeiter kalt und unvorbereitet treffen. Eine der großen Aufgaben von General John Kelly wird daher nun sein, Trumps Tweets besser zu kontrollieren. Und das scheint ein unmögliches Unterfangen zu sein.

Wäre wirklich alles besser?

Gestern kramte ich hier durch meine Plattensammlung und legte alte Scheiben auf. Vinyl wohlgemerkt, es kratzte und knisterte, einiges hörte ich bis zum Schluß und war begeistert über so manche vergessene Perle, anderes wurde gleich wieder vom Plattenteller genommen: wie konnte ich das nur früher hören? In so einem Plattenschrank findet man viele schöne, traurige, nachhaltige Erinnerungen und auch Jugendsünden, aber die behalte ich für mich.

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Auf einer Herman van Veen LP war das Stück „Wenn’s nun anders ausgegangen wär'“, ein zärtlicher Song mit einer offenen Frage. In dem Lied fragt der holländische Liedermacher, was geworden wäre, wenn Hitler seinen Kampf gewonnen, das Dritte Reich erfolgreich aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen wäre. Eine Frage, die sich sicherlich viele schon gestellt haben. Wie sehe Deutschland, Europa, die Welt aus, was hätte das mit unserem Leben gemacht, wenn der Gang der Geschicht anders verlaufen wäre.

Im Rückblick gibt es in jedem Leben solche Kreuzungen, an denen man sich entscheiden muss oder an denen man in eine Richtung gedrängt wird oder an denen von außen Entscheidungen gefällt werden, die Konsequenzen nach sich ziehen. Hier in den USA, vor allem in der liberalen San Francisco Bay Area, redet man darüber, was denn nun wäre, wenn Hillary Clinton die Wahl gewonnen hätte. Und das gleich und deutlich gesagt, ich vergleiche weder die Situation noch bestimmte Personen hier mit jenen von damals.

Wäre Präsidentin Hillary Clinton besser für Amerika? Foto: Reuters.

Aber die Frage muss erlaubt sein, was denn nun wäre, wenn Hillary Clinton im Oval Office sitzen würde? Wäre Amerika geeinter, weltoffener, die Welt sicherer? Nach einem halben Jahr Trump-Administration, nach einem halben Jahr Politik aus dem Weißen Haus, der ich so gar nichts abgewinnen kann, spiele ich mit dem Gedanken. Ich glaube allerdings, viel wäre nicht anders. Hillary Clinton ist genausowenig wie Donald Trump ein „Uniter“. Das liegt allein schon an ihrer Person, wie es im Wahlkampf zu beobachten war. Clinton ist das rote Tuch für die Republikaner. Viele der Stimmen für Trump waren keine Stimmen für den selbstverliebten Milliardär und seine vagen politischen Vorstellungen. Vielmehr wurde Trump auch gewählt, weil viele Wähler ihn als das kleinere Übel zu Hillary Clinton, ihrem Machtapparat und ihren Leichen im Keller sahen. Bei Hillary wusste man, was kommen wird, eine gelähmte Regierung, die sich mehr mit sich selbst beschäftigen würde.

Das klingt bekannt, das erleben wir derzeit auch mit Donald Trump. Doch davon war nicht auszugehen, zumindest nicht für seine Anhänger, die die Warnzeichen nicht erkennen wollten, in ihm vielmehr einen Außenseiter sahen, eine erfolgreichen Geschäftsmann, der in Washington aufräumen wollte. Mit „Make America Great Again“ und „You’re fired“ malten sie sich ein buntes Bildchen der Hoffnung in ihr wenige Seiten umfassendes Malbuch. Doch so funktioniert Politik nicht.

Hillary im Weißen Haus hätte sicherlich ganz andere Schwerpunkte gesetzt. Doch sie wäre politisch gelähmt gewesen, hätte genausowenig wie Barack Obama frei regieren, ihre Politik umsetzen können. Viel Erfolg in Washington hätte sie nicht gehabt, das zeigen die Obama Jahre, in denen viel, fast alles von der republikanischen Opposition ausgebremst wurde, was er umsetzen wollte. Am Ende sogar die Neubesetzung eines Verfassungsrichters. Ob Clinton ihre Kandidaten durchgebracht hätte ist mit den Mehrheitsverhältnissen in Washington daher fraglich. Die Stelle durfte gleich Donald Trump besetzen und hat damit seinen Anker bis mindestens ins Jahr 2040 geworfen.

Hillary im Oval Office wäre also nur etwas für das Wohlbefinden ihrer Unterstützer, erreicht hätte sie nicht viel. Politisch wäre sie chancenlos geblieben. Für Amerika war, ist und wäre Hillary Clinton die falsche Präsidentin. Wenn’s nun anders ausgegangen wär’…eines ist allerdings sicher, der politische Diskurs würde sich nicht mehr in nur 140 Zeichen ausdrücken. Das für sich, wäre schon ein Gewinn in diesen Tagen und es hätte Donald Trump eine empfindliche und für ihn schmerzliche Niederlage gebracht. weiter lesen