Musik für den Herbst

Hier in Oakland ist heute Herbstwetter. Gestern war es noch sonnig und warm, heute hängen dicke Nebelschwaden zwischen den Wipfeln der Eukalyptus und Redwoods. Leicht wiegen sich die Kronen im Wind, die Luft ist feucht. Am Morgen ist noch alles ruhig, die Nebeldecke schluckt den Lärm des Alltags. Beim Morgenkaffee höre ich die neueste Platte der in Freiburg lebenden Patty Moon. Das ist nicht ihr richtiger Name, aber das spielt hier keine Rolle. weiter lesen

Die unendlichen Weiten von Brain

Es gibt diese visionären Plattenmacher und einzigartigen Labels, die einfach am Puls der Zeit sind. Auch wenn das erst viel später erkannt und wertgeschätzt wird. Günter Körber und Bruno Wendel waren solche Macher, Brain Records das Label dazu. Sie setzten Maßstäbe und veröffentlichten diesen weiten, offenen und international beachteten Sound, der als „Krautrock“ weltweit Erfolge feiern konnte. Was zwischen 1972 und 1979 auf Brain Records passierte, ist nun in einer umfassenden und beeindruckenden 8 CD Box zusammen gefasst worden: „Brain – Cerebral Sounds of Brain Records„. weiter lesen

Eine musikalische Spurensuche

      Kulturelle Spurensuche

Amerika, der „Melting Pot“ der Kulturen und Sprachen. Ich muss mir nur die Nachbarn auf meiner Straße ansehen, Menschen aus aller Welt und mit verschiedenster Herkunft. Das macht dieses Land auch aus, denn jeder, der hierher kam, hat etwas mitgebracht, es eingebracht in eine Gesellschaft, die zwar von einigen heute gerne als „weiß“ gesehen wird, aber eigentlich ein farbenfrohes Bildnis des Miteinanders ist.

Immigranten haben immer ein stückweit ihrer Kultur mit in die neue Heimat gebracht, es eingefügt in dieses gesellschaftliche, lebendige und vielschichtige Puzzle und damit die Vereinigten Staaten von Amerika zu dem gemacht, was sie heute sind. Daran wird auch ein Präsident Donald Trump und sein rückwärts gewandter Ruf „Make America Great Again“ nichts ändern. Amerika heute ist ein reiches, ein großartiges Land, auch und vor allem Dank der Immigranten, die aus aller Welt hierher kamen und die USA auf ihre Weise mitprägten.

Dieses Feature zeigt die Bedeutung der Einwanderer aus den deutschsprachigen Ländern auf. Sie kamen aus Deutschland, aus Österreich, aus der Schweiz, um hier ganz neu anzufangen und dennoch haben sie in der „Neuen Welt“ ihre alte Heimat nicht vergessen. In Vereinen, Liederkränzen und auf Festen feierten sie ihre Wurzeln. Die Musik der Immigranten und die Lebensfreude, für die sie stand, wurde in den USA nur zu gerne angenommen und auf ihre Weise von anderen Bevöllkerungsgruppen aufgegriffen. Dieses Feature geht auf die Suche nach den musikalischen Spuren der deutschsprachigen Einwanderer.

Was dieses Land großartig macht

Puerto Rico, Florida und Texas wurden hart von Hurricanes getroffen und hier in Kalifornien lodern Dutzende von Bränden. Nur etwa 80 Kilometer von mir entfernt wälzen sich die Flammen durch das Wine Country von Sonoma und Napa. Der Rauch hat sich wie eine Nebeldecke über die Bay Area gelegt. Ich spreche mit Freunden und Bekannten in Sonoma, bekomme aus der Nähe mit, was passiert und bin dennoch auch beeindruckt von allem. weiter lesen

Trump und sein Weltrekord

Donald Trump scheint sehr beliebt zu sein, wenn man sich nur die Zahlen ansieht. Auf Facebook folgen ihm über 24 Millionen Menschen, auf seiner Lieblingsplattform Twitter sind es sogar weit über 40 Millionen „Followers“. Das ist Weltrekord, niemand sonst hat so eine große „Fangemeinde“. Vielleicht retweetet nun Donald Trump alleine durch diese Wortpaarung meinen Beitrag: Donald Trump – Weltrekord! weiter lesen

Ein Lied gegen das Unrecht

Woody Guthrie ist der wohl bekannteste und wichtigste Protestmusiker und -sänger des 20. Jahrhunderts. Foto: Public Domain.

Amerika durchlebt im Trumpschen Zeitalter ganz dunkle Tage. Der Kandidat und nun Präsident Donald Trump beschwört immer wieder die „guten alten Zeiten“, als Amerika noch als weißes Land, als führende Nation der Welt wahrgenommen wurde. Die Probleme von heute gab es nicht auf der „Main Street“, denn da waren Minderheiten, Andersdenkende und Andersfarbige nicht erlaubt. „God’s Country“ war christlich, patriotisch, einheitlich – so zumindest erscheint es im Rückblick des Donald. Wenn man ihm so zuhört, dann scheint Trump von den 1950er und frühen 1960er Jahren zu schwärmen, die heile Welt, in die er sich zurück sehnt, ohne dabei die Probleme jener Zeit wahrzunehmen. weiter lesen

Ein bisschen Deutsch auf NPR

Vor zwei Wochen kam die Mail aus dem Redaktionsraum von „Here and Now“, einer Sendung auf National Public Radio (NPR). Sie hätten Radio Goethe im Internet gefunden, mehrmals reingehört, für gut befunden und würden mich deshalb gerne für ihre DJ-Serie interviewen. Gerne doch, schrieb ich zurück. Letzte Woche fuhr ich rüber zum lokalen Sender KQED, vom dem eine Schaltung nach Boston gelegt wurde. Vorab hatte ich einige Songs an den Produzenten der Sendung überspielt, darunter auch ein Lied von den Nürnbergern Shiny Gnomes. „Heartmoon“, zwar schon etwas älter von der Platte „MC Creatrix“, aber für mich nach wie vor ein unglaublich gutes Stück, eines meiner Lieblingslieder.

Es entwickelte sich ein sehr angenehmes Gespräch mit Moderator Jeremy Hobson über die ausgewählten Lieder und über die deutsche Musikszene. Heute wurde der Beitrag, etwas gekürzt, aber mit den Einspielungen der Titel auf „Here and Now“ über NPR und NPR Berlin ausgestrahlt. Zu hören ist das ganze auch hier auf der Webseite von „Here and Now„.

„The day the music died“

So genau, kann man den Tag wohl nicht festlegen. Auch nicht, ob er in der Vergangenheit, der Gegenwart oder Zukunft liegt. Aber irgendetwas hat sich verändert im Musikgeschäft. Ich klinge da wohl nostalgisch, zeige mein Alter, wenn ich davon spreche, wie ich als Jugendlicher durch die Nürnberger Innenstadt von einem Plattenladen zum nächsten lief, auf der Suche nach Schallplatten und nach den besten Preisen dafür. Adler, Montanus, Phonac, Musik Shop, Francoise, Goofy. Bei Hertie kaufte ich meine erste LP. All die Läden gibt es schon lange nicht mehr.

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Noch mehr Knarren braucht das Land

Hotel-Kasino Mandalay Bay in Las Vegas. Foto: Reuters.

Es sollte ein friedliches Countrymusikfestival inmitten der Glanz- und Glitterstadt Las Vegas werden, aber es kam alles anders. 50 Menschen starben, mehrere Hundert wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Aus dem 32. Stock des gegenüberliegenden Mandalay Bay Kasinos ballerte der 64jährige Stephen Paddock wahllos auf die Konzertbesucher der Country-Veranstaltung. Der Todesschütze erschoss sich schließlich selbst, als die Polizei sein Hotelzimmer stürmte. weiter lesen

„Es gibt keine Mauern zwischen uns“

Eröffnung einer beeindruckenden Ausstellung.

Eigentlich sollte es „nur“ um Teotihuacan gehen. Die Ruinenstadt nordöstlich von Mexiko-City, Weltkulturerbe seit 1987, Anziehungspunkt für Millionen von Touristen. Die neue Ausstellung im de Young Museum in San Francisco ist eine faszinierende Kulturschau, mit weit über 200 Exponaten, die einen tiefen Einblick in die Geschichte des südlichen Nachbarlandes gewährt. weiter lesen