100 Tage Präsident Donald Trump

Viel wird derzeit über diese ersten 100 Tage der Trump Adminstration gesprochen. Keine Nachrichten-, keine Diskussionssendung vergeht, wo nicht über diesen künstlichen Zeitrahmen gesprochen wird. Trump selbst sagt von sich, er habe in dieser Zeit so viel erreicht wie noch kein Präsident vor ihm. Allerdings sieht die Realität anders aus. Donald Trump hat zumindest nicht das geschafft, was er großspurig in seinem „Contract with the American Voter“ angekündigt hatte. Sein „100-day action plan to Make America Great Again“ ist bislang alles andere als aktionsreich verlaufen. Trump tweetet und stellt sich wie eh und je selbst dar. Selbstverliebt und realitätsfern ging er durch die ersten 100 Tage „on the job“.

Nun haben die Produzenten der Simpsons ein passendes Bild des neuen Präsidenten gezeichnet. Anlass sind die ersten abgelaufenen 100 Tage von Donald Trump im Weißen Haus. Der Videoclip macht derzeit die Runde online. Interessanterweise werden die Simpsons auf FOX ausgestrahlt, dem Rupert Murdoch-Sender, zu dem auch FOXNews gehört, der (in)offizielle Propagandasender der Trump Administration.

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Jeder Penny zählt, koste es was es wolle!

Ich war beim Arzt. Nichts Ungewöhnliches, ich werde auch nicht jünger. Ein Spezialist puhlte da mit einer Nadel in meinem rechten Ellbogen rum und kratzte abgelagertes Calcium raus. Seitdem bekomme ich Rechnungen vom Arzt, der Praxis, in der der Arzt mich behandelte, vom Labor, vom Latexhandschuhlieferanten, von der Reinigungsfachkraft, die anschließend den sterilen Raum wieder flott machte. So ungefähr kommt mir die Flut an Rechnungen vor, die hier im Briefkasten liegen. Nicht alles wird von meiner Versicherung übernommen, anderes, sagt mir meine Versicherung, brauche ich auch nicht zahlen.

Nun kam ein Brief der Versicherung bei mir an, in dem es heißt, „California Sports and Orthopedic Insitute“ habe eine Rechnung über $0.03 eingereicht, also genau drei Cent. Die Versicherung schreibt dazu, man habe eine finanzielle Forderung von der Praxis erhalten – drei Cent – und darauf geantwortet, dass man für eine Begleichung des Betrags noch weitere Informationen benötige, u.a. eine genaue Auflistung der Behandlung. Als jemand, der schon ein paarmal bei Ärzten war, frage ich mich nun, was mit drei Cent bei einem Arzt und Spezialisten in Rechnung gestellt werden kann? Und nicht nur das, allein der Brief der Versicherung an mich, in dem mir lediglich mitgeteilt wird, dass man die drei Cent nicht einfach begleichen will, sondern erst noch weitere Informationen einholen muss, wurde mit 40 Cent frankiert.

Nun bin ich gespannt, wie diese kalifornische Krankenkassen-Posse weitergehen wird. Ob die Arztpraxis nun eine zufriedenstellende Auflistung der Serviceleistungen für drei Cent an die Versicherung weiterreichen, was darin enthalten sein wird und wer dann am Ende diesen Betrag von drei Cent übernehmen wird: die Arztpraxis, die Versicherung oder ich.

Meine Million Dollar Idee

Seit Monaten regnet es in Kalifornien. Ich arbeite von zu Hause, tagtäglich bin ich bei Wind und Wetter mit meinem Hund im Wald unterwegs und klettere über umgewehte Bäume. Käthe liebt das kühle, nasse Wetter, rast mit Begeisterung durch jede Pfütze und jedes Schlammloch, buddelt unaufhaltsam hinter Erdhörnchen und Maulwürfen hinterher. Danach sieht diese Schäferhund-Husky Mischung aus wie die letzte Sau. Der Kampf geht dann am Gartenschlauch los. Doch auch ich seh‘ nach diesen Schlammspaziergängen und Kraxeleien total verdreckt aus. Meine Carhartt Hose ziehe ich nur für den Wald an, nach mehreren Tagen sieht sie sehr „rustikal“ aus, so, als ob ich im Wald kräftig geholzt hätte. Hab‘ ich nicht, aber der „Look“ passt.

Nun weiß ich allerdings, wie ich mir den „American Dream“ erfüllen kann. Vom NZ Korrespondenten zum gutverdienenden Trendsetter in Sachen Mode, denn meine verschlammten Hosen könnte ich für viel Geld verkaufen. Kein Witz, denn genau das geschieht beim Modekaufhaus Nordstrom. Für 425 Dollar kann man sich da eine versaute Buxe kaufen, vorne dreckig, hinten dreckig, so, als ob da jemand einen Hang runter gerollt ist. Die „Barracuda Straight Leg Jeans“ gibt es leider nur in der Farbe Indigo. Das Angebot richtet sich an finanzstarke Käufer, die ihre Hosen nicht selbst dreckig machen wollen, aber den „Arbeislook“ lieben. Also, das kann ich auch liefern in Größe 34/32. Wer will, kriegt die Hose auch noch mit Hundefpfotenabdrücke und ein paar Hundehaaren dazu, das kostet allerdings 50 Dollar extra. Bestellungen nur per Vorauskasse. 50 Jahre nach dem „Summer of Love“ und kurz vor dem Jubiläum des Woodstock Festivals scheint der Schlammlook wieder „in“ zu sein.

Irgendwas stimmt mit ihm nicht

Ich ertappe mich jeden Morgen und auch tagsüber dabei, wie ich auf Twitter nach dem sehe, was Donald Trump wieder von sich gegeben hat. Und jedesmal bin ich erstaunt und perplex darüber, was der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika da so von sich läßt. Man muss sich nur die heutigen Tweet-Ergüsse ansehen, um sich zu fragen: was bitteschön reitet diesen Mann? Was er da Tag für Tag in Kurznachrichten kommentiert, wie er nachkeilt, beleidigt, Geschichte umschreibt, falsche Tatsachen verbreitet und schlichtweg in einer Ich-Welt lebt, ist für mich nicht mehr verständlich. Lange Zeit konnte ich noch den Unterhaltungsfaktor in der Trumpschen Welt erkennen, doch damit ist es schon lange vorbei. Trump ist zu einem politischen Alptraum geworden, aus dem man nur noch aufwachen möchte.

Donald Trump ist der gewählte Präsident der USA, daran führt kein Weg vorbei. Er hat die Wahl gewonnen, er wußte, wie er das katastrophale amerikanische Wahlsystem besser für sich nutzen kann. Doch anstatt mit dem Wahlsieg zu leben und nach vorne zu blicken, zu regieren und zumindest den Versuch zu unternehmen, das Land zu einen, spaltet er mehr, polarisiert und macht damit Amerika nur schwächer. In meinem Umfeld sind viele, die sagen, George W. Bush war wenigstens noch präsidial. Selbst das fehlt Donald Trump. Er poltert einfach weiter, so als ob noch immer mittendrin im Wahlkampf steckt. Ich frage mich, wohin der amerikanische Weg in diesen Tagen, Wochen und Monaten gehen wird?

 

 

 

 

Es wird knallen in Berkeley

„In Trump we trust“, heißt das jüngste Buch von Ann Coulter. Allein das ist eine Provokation in Berkeley, wo Donald Trump nur drei Pozent der Stimmen erhielt, weniger als die Kandidatin der Grünen, Jill Stein. Foto: Reuters.

Am kommenden Donnerstag hat sich die erzkonservative Provokateurin Ann Coulter angekündigt. Sie wurde von den „Berkeley College Republicans“ zu einem Vortrag eingeladen und nahm nur zu gerne an. Denn der Name Coulter steht für Kontroverse. Die Buchautorin und FOXNews Kommentatorin will auf dem Campus der UC Berkeley sprechen, nur einen Steinwurf vom „People’s Park“ entfernt, in dem in den 60er Jahren die „Free Speech“ Bewegung begann.

Proteste sind für Donnerstag schon vorprogrammiert. Die Leitung der Universität würde den Auftritt von Ann Coulter am liebsten absagen, doch das geht nicht so einfach. Auch die Aussicht auf gewaltsame Ausschreitungen, wie es sie zuletzt beim Auftritt des Breitbart Redakteurs Milo Yiannopoulos gab, helfen da nicht. Freie Meinungsäußerung wird von Seiten Coulters zu gerne getestet in der Absicht, dass es zu einer Absage oder zu Übergriffen kommt. Denn so erreicht sie nationale Aufmerksamkeit und kann die liberale Uni vorführen.

Auch Präsident Donald Trump ist die Eliteuni ein Dorn im Auge. Als es im Februar zu Unruhen auf dem Campus gegen den Auftritt von Yiannopoulos kam, die Uni-Leitung auf Anraten der Polizei die Veranstaltung ganz absagte, aber dennoch ein Schaden von weit über 100.000 Dollar entstand, drohte Trump ganz direkt via Twitter. Und das, obwohl er eigentlich damit so gar nichts zu tun und auch diesbezüglich nichts zu sagen hat. Aber Trump ist Trump, er mischt sich überall ein, auch ungefragt.

Milo Yiannopoulos hat bereits angekündigt, demnächst eine ganze Woche in Berkeley zu verbringen, um gleich mehrere Seminare und Veranstaltungen durchzuführen. Und auch Ann Coulter will nicht zurück weichen. Sie und ihre republikanische Truppe an der Uni drohen bereits mit Klagen, falls ihr Auftritt nicht zustande kommen sollte. Am Donnerstag wird es daher zu Ausschreitungen auf dem Campus Gelände der UC Berkeley kommen. Amerika zeigt da den tiefen Graben, der durch das Land läuft.

Hoher Besuch im Weißen Haus

Präsident Donald Trump in trauter Runde. Sarah Palin war auf Einladung Trumps im Weißen Haus. Schon im Wahlkampf hatte sie den New Yorker Milliardär unterstützt. Zum Privatbesuch im Oval Office brachte sie gleich zwei weitere Trump-Unterstützer mit – die beiden Musiker Kid Rock und Ted Nugent. Auch die beiden hatten sich im Wahlkampf immer wieder und lautstark für den Kandidaten Donald Trump stark gemacht.Ob Kid und Ted ein Liedlein auf „Mister President“ anstimmten ist nicht bekannt.

Hab‘ ich was verpasst?

Von Somalia zurück an meinem Schreibtisch in Oakland. Auf der Reise ans Horn von Afrika habe ich immer wieder Fragen nach Donald Trump beantworten müssen. Das geplante Einreiseverbot in die USA für Menschen mit somalischen Pass war genauso Thema, wie die geplanten Budgetkürzungen für die amerikanischen Entwicklungshilfeprogramme USAID, gerade in einer Zeit mit etlichen Hungerkatastrophen. Amerika unter Donald Trump wirft weite Schatten voraus.

Nun wieder hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und ich frage mich, was ich verpasst habe? Ein paar Bombenangriffe, einen Sprecher des Weißen Hauses, der Konzentrationslager als „Holocaust Centers“ umschreibt, Dutzende von selbstverliebten und realitätsfernen Tweets, ein paar Skandale und Skandälchen….also nichts neues in den USA!

Heute findet in Berkeley (!), der wohl liberalsten und politisch progressivsten Stadt in den USA, eine weitere Pro-Trump Demonstration statt. Die erste vor ein paar Wochen artete aus, es kam zu Schlägereien, Verhaftungen, zahlreichen Verwundeten. Damit das ganze nicht wieder in einer wilden Rauferei endet, hat die Polizei schon mal vorab bekannt gegeben, was man nicht mitbringen sollte: Metal pipes, Baseball or softball bats, Lengths of lumber or wood of any size, Wooden dowels, Poles, Bricks, Rocks, Glass bottles, Pepper spray (OC spray), Mace, Knives or daggers, Shields, Axes, axe handles, or hatchets, Ice picks, Razor blades, Tasers, Eggs, Any other item that can be used as a weapon. Na, das ist eine Liste. Gebracht hat sie allerdings nicht viel, denn zur Stunde kloppen sie sich im „Martin Luther King Jr. Civic Center Park“ in Berkeley.

An der Golden Gate Bridge wird nun nach etlichen Jahren Diskussion und Planung ein Stahlnetz unterhalb der Brücke angebracht. Das 211 Millionen Dollar teure Projekt soll in Zukunft Selbstmörder vom Sprung abhalten oder sie zumindest nach dem Fall retten. Das Netz sei so konzipiert, dass es sich um einen Springenden legt. Ohne Hilfe, so heißt es, kann sich der Selbstmörder nicht befreien. Über die Jahrzehnte sind nahezu 2000 Menschen von der Brücke in den fast sicheren Freitod gesprungen. Notfalltelefone, Seelsorger und Wachpersonal haben kaum zu einer Verringerung der Selbstmorde geführt. Auf Druck von Hinterbliebenen und der wenigen Überlebenden wird nun das Netz unterhalb der Fahrbahn angebracht und damit das Bild der Brücke dauerhaft verändert.

„Stefan Weber heißt das Schwein“

„McRonalds Massaker“ von Drahdiwaberl fiel gleich auf im Plattenladen neben Nena, UKW und Hubert Kah.

Zurück aus Somalia. Auf dem Schreibtisch liegt ein Stapel neuer CDs und auch eine DVD mit dem Titel „Stefan Weber heißt das Schwein“. Es ist die Geschichte der österreichischen Provokateure Drahdiwaberl, zu denen auch mal Falco gehörte. Berühmt-berüchtigt wurden sie Anfang der 80er Jahre, als in den deutschen Landen alles veröffentlicht wurde, was auf Deutsch daher kam. Neben Nena, Markus und Frl. Menke wurden da auf einmal auch Bands wie die Einstürzenden Neubauten, DAF und eben Drahdiwaberl angesagt. Und die Österreicher um den Kunstprofessor Stefan Weber passten genausowenig in das Konzept des NDW-Plastikpops mit Zielrichtung ZDF-Hitparade, wie die Neubauten oder DAF.

Drahdiwaberl schockierten allein schon mit Platten wie „McRonalds Massaker“, gegen das die amerikanische Burgerkette klagte. Ungeniert feierten sie sich schrill-schräg-schön auf der Bühne. Es waren aufufernde Happenings, in denen erlaubt war, was eigentlich nicht erlaubt war. Weber und seine Gefolgschaft führten das politische und kulturelle Establishment Österreichs vor. Daher auch der Satz „Stefan Weber heißt das Schwein“, irgendein FPÖ Politiker wird es schon gesagt haben. Drahdiwaberl und ihre Anhänger hatten in den „Freiheitlichen“ den idealen Gegner gefunden. Das ging soweit, dass ihr Label, Virgin, das Lied „Schulterschluss“ vom Album „Torte statt Worte“ schmiss, aus Angst, die FPÖ könnte klagen. Weber reagierte und ließ den Song kostenlos im Internet verbreiten. Kunst ist eben zensurfrei.

Ihre Platten waren alles andere als hitverdächtig und doch waren sie Meilensteine der Austro-Musikszene. Mit dieser DVD liegt nun ein weiterer Film vor, der, so wird betont, mit 0 Euro Budget gedreht wurde. Das sieht und hört man und dennoch wird hier die abgefahrene Webersche Welt dargestellt. Was fehlt ist die Musik, wahrscheinlich aus Rechtegründen, was auch fehlt sind alte Konzertmitschnitte. „Stefan Weber heißt das Schwein“ konzentriert sich mehr auf die späten 2000er Jahre, kurz bevor Weber mit Parkinson diagnostiziert und schließlich von der Bühne gehen mußte.

Wer die wahre Welt von Drahdiwaberl filmisch erleben möchte, sollte sich die DVD „Weltrevolution“ besorgen. Darin kann man die seltsame und verquerte Weltsicht des Ober-Provocateurs und Künstlers Stefan Weber erleben. Enthalten ist auch der legendäre New York Auftritt der Band in den 90er Jahren, als Drahdiwaberl auf einem internationalen Musikfestival als österreichischer Part eingeladen worden waren. Drahdiwaberl haben zweifellos Musikgeschichte geschrieben. Sie waren seinerzeit für mich eine der interessantesten NDW-Bands, eben weil sie nicht geradlinig und sich nicht in die poppigen Einheitsschablonen pressen ließen. Seitdem bin ich Fan und habe es nie bereut von Stefan Weber so versaut worden zu sein….Stefan Weber heißt das Schwein!

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Es rollt sich gut auf der Schotterpiste

Eineinhalb Stunden dauert der Flug von Hargeisa in Somaliland nach Garoowe in Puntland. Mit einer Fokker F50 der Fluggesellschaft Daalo ging es gegen Osten. Nur ein paar Passagiere waren an Bord. Meine Bordkarte sagte zwar 5D, aber den Sitz gab es gar nicht. „Free Seating“, meinte der Flugbegleiter zu mir. Als ich dann nach hinten gehen wollte, um mir einen passenden Fensterplatz auszuwählen, sagte er, „No, just sit in the front, because of the weight“. Das schafft Vertrauen!

Puntland von oben.

Draußen debattierte noch eine Frau mit mehreren Männern des Bodenpersonals, schließlich durfte auch sie an Bord und die Reise nach Puntland konnte beginnen. Um Hargeisa herum war noch etwas grün zu ehen, einzelne Bäume, Sträucher. Tiefe Spuren von früheren Bächen und Flüssen durchzogen die Landschaft. Immer seltener wurden Dörfer und Anwesen im Nirgendwo. Umso näher wir Garoowe kamen, um so trockener wurde das Land unter der Fokker. Eine Wüstenlandschaft so weit das Auge reicht. Die Landung war daher auch das Highlight des Fluges, das Video dazu sieht man unten.

Der Flughafen von Garoowe besteht aus einer Schotterpiste und ein paar Bretterbuden. Zahlreiche Soldaten, mit Maschinengewehren und Patronengürteln bewaffnet, sichern diesen Schotterstreifen ab. Von einer Stadt ist weit und breit nichts zu sehen. Ein Stempel in den Pass und die knappe Anordnung „Go“. Der Koffer wurde mit einem Kleinlaster die 30 Meter von der Maschine bis zur Butze gefahren. Ich schnappte ihn mir und ging durch eine weitere Bretterbude hindurch, das war wohl der puntländische Zoll. Auch dort ein paar Bewaffnete. Was die hier sichern, war mir wirklich nicht ganz klar.

Draußen traf mich die Hitze, sonst wartete niemand auf mich. Eigentlich sollte da jemand sein, war aber keiner. Etwas bedröppelt stand ich da und fragte mich, was nun? Eine Telefonnummer hatte ich nicht, auch kein funktionierendes Telefon. Mein fragender Blick schien aufzufallen, denn sofort kamen ein paar Uniformierte auf mich zu und fragten „Problem?“. „Yeap, I have a problem“, aber wie mache ich das nun verständlich? Mein Somali ist auch auf der dritten Reise nicht besser geworden. Nach mehreren Versuchen verstand einer von ihnen, dass ich auf einen Fahrer von CARE wartete. „No problem. I call“. Woher er nun die Nummer vom CARE Büro in Garoowe hatte, wußte ich nicht, aber er versuchte es. „Not good“ kam als nächstes. Er packte sich meinen Koffer und meinte „Come“. Was sollte ich auch anderes machen, also lief ich hinter ihm her in einen Schuppen aus Wellblech. Darin saßen ein paar Soldaten, ihre AK47 locker auf dem Schoß liegend, zwei Frauen, ein paar Jugendliche waren auch in dem angenehm kühlen Unterschlupf. Mein Uniformierter bot mir einen Plastikstuhl an, alle schauten auf mich und ich sagte: „Hello, how are you?“ Ein Jugendlicher antwortete mir sogar und fragte, ob ich Wasser möchte. „Where from?“ „Germany“. „Ah, German. Good“, und er lachte. Fehlte nur noch, dass er „Schweinsteiger“ sagt, wie mir das schon öfters in Afrika passiert ist.

Nach wenigen Minuten kam der Uniformierte mit dem Telefon zurück, griff sich wieder meinen Koffer und lachte. „Driver sleep“, sagte er und wir gingen auf einen Geländewagen zu, der Fahrer stieg aus, grinste breit übers Gesicht und schmiß meinen Koffer auf die Ladefläche. Ich stieg hinten ein, doch er wartete noch mit der Abfahrt. Aus dem Radio dröhnte ein Sprecher, ich schätzte, eine Religionssendung, denn „Allah“ verstand ich gleich mehrmals. Nach etwa fünf Minuten kam ein Soldat zum Auto, der gleich zwei Maschinengewehre bei sich trug. Stereoschutz ist immer gut. Es ging weiter mit der Reise.

War die Landebahn schon eine Holperpiste, ist die Zufahrtstrasse zum Flughafen nicht viel besser. Nach mehreren Kilometern kamen wir auf eine geteerte Landstrasse. Links und rechts ist nichts, nur Sand und Steine, eine unwirtliche Landschaft. An einer Stelle kam uns auf der Straße ein Jeep entgegen. Sowohl der Fahrer, wie auch der Soldat drehten sich zu mir um, „no problem, all ok“. Nett, sie wollten mich beruhigen, obwohl ich mir gar keine Gedanken machte. Der Soldat stieg aus und in den Jeep ein, in dem zwei weitere Soldaten saßen. Das Begleitfahrzeug durch die Stadt, das den Weg für uns hupend freimachte. Und Garoowe ist eine pulsierende, lebendige Metropole inmitten der kargen Gegend. „Welcome to Garoowe“, sagte der Fahrer und freute sich, als ich meinte, es sei schon das zweite Mal. Aber heimisch fühle ich mich hier nicht.

Die Zukunft heißt Solar, Mister Trump

Ich denke mal nicht, dass Donald Trump meinen Ratschlag will. Er hat ja eine Reihe von erfolgreichen Unternehmern um sich gesammelt, die ihn beraten. Darunter sind aber wohl nur wenige zukunftsorientierte Energiewissenschaftler und Geschäftsleute. Denn anscheinend erkennen die Trumpschen Jünger nicht die Zeichen der Zeit.

Die Pumpe für den neuen Wasserturm außerhalb von Dilla, Somaliland, wird mit Solarkraft betrieben.

Gestern schaute ich mir den Neubau eines Wassertanks an, der sauberes Grundwasser außerhalb von Dilla in Somaliland speichern soll. Die Pumpe, mit der das Grundwasser aus über 100 Metern Tiefe an die Oberfläche gebracht wird, ist solarbetrieben. Ein nachhaltiges Projekt von CARE, solche Bauprojekte werden nun vermehrt mit Solarenergie bestückt. Keine Ausnahme, denn im Herbst 2015 besuchte ich den Osten Somalilands. Auch dort gibt es CARE Wasserprojekte. Pumpen werden mit Solarkraft betrieben, die überschüssige Energiegewinnung hilft sogar den Dorfbewohnern ihre Handys aufzuladen und Strom in mehrere Geschäfte und Wohnhäuser zu bringen. Das sind ein paar Beispiele, wie effektiv und nachhaltig und vor allem preiswert die Sonnenenergie genutzt werden kann.

Die USA sind für eine umfassende Solarnutzung prädestiniert. Solarkraftwerke existieren bereits in Kalifornien und auch anderswo im Süden des Landes. Die Frage ist allerdings, wie lange noch? Denn wenn es nach Donald Trump geht, werden dem Energieministerium – genau, jenes Ministerium unter der Führung von Rick Perry, der als Kandidat noch sein eigenes Ministerium abschaffen wollte – noch in diesem Jahr 500 Millionen Dollar gestrichen. Und das im Bereich der Forschung für neue Energiequellen und -nutzung. Das sind 25 Prozent des gesamten Haushalts des „Office of Energy Efficiency and Renewable Energy“ (EERE), das Teil des „Departments of Energy“ ist. Für das Budget 2018 soll eine ganze Milliarde Dollar von EERE gestrichen werden.

Wissenschaftler sprechen davon, dass diese Kürzungen der Todesstoss für die Solarforschung in den USA sei. Doch Trump hört lieber anderen Leuten zu, wie jenen, die ihn an seine Wahlkampfversprechen erinnern. Trump kandidierte mit dem Versprechen die Kohleindustrie wieder anzukurbeln. Jobs, Jobs, Jobs für den Bergbau. Sinn macht das keinen, vor allem auch keinen finanziellen, aber das ist Trump egal. Neben der Kohlehuldigung streicht er auch so einige Umweltregularien, die sein Vorgänger Barack Obama der Industrie auferlegt hat. Das eingesparte Geld aus der Solarforschung soll jedoch nicht für neue Kohlegruben investiert, sondern weitgehendst für den Ausbau der Atomenergie in den USA eingeplant werden. Amerika hat unter Donald Trump einen energiepolitischen Irrweg mit weitreichenden Folgen eingeschlagen. Da kann man nur noch „Glück auf, Mister President“ wünschen.