Wann ist Liechtenstein dran?

Nun also die Schweden. Ein Land im Chaos. Horden von muslimischen Flüchtlingen überrennen die friedlichen Landschaften von Astrid Lindgren. Sie rauben, vergewaltigen, verprügeln, brandschatzen und terrorisieren die arme schwedische Bevölkerung. Wer das sagt? Donald Trump, seines Zeichens amerikanischer Präsident. Und der muß es ja wissen, immerhin kann er sich auf die besten Geheimdienste verlassen: CIA, NSA, FBI.

Aber gerade das tut Trump nicht. Wie es heißt, weigert er sich, die täglichen Sicherheits-Briefings seiner Nachrichtendienste zu besuchen. Die hätten ihm vielleicht gesagt, dass zwischen Malmö und Övre Soppero die Welt eigentlich in Ordnung ist. Trump schaut lieber Fernsehen, vor allem FOXNews, einen Sender, den er immer wieder in seinen Tweets „great“ nennt. Dort lief am Freitag ein Interview von Moderator Tucker Carlson mit dem „Dokumentarfilmer“ Ami Horowitz. Horowitz beschrieb darin, wie auch in seinem Film, die gewaltigen Probleme, mit denen Schweden zu kämpfen habe, nachdem das Land sehr viele Flüchtlinge aufgenommen hat.

Donald Trump hat sich also bei seinen jüngsten „Fake News“ auf ein Interview mit einem Filmemacher bezogen, der einen sehr fragwürdigen Film produziert hat. Denn selbst interviewte Polizisten in dem „Dokumentarstreifen“ erklärten der Washington Post, dass ihre Antworten falsch wiedergegeben wurden.

Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er zugeben würde, dass ihm da ein peinlicher Fehler unterlaufen sei. Er twittert vielmehr allwissend, dass die „Fake News Medien“ die Situation in Schweden nun schön reden wollten. Er kennt sich ja schließlich aus, im vergangen Jahr meinte Trump, die Menschen in Oakland lebten in einer der gefährlichsten Städte der Welt, Oakland sei noch gefährlicher als Baghdad. Trump erklärt die Welt, wie sie ihm gefällt. Wann endlich schaut er nach Liechtenstein und warnt vor der „LMAA“….der Liechtensteiner Muslim Anti-Amerika Gruppe!

Trump verprasst das Geld

Präsident Donald Trump verdient gut an seinem Privatclub „Mar-a-Lago“ in Palm Beach, Florida. Foto: Reuters.

Donald Trumps Präsidentschaft kommt dem Steuerzahler nicht gerade billig. Seitdem er Präsident ist, reist er an diesem Wochenende bereits zum dritten Mal in seinen Privatclub Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. Sein „Winter White House“, wie er es nennt. Allein die drei Trips kosten nach Schätzungen 10 Millionen Dollar. Denn neben der Anreise, müssen Secret Service Beamten untergebracht, das Anwesen weiträumig abgesichert werden. Ein schwieriges Unterfangen, denn Mar-a-Lago ist ein Resort der Reichen mit ständig wechselnden Besuchern. Es ist nicht dauerhaft abgeschottet wie Camp David. Sogar die Küstenwache kreuzt vor dem Privatclub, dessen Anmeldegebühr sich nach der Wahl Trumps von 100.000 Dollar auf 200.000 Dollar erhöht hat. Hinzu kommt ein nicht gerade geringer jährlicher Mitgliedsbeitrag von derzeit 14.000 Dollar.

Die Stadt Palm Beach hat bereits offiziell angefragt, ob sie in Zukunft die Kosten für die Abstellung der lokalen Polizei von Washington erstattet bekommt. Auch New York City würde gerne zusätzliche finanzielle Hilfen aus der Hauptstadt bekommen, denn dort muß Trump Tower rund um die Uhr gesichert werden. Die First Lady Melania und der jüngste Sohn der „First Family“, Barron, leben weiterhin dort. Kosten pro Tag 500.000 Dollar. Das kommt zusätzlich zum Umbau und Sicherheitsmaßnahmen nach dem Wahlsieg Trumps. Auch mieten das Verteidigungsministerium und der Secret Service Räume im Trump Tower an, um die Sicherheit des Präsidenten garantieren zu können. Donald Trump verzichtete zwar spendabel auf sein Gehalt, verdient derzeit aber gut daran, Präsident zu sein.

Doch der amerikanische Steuerzahler muß nicht nur diese Rechnungen begleichen. Am Samstag werden die Trump Söhne Eric und Donald Junior in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet, um dort den neuesten Trump-Golfplatz und das dazugehörige Resort zu eröffnen. Mit dabei der Secret Service, der auch diese Familienmitglieder auf privat-geschäftlichen Reisen beschützen muß. Mehrere 100.000 Dollar werden für solche Einsätze veranschlagt.

Barack Obama wurde regelmäßig von den Republikanern im Kongress für seine Privatreisen und die anfallenden Sicherheitskosten kritisiert. Insgesamt haben die Trips von Obama in den acht Jahren seiner Amtszeit rund 97 Millionen Dollar gekostet. Trump und seine Familie werden in den kommenden vier Jahren, so die Organisation Judicial Watch, Hunderte von Millionen Dollar an Steuergeldern für Reisen des Präsidenten und seiner Familie und die Sicherung all der Anwesen verbraten. Aber alles gut, so die Sprecherin des Weißen Hauses Stephanie Grisham. „Er ist nicht auf Urlaub, wenn er nach Mar-a-Lago fliegt. Der Präsident arbeitet nonstop an jedem Tag der Woche, egal, wo er gerade ist.“ Wie sang Pipi: „2 x 3 macht 4 – widdewiddewitt und 3 macht 9e ! Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt …“

 

Beste Unterhaltung am Sonntag

Donald Trump twittert gerne . Tagtäglich schickt er seine Kurznachrichten hinaus in die Welt, kommentiert Fernsehsendungen, Zeitungsartikel, Reden anderer Leute. Er läßt jeden wissen, mit wem er sich gerade trifft, was er macht, was er vor hat.

Die Welt scheint sich – zumindest in den Augen des 45. Präsidenten der USA – nur um ihn zu drehen. Selbst wenn er nur zum Flughafen fährt muß er was twittern, auch wenn es noch so unsinning ist. Warum schreibt ein Präsident, dass am Straßenrand „große Mengen an begeisterten Unterstützern“ stehen, über die die „Fake News Medien“ nicht berichten wollen? Seine vielen Millionen „Followers“ auf Twitter sind allerdings nicht nur seine Unterstützer und Fans. Man sollte sich die teils kreativen und witzigen Reaktionen auf Trumps Tweets durchaus mal durchlesen, das ist pure Unterhaltung an einem Sonntagnachmittag. Die „begeisterten Mengen“ werden da zu aufgereihten Warnkegeln. Eigentlich kann man den ganzen derzeitigen Politirrsinn in Washington nur noch mit einer Prise Humor schlucken. Trump liefert gekonnt die Steilvorlagen für eine gute Lachnummer.

Das gewollte Chaos des Mister Trump

Eine Woche im Amt, dann kam der große Knaller. Zuvor hatte King Donald I schon mehrfach per Dekret wichtige politische Entscheidungen seines Vorgängers Barack Obama ausgebremst und ausgehebelt. Trump wollte schnell einen neuen Ton in Washington setzen.

Und dann am vergangenen Freitag die umstrittenste aller Entscheidungen, Menschen aus Somalia, Sudan, Iran, Irak, Syrien, Jemen und Libyen voerst die Einreise in die USA zu verweigern. Ein Einreiseverbot für Muslime meinten die einen. Ein Einreiseverbot für „radical islamic terrorists“ argumentierte Trumps Umfeld, so, als ob sich Terroristen ordnungsgemäß an Pass- und Visagesetze und die Formalitäten des internationalen Luftverkehrs hielten.

Foto: Reuters.

Donald Trump und seine Gehilfen fegen durch Washington ohne Rücksicht auf Verluste. Alles wird in Frage gestellt, Geschichte wird umgeschrieben, Verträge gekündigt, Freundschaften beendet. Nach außen wirkt alles stümperhaft, nicht durchdacht, überhastet, ohne Plan. Doch Trump und seine Berater haben einen Plan, den haben sie schon im Wahlkampf deutlich gemacht. Sie wollen Amerika neu ausrichten und das mit einer Chaos-Strategie. Trump twittert weiter, wettert und hetzt gegen Demokraten, Medien und alle, die sich ihm in den Weg stellen, darunter auch namhafte Republikaner wie die Senatoren John McCain und Lindsey Graham.

Es sieht nach Unvermögen aus, das Ziel nicht erkennbar. Trump hat jedoch in diesen Tagen das Ziel fest vor Augen. Er will seine Basis stärken, verbreitet dafür Falschmeldungen, und alles was über ihn, seine Entscheidungen und Absichten berichtet wird, bezeichnet er als „Fake News“. Auf seinem Haussender FOXNews haben sich so einige Moderatoren, allen voran Sean Hannity, zu Bütteln des neuen Kaisers gemacht. Trump schafft bewußt Unruhe, will die Gesellschaft spalten und so seine Gefolgschaft ganz auf sich ausrichten. Was er sagt stimmt, was die anderen sagen ist falsch. Gegenfragen sind nicht erlaubt und werden als unerlaubte Kritik am „Big Man“ gesehen.

Die Trump-Anhänger jubeln, endlich einer, der in Washington aufräumt, durchgreift, seine Wahlversprechen einlöst. Zumindest sieht es danach aus, doch Trump kann nicht auf Dauer per Dekret regieren. Was er aber schafft ist, er zeigt mit ausgestrecktem Finger auf den Kongress und schiebt den Abgeordneten und Senatoren die Schuld zu: „Ich würde ja gerne machen, aber die unterstützen mich nicht“. Die Mauer muß gebaut, der Umweltschutz beendet, Unternehmen gezwungen, Terroristen die Einreise in die USA versperrt werden. America First!

Noch jauchzen die Trumpschen Chöre, denn bislang betrifft sie nicht das, was er umsetzt. Die „New York Times“ und „Washington Post“ lesen sie nicht, CNN schauen sie nicht, die Mauer stört sie nicht, eine Ölpipeline durch Reservate geht sie nichts an, Hauptsache das Benzin wird billiger. Flüchtlinge aus Somalia und Syrien kennen sie nicht. Von daher „Make America Great Again“, „Hire American, Buy American“. So sehr ich mich vor diesem Vergleich auch scheue, all das erinnert mich an die Worte von Pastor Martin Niemöller:

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

„Ich wünsche mir fast Bush zurück“

Es waren dann doch 60.000 Menschen, die in Oakland auf die Straße gingen und gegen Donald Trump und seine politischen Pläne protestierten. Und das war nicht der einzige Protest in der Bay Area, in zahlreichen Städten wie Napa, Walnut Creek, Santa Rosa, San Jose und San Francisco wurde ebenfalls demonstriert.

Einen Tag nach der Vereidigung des 45. Präsidenten zeigten viele in den USA, dass sie sich nicht mit dem neuen Mann im Weißen Haus abfinden wollen. Nun geht es daran eine Opposition aufzubauen und zu stärken. Der „Million Women’s March“ am Samstag war der erste Schritt dazu. Eine offene Kampfansage an Präsident Donald Trump und seine Adminstration.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich jemanden noch mehr hassen könnte als George W. Bush und Dick Cheney“, meinte ein Teilnehmer und fügte sarkastisch hinzu; „Ich wünsche mir fast Bush zurück“. Eine Demonstrantin hatte auf ihr Plakat geschrieben: „Keep your tiny hands out of my government“. Die Unsicherheit war auf dem Marsch in Oakland zu spüren. Viele rechnen mit dem schlimmsten. Trump hat bereits umfassende Pläne angekündigt, darunter „Obamacare“ zu streichen, die staatliche Finanzierung für „Planned Parenthood“ zu beenden, Umweltschutzmaßnahmen zu lockern, aus dem Klimaschutzabkommen auszusteigen, illegale Einwanderer auszuweisen, das Militär zu stärken und, und, und. All diese Themen und mehr konnte man auf den unzähligen Plakaten der Demonstrationsteilnehmer lesen.

Was an diesem Samstag im Januar deutlich wurde, in Amerika bildet sich gerade eine weitreichende Gegenbewegung, die u.a. Frauenrechts- und Umweltschutzgruppen, Bürgerrechtsorganisationen und Immigrationsverteter zusammen bringt. Alt und jung, Frauen und Männer. Eine Protestbewegung mit solch einem Ausmaß hat Amerika schon lange nicht mehr erlebt. Es tut sich was in den USA, das haben die heutigen Protestmärsche gezeigt. Donald Trump spricht nicht für die Mehrheit der Amerikaner.

 

Der „erfolgreiche“ Mister Trump

Donald Trump sieht sich gerne als erfolgreich, als „Dealmaker“, als „Business Tycoon“, als „greatest“. Er hat angekündigt der „Jobs Präsident“ der USA zu werden. „Let’s make America great again“, kein anderer als er könne das schaffen, posaunte er auf jeder seiner Wahlveranstaltungen und tut es auch heute noch via Twitter. Einige seiner Business Fehltritte sind ja bekannt, darunter die Fluggesellschaft „Trump Shuttle Inc.“ und seine Kasinos in Atlantic City, beide kosteten viele Arbeitsplätze in den USA. Auch das Trump nun das Mantra „America First“ predigt, ist etwas scheinheilig. Denn bislang hat er es nie so eng damit gesehen, wo Materialien und Produkte für sein Business hergestellt wurden. Einzig „Not in the USA“ schien bislang wichtig zu sein.

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Hier noch ein paar nicht so ganz erfolgreiche Beispiele des „großartigsten Geschäftemachers aller Zeiten“ (Trump über Trump), die leider in den Wochen und Monaten vor dem Wahltag übersehen wurden.

Donald Trump wollte mit seiner „Tour de Trump“ die „Tour de France“ in den Schatten stellen. Nach zwei Jahren war Schluß:

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Donald Trump versprach 2005, sein „Trump Vodka“ werde die Erfolgsmarke „Grey Goose“ locker ablösen. Gemischt mit Tonic Water, werde sein Vodka „the most drunk cocktail in the United States“. 2011 wurde der Verkauf von „Trump Vodka“ in den USA eingestellt:

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Und dann ist da auch das „Trump Game“. Mit großen Erwartungen zuerst von Milton Bradley und später neu von Hasbro auf den Markt gebracht, verstaubte es auf den Regalen. Trump hatte groß angekündigt, seinen Millionen Dollar Anteil aus dem Verkauf des Brettspiels an gemeinnützige Organisationen, darunter Obdachlosenhilfen, zu spenden. Doch davon gibt es keinerlei Belege.

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Der Blick zurück nach vorne.

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Donald Trumps Wahlsieg schockte viele in den USA. Damit hatten nur die wenigsten Kommentatoren und politischen Beobachter gerechnet. Keiner glaubte ernsthaft, dass Trump nach diesem teils vulgären Wahlkampf voller Plattitüden und 140 Zeichen-Tweets am Ende als Sieger dastehen könnte. Doch der selbstverliebte Milliardär schaffte es und fühlte sich bestätigt.

Mark Peterson ist Geschichtsprofessor und Leiter des “History Departments” an der University of California in Berkeley. Er muss in der Geschichte der USA weit zurück blicken, um einen vergleichbaren Kandidaten zu finden, der es bis ins Weiße Haus schaffte: „Am ehesten wäre da wohl noch Andrew Jackson, der 1828 zum Präsidenten gewählt wurde. Der Grund dafür ist, dass zuvor alle Präsidenten entweder aus Massachusetts oder Virginia kamen, gebildet und mit Collegeabschlüssen waren. Einige hatten ein Jurastudium hinter sich, mit vielen Erfahrungen in der Regierungsarbeit, sie hatten bereits im Kongress oder als Gouverneur ihres Bundesstaates gedient.“

Andrew Jackson hingegen kam aus ärmlichen Verhältnissen in North Carolina, hatte keine Schulbildung und verpflichtete sich schon in jungen Jahren zum Militär. Er arbeitete sich vom “Drummer Boy” hoch zu einem angesehenen Militia Führer in Tennessee. Dort wurde er reich, ließ auf seinen Plantagen Hunderte von Sklaven für sich arbeiten und machte sich einen Namen als unnachgiebiger Anführer des Militärs. Er bekämpfte die Creek Indians in Mississippi und Alabama und wurde von der US Regierung schließlich zum General befördert. Nicht gerade ein Politiker, wie er bis dahin bekannt war, so Peterson: „Er war vor allem für sein gewalttätiges Temperament bekannt, er hatte andere Männer in Duellen erschossen, er hatte die richterliche Verhaftung und die Hinrichtung von zwei Briten in Florida organisiert, obwohl Florida damals noch gar nicht Teil der Vereinigten Staaten war. Er war bekannt dafür, eine gewalttätige und schwierige Person zu sein, ganz anders als alle anderen, die vor ihm gewählt wurden. In sozialer und kultureller Hinsicht ist die Wahl von Donald Trump, einem Geschäftsmann ohne politische Erfahrung, der dafür bekannt ist, grob, vulgär, sehr schwierig zu sein, der von Jackson gleichzusetzen.“

Andrew Jackson kandidierte bereits vier Jahre zuvor für das Präsidentenamt, erhielt auch die meisten Stimmen, doch keine absolute Mehrheit. Deshalb entschied der Kongress – und der votierte für den angeseheneren Kontrahenten John Quincy Adams, berichtet Professor Mark Peterson: 1828 dann, mit dem Gefühl, um die letzte Wahl gebracht worden zu sein, arbeiteten Jackson und viele seiner Unterstützer zusammen, um sich zu organisieren. Und daraus entstand die Demokratische Partei, es war der Beginn der Parteipolitik in einem systematischeren und tief verwurzelteren Sinn. Sie versuchten damals, sich bis hinunter in die Gemeinden und Bezirke zu organisieren, damit sie Jacksons Unterstützer überall ansprechen und die Wahl nicht wieder in die Hände des Kongresses fallen würde.“

Jackson ist auch dafür bekannt, dass er das „spoil system“, die Vetternwirtschaft mit ins Weiße Haus brachte. Nach seiner Wahl und Wiederwahl zum Präsidenten trat er als großer Gönner auf, der seinen Unterstützern Jobs und Aufträge zuspielte. Auch das erinnert an Donald Trump. Trotz des kontroversen Vermächtnisses findet man Andrew Jacksosn Bild nach wie vor auf dem 20 Dollar Schein.

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Daniel Sargent, Lehrbeauftragter an der University of California Berkeley, im Bereich Geschichte, meint, er habe so etwas wie Trump auch noch nicht gesehen. Zwar gebe es Beispiele in der amerikanischen Politik, wie Kandidaten mit provokanten Themen um Wählerstimmen buhlten, wie etwa der Demokrat George Wallace, der in den 1960er Jahren als Befürworter der Rassentrennung zwischen Schwarz und Weiß antrat. Aber selbst Wallace, so Sargent, habe politische Erfahrungen als Gouverneur von Alabama gehabt. Für den Historiker Sargent liegt die Hoffnung derzeit darin, dass nicht alles so werden wird, wie man nach dem Wahlkampf von Trump erwarten muss. Auch dafür gebe es historische Beispiele, so Sargent: Reagan wäre so ein Beispiel, der im Nachhinein ganz anders gesehen werden muss als erwartet. In vieler Hinsicht viel besser als die Ängste und Sorgen, die viele Nicht-Reagan-Wähler im Vorfeld hatten. Als Reagan 1980 gewählt wurde, galt er weithin als Hardliner im Kalten Krieg. Als Kandidat war er schon fast irrational in dem Ausmaß, wie er die Sowjetunion ablehnte. Und doch hat Reagan nach 1985, als Michail Gorbatschow der Generalsekretär der Kommunistischen Partei in der UdSSR wurde, die wohl stärkste und innigste Beziehung zu seinem sowjetischen “Counterpart” gehabt, wie sie kein anderer amerikanischer Präsident in der Zeit des Kalten Krieges hatte.“

Damit hätten wohl nicht gerechnet. Ronald Reagan als hoffnungsvolles Beispiel, dass ein Präsident nicht so schlimm sein muss wie befürchtet: Doch 1980 wäre auch das ein überraschender Gedanke gewesen.

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Donald Trump, der König der „Fake News“

Donald Trump ist „pissed“, so sagt man hier, wenn jemand ziemlich sauer ist über das was er über sich selbst liest und hört. Trump hat allen Grund dafür, denn ein Geheimbericht macht die Runde, in dem es heißt, die Russen hätten Trump mit hochpeinlichen persönlichen Videos unter Druck gesetzt und somit in der Hand. Der „President elect“ reagiert wutschnaubend, „alles Lüge“, „nicht nachweisbar“, außerdem würde er sowas nie machen, meint er.

Doch Donald Trump selbst war und ist der König der Verschwörungstheorien, der „Fake News“, der Beschuldigungen ohne jeglichen Grund und Boden. Ein paar der markantesten Beispiele führe ich hier auf:

Donald Trump steckte hinter der sogenannten „Birther“-Szene, jenen Verschwörungstheoretikern, die Barack Obama vorwarfen nicht in den USA geboren zu sein. Beweise hatte er keine!

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Donald Trump erklärte, der Vater seines innerparteilichen Kontrahenten Ted Cruz, sei mit dem Kennedy Mörder, Lee Harvey Oswald, gesehen worden, das zumindest würden ihm Vertraute erzählen. Rafael Cruz, in Kuba geboren, sei demnach wohl in das Attentat auf JFK verwickelt gewesen, so Trump, der damit eine riesige kubanische Verschwörungstheorie aufbaute. Beweise hatte er keine!

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Donald Trump meinte, ganz im Trump Stil, er sage ja nichts, aber andere reden darüber, dass Hillary Clinton in den Tod des einstigen Mitarbeiters Vince Foster verwickelt gewesen sei. Hillary also auch noch eine Mörderin? Beweise hatte er keine!

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Donald Trump nahm es bislang nie so genau mit dem, was er verbreitete. Klar, Trump würde nie zugeben, dass das „Fake News“ seien, denn er habe es ja nur gehört, andere reden darüber. Aber Trump ist der König dieser Meldungen, er bringt es so überzeugend rüber, dass viele seiner Anhänger den Schmarrn glauben, den er da vom Stapel läßt. Das ist wohl nicht ganz so präsidial.

 

 

Trump und der „Golden Shower“

Donald Trump hat nun ein Problem. Auf Twitter laufen die Server heiß. Unter den Hashtags #GoldenShowerTrump, #GoldenShower, #GoldenShowerDon und einigen anderen wird die Nachricht kommentiert, dass die Russen wohl geheime Videos von Donald Trump haben, auf denen er zu sehen ist, wie er bestimmten sexuellen Spielchen frönt. Und mit diesen Filmchen, so die Meldung, setzten Putin und Co den Donald unter Druck.

Die online Newswebseite BuzzFeed veröffentlichte einen dementsprechenden Bericht, der sofort aufgegriffen wurde. Ausgerechnt Twitter wurde am Dienstagabend zu Donalds Alptraum.

Und das sind nur ein paar der Twitter Nachrichten, die während der Abschiedsrede von Präsident Obama gepostet wurden. Donald Trump, der König der Fake-News, der nächste amerikanische Präsident, reagierte umgehend und gar nicht präsidial auf diese Meldung. Das, was BuzzFeed da verbreite sei „nicht nachweisbar“, so, als ob Donald Trump genau wisse, dass es von bestimmten Handlungen keine Bewese gebe. Ich bin nun seit über 20 Jahren USA Korrespondent. Ich habe über „Real Sex Dolls“, Vibratorenmuseen, Gewerkschaften für Prostituierte, eine veröffentlichte Platte mit Klogeräuschen, allerhand unglaublichen Geschichten berichtet. Aber so etwas, was in diesen Tagen und Wochen in den USA passiert….so ganz langsam fehlen mir die Worte!

 

Wir bauen uns eine Mauer

3201 Kilometer ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko lang. Sie reicht vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko. Und genau hier will Donald Trump bauen lassen. Ganz so, wie er es versprochen hat. Eine Mauer soll es sein, eine schöne und hohe und auch eine sündhaft teure. Eigentlich, so hat es Trump im Wahlkampf versprochen, sollten ja die Mexikaner das gesamte Bauwerk finanzieren, aber die Realität sieht manchmal eben anders aus.

Denn die Mexikaner zieren sich und wollen keinen Milliardendollarscheck ausstellen. Das ist verständlich, denn Schätzungen gehen davon aus, dass das Trump’sche Mauerwerk mindestens 12 Milliarden Dollar kosten wird. Experten der Baubranche sprechen sogar von möglichen 38 Milliarden Dollar. Die Republikaner im Kongress wollen dennoch ernst machen und prüfen derzeit schon, wie dieses Grenzprojekt finanziert werden kann. Woher das Geld nehmen, wenn der südliche Nachbar doch nicht so bereitwillig zahlen will? Die Demokraten fragten deshalb auch gleich nach, wo die konservativen Kollegen denn die Dollars für die „greatest wall“ hernehmen wollen? Vielleicht aus dem Bildungshaushalt, von den Infrastrukturförderprogrammen abzweigen oder gar aus dem Wehretat?

Am Ende könnte der amerikanische Steuerzahler für Donald Trumps Wahlversprechen geradestehen. Der will davon allerdings nichts hören und twitterte in bekannter Weise, dass die Medien mal wieder nicht die Wahrheit berichten würden. Mexiko werde schon für die Mauer zahlen, wenn nicht gleich und in bar, dann eben später und mit Druck. Trump will also von seinem Irrsinnsplan nicht ablassen, denn die Grenzsicherung ist und bleibt ein wichtiges politisches Thema in den USA. Hunderttausende illegale Grenzgänger werden Jahr für Jahr von der Border Patrol aufgegriffen. Das etwas zur Grenzsicherung getan werden muss, darüber sind sich in Washington alle einig. Nur Trumps Bild einer „Berliner Mauer“ zu Mexiko wollen nicht alle mittragen. Die große Frage ist nun, kann sich der neue Präsident mit diesem, seinem größten Wahlversprechen durchsetzen und das so, wie er es möchte? Hoffen wir mal nicht.