Grenzenlose Musik ohne Einreiseverbot

Es gibt eigentlich in jedem Land, in das ich reise, zwei Dinge, die ich unbedingt machen möchte. Zum einen ist es Radiosender, vor allem Community Stationen, besuchen. Zum anderen in Läden nach lokaler Musik auf Vinyl oder CD suchen oder Musiker zu treffen, deren Musik ich aufzeichnen kann und darf. In Somaliland habe ich so Abdi Nasir Macalin aufnehmen können, im Niger lernte ich die Band Studio Shap Shap kennen und lieben.

Musik verbindet, das habe ich erst wieder in Niamey gelernt. An einem Nachmittag im Garten von Laetita probte „Studio Shap Shap“. Sechs Musiker, die alle lächelten und mich Willkommen hießen. Die Musik sprach dann für sich, ein wunderbares Erlebnis, in dem es nicht um Worte und großes Verstehen ging, vielmehr um ein sprachübergreifendes, inniges Zusammensein. Musik verband uns und verbindet uns noch immer.

Foto: AFP.

Seit nunmehr über 20 Jahren produziere und moderiere ich Radio Goethe, eine Sendung, mit der ich versuche im Ausland Interesse an der deutschen Musikszene zu schaffen. Und es geht da nicht nur um Musik, es geht um Sprache, um Kultur, um den Blick in ein anderes Land, um Verständnis und Interesse zu schaffen. Kurz nachdem ich 1996 in die USA kam, begann ich mit der Sendung auf einem Collegesender in San Francisco. Ich wurde eingeladen meine Kultur, meine Wurzeln, meine Musik einer offenen und interessierten Hörerschaft zu präsentieren.

Eigentlich wollte ich nur drei Jahre in den USA bleiben, schließlich beantragte ich die Green Card und wurde auch amerikanischer Staatsbürger. Ich kam mit einem Journalistenvisum und wurde ein Immigrant in diesem Land.

Als Präsident Donald Trump ein Einreiseverbot für sieben zumeist muslimische Länder aussprach, dachte ich, ich müsste etwas sagen, etwas tun. Aber ich wußte nicht was, bis ich daran dachte, eine Radio Goethe Sendung mit Musik aus Somalia, Iran, Libyen, Sudan, Jemen, Irak und Syrien zu produzieren. Im Laufe der Jahre mit Radio Goethe und auf all meinen Reisen, die mich auch immer wieder in Krisen- und Konfliktgegenden, wie Somalia, führten, lernte ich, dass Musik eine universelle Sprache ist, die jeder versteht. Ich habe viele Menschen in den Ländern getroffen, die offen, herzlich und hilfsbereit waren. Ich glaube, dass uns alle mehr verbindet, als uns trennt. Die Musik war dabei immer eine Sprache, die wir alle verstanden haben.

Ich weiß, wenn ich eine Stundensendung mit Musik aus Somalia, Iran, Libyen, Sudan, Jemen, Irak und Syrien produziere, die auf einigen Dutzend College- und Communitystationen ausgestrahlt wird, wird das nichts im Großen ändern. Vielleicht ist es aber ein kleiner Blick, ein Ohr voll, auf die reiche Kultur jener Länder, die den meisten nur durch die hässlichen Schlagzeilen von Krieg, Terror und Krisen bekannt ist.

Von daher, die aktuelle Radio Goethe Sendung gibt es hier zu hören:

      Radio Goethe

 

 

Wo man singt, da lass dich nieder

In der San Francisco Bay Area hat man mit allem gerechnet, aber nicht mit einem Wahlsieg von Donald Trump. Über 80 Prozent der Wähler stimmten im Bezirk San Francisco gegen den New Yorker Milliardär, der so für gar nichts steht, was hier gelebt und geliebt wird. Trump wetterte  in seinem Wahlkampf gegen die „San Francisco Werte“, beschimpfte Oakland als „gefährlichste Stadt der Welt“, drohte den Gemeinden und Städten der Region, ihnen die Bundesmittel zu streichen, wenn sie nicht aufhörten eine „Sanctuary City“ zu sein. Das sind Städte, die zum einen soziale Angebote und Schulen auch für illegale Einwanderer öffnen. Zum anderen bewusst nicht mit der Einwanderungsbehörde zusammen arbeiten und ihnen bekannte „illegal immigrants“ nicht melden.

Der Schock saß also tief, als Donald Trump in der Wahlnacht als selbstzufriedener Sieger da stand, sich und seine Verbalattacken gegen alles und jeden bestätigt fühlte. Was machen, war und ist hier die große Frage? Den Kopf in den Sand stecken und durch, hoffen, dass in den kommenden vier Jahren nicht alles so wird, wie es Donald Trump in seinem „Contract with the American Voter“ angekündigt hat? Hier in der San Francisco Bay Area rätselt man, was nun kommen wird.

Der weltbekannte San Francisco Gay Choir geht da einen ganz anderen Weg. Die vielen Sänger waren ebenfalls geschockt vom Wahlausgang, doch wollten sich damit nicht abfinden. Der Chor veröffentlichte ein Video „There will be light“ und plant nun eine Tour durch mehrere Südstaaten, die Brücken bauen soll, zeigen soll, dass Amerika viel mehr ist, als nur der Blick zum eigenen Bauchnabel. Der SFGC wird auf seiner „Lavender Pen Tour“ nach North Carolina, South Carolina, Mississippi, Tennessee, Georgia und Alabama reisen, um dort aufzutreten und, um mit einer „kräftigen, positiven Stimme unsere befreundeten LGBTQ+ Amerikaner, vor allem unsere LGBTQ+ Jugendlichen zu unterstützen. Und gleichermaßen wollen wir eine Hand zu einen ehrlichen Dialog mit allen Amerikanern ausstrecken“.

Der San Francisco Gay Choir sammelt nun Geld für seine Konzertreise in den Süden der USA. Es ist ein wichtiges Zeichen in diesen schwierigen Zeiten. Aufeinander zugehen, das sollte auch jemand anderes in diesem Land lernen und tun.

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24 Hours to Nowhere – die (Nicht)Memoiren des Hugo Race

Ein Interview mit Hugo Race:

      Interview mit Hugo Race

Jeder Musiker, der etwas auf sich hält, schreibt an einem Punkt seines Lebens seine Memoiren…oder läßt sie schreiben. Das wilde Leben des Rock’n Roll. Dass es auch anders geht, zeigt ein australischer Musiker, dessen Name vielleicht nicht vielen ein Begriff ist, der jedoch seit Jahrzehnten Platten veröffentlicht und um die Welt tourt. Hugo Race heißt er und hat nun sein erstes Buch veröffentlicht. “Road Series” ist die Geschichte eines Musikers, der mehr zu erzählen hat, als “Sex, Drugs and Rock’n Roll”.

Hugo Race, ein Musiker zwischen australischer Weite, dem Wilden Westen Amerikas und dem Großstadtdschungel Berlins. Foto: H. Race.

Hugo Race, 1963 in Melbourne geboren, ist ein Musiker, der seit Anfang der 80er Jahre sehr umtriebig ist. Er war Gründungsmitglied der Bad Seeds, Nick Caves Band, doch schon nach zwei Platten machte Race sich auf, fortan auf Solopfaden zu wandeln. “The True Spirit” and “Fatalists” hießen seine Begleitbands, dazu gab es noch Kooperationen mit anderen Musikern, darunter Chris Eckman von „The Walkabouts“ für das Projekt “Dirtmusic”:

Hugo Race hat kürzlich auch sein erstes Buch veröffentlicht. “Road Series” heisst es. Die Reise des Musikers durch die Jahrzehnte. „Das Buch kam nicht aus dem Nichts. Aber ich hatte nie den Plan so etwas wie meine Memoiren zu schreiben. Eigentlich schreibe ich schon sehr lange. Für ein paar Jahre sah ich mich als Autor und Journalist, aber dann kam für mich die Musik und diesem musikalischen Pfad folge ich seit nunmehr 35 Jahren. In der Zeit schrieb ich zwei Romane, die ich aber nicht veröffentlichen wollte. Die Wahrheit ist, ich habe sie nicht fertig geschrieben. Es waren Bücher, die ich irgendwann nicht mehr mochte und nicht mehr zu Ende bringen konnte. Also legte ich sie zur Seite.“

Hugo Race ist ein Beobachter, der in seinen Songs Nahaufnahmen beschreibt. Bilder von Liebe, dem zwischenmenschlichen Zusammensein, dem Leben auf dem “long Highway”. Race ist verankert im Country und Folk, hier dem eher düsteren Part des Genres. Das “Yippie-Yeah”, ein patriotischer Unterton liegt ihm fern. Er ist ein musikalischer Weltenbummler, das zeigt er nun auch in seinem Buch “Road Series”. „In den späten 2000ern, als ich mit “Dirtmusic” in Afrika arbeitete, gab es diese außergewöhnlichen Momente für uns und für mich. Die einfach passierten, ohne Belege und ohne Zeugen. Das führte dazu, dass ich über “Dirtmusic” in Afrika schrieb. Als ich von diesen Reisen zurück kam, traf ich mehrmals auf Leute, die mich nach meinen Erfahrungen in Mali fragten und danach, was wir dort gemacht haben. Und diese Fragen zu beantworten half mir, in meinem Kopf das Konzept einer Erzählung zu beginnen. Ich schrieb sie auf und schickte sie an das Overland Literature Journal in Australien, die sie veröffentlichte. Und das wurde auch das erste Kapitel von “Road Series”.“

Das Kapitel über “Dirtmusic” im malischen Bamako ist das elfte im Buch geworden. Bis dahin beschreibt Race das Leben “on the road”. Vom Weggang aus Melbourne, der Ankunft in England. Er selbst hat zwischen 1989 und 2011 in Europa gelebt, davon lange Zeit auch in Berlin. Hugo Race genoss das Leben in der wiedervereinigten Stadt, ihren Puls, ihre Kreativität in diesen umwälzenden Jahren, in der alles möglich war. „Ich wurde damals für ein paar Solokonzerte nach Berlin eingeladen. Ich war schon vorher, Mitte der 80er, mit den Bad Seeds in Berlin und wollte immer mal wieder zurück. Es war also im Sommer 1989, eine unglaubliche Stadt. Tagsüber gingen wir in den Seen schwimmen und nachts zogen wir durch die Bars. Es war anarchisch, es war intensiv.“

Hugo Race beschreibt in seinem Buch diese Tage in der geteilten Stadt. Und dann den Mauerfall, der für ihn ein Glücksfall wurde, wie er selbst sagt. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Auf einmal spielte er in Prag, in Warschau, in Budapest. Die Geschichten entstanden von selbst, so scheint es in “Road Series”. „Ich wußte, ich hatte viele Geschichten zu erzählen. Über Leute und Orte, die auf einem existentiellen Level nachgehallt haben. Und all das waren zeitliche Schnappschüsse von Orten, die es heute so nicht mehr gibt. Die ersten Kapitel von “Road Series” waren die letzten, die ich geschrieben habe. Es war schwer 30 Jahre zurück zu gehen und sich an Dinge zu erinnern und diese in eine Erzählung zu bringen. Dazu kam noch, dass die 80er Jahre für mich und viele meiner Freunde und Bekannten wild und frei waren. Auch wegen größeren Mengen an bewußtseinserweiternden Substanzen. Aber als ich anfing Wörter auf eine Seite zu schreiben, kamen auch die Erinnerungen zurück. Ich fand so viel in meinen Erinnerungen aus den frühen 80ern, die unter all den Erfahrungen späterer Jahre verborgen waren. Ich mußte mich stark konzentrieren, ich mußte meditativ vorgehen. Manchmal wie in Trance, wo ich mir den Raum vorstellte, in dem ich 1981 in der Wellington Street lebte. Und als ich das erreichte, erinnerte ich mich an Leute und an bestimmte Ereignisse.“

Und diese Details machen “Road Series” aus, ob sie nun stimmen oder vom Autoren selbst ausgeschmückt wurden. Keiner weiß das genau, wohl auch nicht Hugo Race selbst. In der Erinnerung erscheint vieles bunter. Race führt den Leser durch sein Leben, seine Erfahrungen, seine Erlebnisse, wie er sie im Rückblick glaubt durchlebt zu haben. Es ist nicht dramatisch, nicht das Glitzerleben eines großen Rock’n Roll Stars. Hier schreibt ein Musiker, der nicht im täglichen Rampenlicht steht, den viele von Ihnen wahrscheinlich gar nicht kennen. Kneipen, Bars, kleine Konzertorte, Underground Auftrittsmöglichkeiten sind sein Zuhause. Und diese Welt öffnet Hugo Race in “Road Series”. Er lebt von seiner Musik, und glücklicherweise kann er davon leben. Es ist ein Leben “on the road”, rastlos und immer in Bewegung. Für dieses Buch blickte er zurück und schrieb ein beeindruckendes Dokument über die wilden Jahre der Independent Musikszene und über das, was danach kam. Hugo Race hat immer seinen Platz gefunden, offen für Einflüsse, Kulturen, Menschen. “Road Series” ist ein äusserst lesenswertes Buch und das nicht nur für Menschen, denen Musik außerhalb der Charts am Herzen liegt.

Musik zum Entdecken

In Oakland regnet es, sogar mein Hund will nicht vor die Tür. Ich schreibe an einem Artikel über die Todesstrafe und so ganz nebenbei höre ich Musik der etwas anderen Art. Touch ist eine audio-visuelle Gemeinschaftsprojekt mit Sitz in London und Los Angeles. Das was auf dem touch Label erscheint sind klangvolle Soundlandschaften, denen man sich öffnen muß….wenn man denn will. Denn was hier zu hören ist, sind keine eingängigen Melodien, keine tiefgehende Texte, kein tanzbaren Songs.

Kennt jemand Bethan Kellough, Heitor Alvelos, Thomas Ankersmit, Yann Novak oder Carl Michael von Hausswolff? Alles Musiker und Klangkünstler, die auf touch ihre Arbeiten veröffentlichen. Nicht in großen Stückzahlen, wir reden hier von wenigen Hundert CDs oder LPs oder EPs oder WAV Files, die interessierte Hörerinnen und Hörer erwerben.

Gerade läuft das Album „Aven“ von Bethan Kellough. Es ist schwer zu beschreiben, was da gerade passiert. Es sind tragende Töne, mal laut, mal leise, die einen umspielen, live aufgenommen in Los Angeles. Ich bedauere, nicht bei diesem Konzert dabei gewesen zu sein. Es ist Hinhörmusik, nichts für nebenbei.

Da ist Heitor Alvelos, ein Klangkünstler, der jahrzehntelang Field Recordings sammelte und diese in seine Aufnahmen einfließen läßt. Manches klingt so wie der Wind in einer verlassenen Industrieanlage. Und nun fragt sich vielleicht der eine oder die andere, warum man sich sowas anhört? Warum nicht, ist meine Antwort. Musik ist mehr als nur das, was man im Dudelfunk, den Charts und Tanzschuppen zu hören bekommt. Das, was touch hier offenbart, ist die Verschiebung der „normalen“ Musikgrenzen. Hinhören, Zuhören, sich leiten lassen in ganz andere Klangdimensionen, wie wir sie kennen. Man muss sich darauf einlassen, bereit sein, sich fordern zu lassen.

Ein spitzer, schriller Ton drillt sich in meinen Kopf. Sechs Minuten lang, die lang und länger werden. Thomas Ankersmits „Stimulus 2489Hz-3295Hz“, ein irres Teil. Musik? Ich weiß es nicht, als es zu Ende ist hallt es in meinen Ohren weiter.

hararCarl Michael von Hausswolff vertont eine Reise nach Äthiopien. Field Recordings in einem Klangbad, das eigentlich aus einem einzigen Ton besteht. Es ist wie das Wohlfühlen in einem heißen Bad. Man rutscht tiefer in die Wanne, das warme Wasser umspielt den ganzen Körper. Hier ist es diese Musik, die einen ganz erfasst. Beeindruckend, was da passiert.

Ich bin mir sicher, nicht viele Menschen sehen und hören all das wie ich. Nicht, dass ich da das geschulte Ohr oder die musikalische Bildung genossen oder den intellektuellen Ansatz zur Klangkunst gefunden habe. Ganz im Gegenteil, ich tue mir sehr schwer, das in Worte zu fassen, was ich da höre. Diese Musik spricht mich vielmehr emotional an, auch wenn da nur ein Ton ist, der sich leicht verändert. Was ich jedoch in all den Jahren Plattensammeln und Radio Goethe produzieren und um die Welt reisen gelernt habe, ist, das Musik ein offenes Ohr verlangt. Wassertrommeln in Kamerun, ein Percussionist im Niger, der aus Kallebassen unglaubliche Töne herausholt, ein somalischer Musiker, der in Hargeisa nur mit seiner Stimme und einem traditionellen Saiteninstrument mich inne halten ließ. Und eben hier, die Tiefen, die Weiten, die Schwere, die seltsame Welt der Klangkunst. Musik verlangt das Hinhören ohne Grenzen im Kopf. Nicht mehr und nicht weniger. Ein etwas anderer Soundtrack für einen verregneten Samstagnachmittag.

Keiner will für Trump spielen

Das neueste T-Shirt im Kid Rock Merchandise Store.

Das neueste T-Shirt im Kid Rock Merchandise Store.

Donald Trump hatte schon im Wahlkampf das Problem, dass keiner für ihn spielen wollte. Zwar kündigte er großmäulig an, der republikanische Parteitag mit seiner Nominierung werde eine große Party mit namhaften Musikern werden, doch daraus wurde nichts. Irgendwie wollte keiner.

Und nun steht das Trump Team vor dem selben Problem. Die Vereidigung steht an, normalerweise ist dieser Tag immer eine große Feier in Washington DC mit zahlreichen Bällen und Parties. Aber keiner der angefragten Musikerinnen und Musiker hat bislang zugestimmt. Weder Beyonce noch Aretha Franklin wollen singen, wie sie das für Präsident Obama machten.

Donald Trump und Ted Nugent im Wahlkampf.

Donald Trump und Ted Nugent im Wahlkampf.

Trumps Leute telefonieren sich derzeit wund, doch ohne Erfolg. Bislang haben nur Kid Rock und Ted Nugent zugesagt, zwei sehr fragwürdige Gestalten im Musikzirkus. Beide vertreten das Mantra „Guns Nation Trump“. Und Kid Rock bietet sogar auf seiner Webseite eindeutige T-Shirts an. Auf einem spricht er von „Dumfuckistan“ und meint damit die Bundesstaaten, die bei der Wahl für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton stimmten. Alle anderen Staaten werden als „United States of America“ bezeichnet.

Auch Ted Nugent ist bekannt für seine konservativ-patriotischen Äusserungen und seine Haltung zum Waffenbesitz in den USA. Er setzte sich im Wahlkampf in seinem Heimatstaat Michigan für Donald Trump ein und der sieht in ihm einen wichtigen Unterstützer für seinen Wahlsieg in dem Bundessstaat. Donald Trump, Kid Rock und Ted Nugent, ein Trio der Großmäuler, die sich perfekt ergänzen. Auf das Konzert am Rande der Trumpschen Präsidentenvereinigung kann man als mehr als gespannt sein.

In der Trauer die Hoffnung

Das "Ghostship" am Tag danach. Foto: Reuters.

Das „Ghostship“ am Tag danach. Foto: Reuters.

Die gedrückte Stimmung spürt man überall in Oakland. Das Feuer vom vergangenen Freitag in einer Lagerhalle im Fruitvale Distrikt brannte sich durch die gesamte Stadt. Gestern kamen Tausende am Lake Merritt in Downtown Oakland zusammen, um der Opfer zu gedenken. 36 Tote wurden bislang gefunden, noch nicht alle konnten identifiziert werden.

Die Katastrophe hat auch die Frage aufgeworfen, wie eine vitale, kreative und offene Kunst- und Kulturszene in einer Stadt wie Oakland leben und überleben kann, wenn die Mieten ständig steigen, kein Raum mehr für Kulturschaffende bleibt. Braucht das kulturelle Leben in einer Großstadt Schutz- und Freiräume? Das Feuer vom Freitag zeigte vielen auf, unter welchen Bedingungen Kunst entsteht, was Künstler und Kunstbegeisterte machen und machen müssen, um das zu schaffen, was diese Stadt und diese Region auch ausmacht.

Die Bay Area mit ihren kreativen Zentren San Francisco, Oakland, Berkeley, Marin und Sonoma County zeichnet aus, das hier immer irgendetwas passiert. Viele der Kunstobjekte beim alljährlichen Burning Man Festival werden hier entworfen, erstellt, erbaut. Künstler leben dafür in Fabrikhallen, machen Abstriche. Auch bei der Sicherheit. 1305 31st Avenue, bekannt als „Ghostship“ war da keine Ausnahme.

Die aktuelle Diskussion geht nun auch darum, wie die Stadt Oakland, die Behörden reagieren werden. Ob sie mit harter Hand vorgehen, alle umgewandelten Fabrik- und Produktionsstätten durchforsten und darauf drängen, dass alles „up to code“ sein muß. Das würde das Ende der reichhaltigen und vielseitigen Kunst- und Kulturszene Oaklands bedeuten. Oder wird man mit den Kulturschaffenden der Stadt einen gemeinsamen Weg finden, um den kreativen Puls Oaklands am Schlagen zu erhalten und gleichzeitig die Sicherheit aller zu garantieren. Und wird man es schaffen Künstler und Musiker hier zu halten, ihnen Räume zum Arbeiten und zum Leben zu bieten? Oakland steht nach einer unvorstellbaren Katastrophe vor dieser Frage, vor dieser gewaltigen Aufgabe. Sie ist zu lösen, wenn man denn erkennt, welchen Wert Kunst, Kultur auch fernab der Museen, Galerien und geförderten Treffpunkte für eine weltoffene, interessante, lebenswerte und vielschichtige Stadt wie Oakland hat.

Auch Goethe würde Radio hören

      Radio Goethe Station ID

rg_karteVor 20 Jahren fing das mit Radio Goethe an. Am 23. November 1996, einem Samstagmorgen, ging ich zum ersten Mal auf KUSF 90.3 fm „on air“. Das war nur ein paar Monate nach meinem Umzug von Nürnberg nach San Francisco. KUSF war damals der Collegesender der Stadt. Er gehörte der jesuitischen „University of San Francisco“. Doch das Uniradio war mehr als nur Unifunk. KUSF war ein wichtiger Communitysender in der Stadt, der offen war für viele Minderheiten, ethnische Gruppen und die etwas anderen Programme. Da gab es eine finnische Show, eine türkische, Radiotheater und Sendungen von Behinderten, die Show eines schwulen Pastors. Radio Goethe wurde zwischen die armenische und die persische Sendung gepackt. Hier auf der 90.3 fm hörte man die Welt. Und mein Freund Ramon Montana lieferte mir die Verpackungselemente und Station IDs, die auf KUSF sofort auffielen. Der Sender war eine der wichtigsten Collegestationen in den USA und hatte viele bekannte Musiker und Bands gefördert, darunter Metallica, Nirvana, Tom Waits, PJ Harvey uva.

      Radio Goethe Station ID

Anfangs sendete ich auf Deutsch, später dann zweisprachig und schließlich ganz auf Englisch. Radio Goethe heißt übrigens Radio Goethe, weil ich keinen besseren Namen wußte. Damals ging ich zum Goethe-Institut und fragte, ob sie die 40 Dollar Sendekosten pro Sendung übernehmen würden. Der damalige Direktor willigte ein, fragte mich, ob ich schon einen Namen für die Sendung hätte. Als ich verneinte, schlug er Radio Goethe vor. Dabei blieb es, auch wenn kaum ein Amerikaner Goethe kennt und erst recht nicht aussprechen kann. Station IDs von Sammy Hagar oder anderen Rockgrößen klangen dann mehr nach Gothic Radio oder Radio Gute.

      Sammy Hagar Station ID

rgm_button2Egal, ich sendete jeden Samstagmorgen live. Um halb elf gab es dann noch einen Nachrichtenblock, selbst gelesen oder wenn ich Praktikantinnen bei meinem Job mit der Neuen Presse hatte, übernahmen die die Rolle der Nachrichtensprecherin. Die News fielen dann irgendwann ganz weg, ich sendete fortan am Donnerstagabend. KUSF war einer der ersten Sender, die auch im Internet ausstrahlten. Und auf einmal bekam ich Rückmeldungen von Hörern außerhalb des eigentlichen Sendegebietes. Die Vorstellung begeisterte mich, dass diese Idee des Lokalfunks total aufgehoben wurde. Mit einer Projektidee wandte ich mich an das deutsche Generalkonsulat San Francisco. Ich wollte Radio Goethe ausbauen, anderen College- und Communitystationen in den USA und Kanada anbieten. Das GK stimmte nach Absprache mit der deutschen Botschaft in Washington zu und so begann die Ausbreitung von Radio Goethe mit einer extra produzierten Sendung. Das ist etwas, was wohl so nur in den USA möglich war. Collegesender, die die musikalische Welt in ihre Städte und Gemeinden holen wollten.

      T.C.Boyle Station ID

Heute, 20 Jahre später, ist die Sendung auf rund 40 Stationen zu hören. Sender kamen, Sender gingen. Über die Jahre war und ist Radio Goethe terrestrisch in den USA, Kanada, Neuseeland, Namibia, Irland, Polen, Tschechien, Slowenien, Dänemark, Österreich, Schweiz und Deutschland zu hören (gewesen). Hinzu kommen allwöchentlich Hörerinnen und Hörer, die sich online zuschalten, das Podcast abonniert haben. Die Live-Sendung gibt es nicht mehr. Die Jesuiten der „University of San Francisco“ haben vor ein paar  Jahren die Frequenz 90.3 fm für viel Geld verkauft und damit die wichtige Community Station KUSF zerschlagen.

      Oliver Stone Station ID

rgm_button1Radio Goethe war und ist eine „One Man Show“. Eine Einstundensendung, die Woche für Woche an die Stationen überspielt wird. Ich brauche meine Playlist mit niemandem abzustimmen, ich brauche keine Werbung schalten, ich verdiene keinen Cent mit der Show. Radio Goethe ist mein Ding, und ich weiß, mein Geschmack ist nicht der von vielen. Es ist Minderheitenradio, Radio für Musikinteressierte und -begeisterte, für all jene, die offen sind, mir einfach mal zuzuhören. Es macht Spaß, noch immer, deshalb mache ich weiter. Ich spiele, was mir gefällt. Natürlich habe ich musikalische Vorlieben, natürlich hat sich mein Geschmack über die Jahre verändert. Heute kann ich aus den vollen Regalen greifen, es hat sich viel angehäuft. Damals, an diesem ersten Samstag im November 1996, hatte ich nur ein paar CDs bei mir. Viel hatte ich damals nicht in meinen zwei Koffern mit in die USA bringen können. Aber es war ein Anfang, das Archiv von KUSF bot mir noch weitere deutsche Acts, darunter DAF, die Einstürzenden Neubauten, Faust, Kraftwerk und viele der eher abgefahreneren Bands der 70er und 80er Jahre.

      Herbert Grönemeyer Station ID

rgembassyIm Rückblick gibt es viele Highlights, von denen ich berichten kann. Viele schöne Interviews mit Musikern, Musikerinnen und Bands, Schauspielerinnen und Schauspieler, Politikerinnen und Politiker, einen Radiopreis für das auf Radio Goethe ausgestrahlte Feature über das Lied der Moorsoldaten, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für meine kulturelle Arbeit im Ausland, „Radio Goethe Magazine“ eine Zusammenarbeit mit deutschen Uniradios, Live-Präsentationen an Unis, High Schools, in der deutschen Botschaft in Washington und sogar im ruandischen Butare, die Vermittlung von Infamis an Wim Wenders…

      Extrabreit Station ID

rg_buttonDoch was für mich vor allem wichtig war und ist, sind die vielen Freundschaften, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Dafür bin ich sehr dankbar. Freundschaften mit Musikerinnen und Musikern, Promotion- und Labelvertretern…ihr wisst, wer ihr seid. Und dann auch mit Hörerinnen und Hörern, die im ganzen Land zu finden sind. Als ich noch die Live-Sendung auf KUSF hatte, diskutierte Woche für Woche am Donnerstagabend eine Gruppe von ihnen online über das, was ich da sendete. Oder beim Kraftwerk Konzert in Oakland. Ich hatte meine vom Höchstadt gedruckte Radio Goethe Jacke an (Danke Atze), stand da und wartete auf den Beginn des Konzerts. Auf einmal sprach mich jemand an und fragte, woher ich die Jacke habe, er höre regelmäßig Radio Goethe. Ich sagte „I am Radio Goethe“. Aus diesem Treffen wurde eine Freundschaft.

      Nena Station ID

Ich weiß, ich kann es nie allen recht machen. In einer Stunde kann man nur soviel Musik spielen, und ja, ich habe meine Lieblingsbands, die da immer wieder auftauchen. Bands, die mir gefallen, am Herzen liegen, die mir sehr viel bedeuten. Meine Verbindung zu Nürnberg und Franken kommt auch immer wieder durch. Zuletzt mit der Straßenkreuzer CD (Danke Martin) oder auch mit Fiddler’s Green, mit denen mich seit Jahren eine enge Freundschaft verbindet (Danke Stefan).

20 Jahre Radio Goethe, ich hätte nie gedacht, dass das mal so lange läuft. Aber es ist für mich zu einem Selbstläufer geworden, Woche für Woche Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu präsentieren. Zum Schluß dieser Zeilen ein herzliches Dankeschön an alle, die „den da drüben in Kalifornien mit seinem Radio“ unterstützt haben. Mit Musik, mit dem Zuhören, mit den Rückmeldungen. Ohne Euch wäre schon längst die letzte Sendung gelaufen.

      Stendal Blast Station ID

In den Tiefen der Klangkunst

Lustmord heißt das Projekt des walisischen Musikers Brian Williams. Nun läuft hier seine jüngste CD „Dark Matter“ und ich überlege, wie ich das beschreiben kann, was ich da höre. Williams ist ein Musiker, der sich im Industrial und Ambient Bereich bewegt. Das heißt, er arbeitet mit weiten, düsteren Klangflächen, dazwischen Töne und Einspielungen, Sounds, die man aus dem alltäglichen Leben kennt oder zu kennen glaubt.

Für „Dark Matter“ hat Williams durch eine kosmische Audio-Bibliothek gegraben, die zwischen 1993 und 2003 entstanden ist, darunter auch Töne aus den NASA Forschungscentren (Cape Canaveral, Ames, The Jet Propulsion Laboratory und Arecibo), The Very Large Array, The National Radio Astronomy Observatory. Rhythmus, Melodie, Texte gibt es bei Lustmord nicht. Vielmehr sind es alptraumhafte Tonspuren, ein statisches Rauschen, Metall auf Metall, eine klangliche Schwere, die den Hörer nach unten zieht. Es ist der Soundtrack der eigenen Ängste, die Bilder dazu liefert man selbst.

Auf „Dark Matter“ taucht man ein in teils abgrundtiefe Soundlandschaften, die einen – die mich – erfassen, beeindrucken, bewegen. Aufgenommen wurde das Album im Dezember 2015 in den Los Angeles Studios des Touch Labels, bekannt für seine eher „anderen“ Veröffentlichungen. Hier entstehen keine Hits, keine Mitschunkelsongs, kein neuer Superstar wird geboren. Drei Songs sind auf der CD zu finden (Subspace, Astronomicon, Black Static), Gesamtlänge 70 Minuten und 42 Sekunden. Hier werden die Grenzen der Musik ausgelotet. Und das nicht behutsam, sondern mit einer unglaublichen Gewalt. Für mich ist es ein Sog, der da aus den Boxen tönt, einen mitreisst, taumeln lässt. Musik zum Hinhören, nichts für nebenbei. Erst dann erfasst man die ganze Tiefe dieses unglaublich beeindruckenden und sehr persönlichen Albums.

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Kultur ist unkatrumpbar

Die Woche 1 nach dem Wahlsieg von Donald Trump neigt sich dem Ende zu. Überall im Land gibt es Proteste, die Fragen sind groß, die Antworten bleiben aus. Trump wird das Land regieren, vielleicht, wenn er seinen Wahlkampfkurs fortsetzt, die USA in eine internationale Isolation schippern.

ALP live im Green Music Center an der California State University in Sonoma.

ALP live im Green Music Center an der California State University in Sonoma.

Und gerade in dieser Woche spielten ALP aus Berlin in Oregon und Kalifornien. Drei Konzerte – Corvallis, San Francisco, Rohnert Park – die zeigten, wie wichtig der kulturelle Austausch ist. „Die Sinfonie der Großstadt“, Walter Ruttmanns Klassiker aus dem Jahr 1927, wurde in Corvallis und an der California State University in Rohnert Park aufgeführt. „Das Cabinet des Dr. Caligari“ am Goethe-Institut in San Francisco.

ALP kamen an der CAL State in den Green Music Center und dort in die Schroeder Hall, benannt nach der Peanuts Figur von Charles Schulz. Die Schulz Familie hat in Sonoma County viele Kunst- und Kulturprojekte finanziell gefördert und unterstützt, darunter auch diesen klangvollen und akustisch einmaligen Konzertsaal, der für „Die Sinfonie der Großstadt“ fast ausverkauft war.

Der zeitlose Film bekam durch die Live-Vertonung eine ganz neue Untermalung. Vor fast 90 Jahren wurde dieses filmische Meisterwerk veröffentlicht. Walter Ruttmann muß wohl in diesen Tagen vor 90 Jahren seine Aufnahmen gedreht haben, danach in mühevoller Kleinstarbeit an das Schneiden des Materials gegangen sein, um diesen rhythmischen Tagesablauf auf die Leinwand zu bringen. Wer die Sinfonie nicht kennt, sollte sich die Zeit nehmen. Es ist das Bild eines Tages in Berlin, die Menschen, das Leben, der Alltag, die Probleme, die Schönheiten, die Tiefe und die Nähe der deutschen Hauptstadt. Berlin in den 1920er Jahren war eine beeindruckende und faszinierende Stadt.

Und auf diese visuellen Eindrücke legt das Trio ALP aus Berlin einen Soundtrack, der so ganz anders ist. Leichte Loops aus dem Mac wechseln mit einem Gitarrenbrett ab. Leise Töne, ein Farbpinsel über die E-Gitarre gestrichen vor einem dramatischen Drumbeat. Ein tiefer Bass neben den friedvollen Klängen eines Kinder-Xylophons. Es ist eine vielschichtige Musiklandschaft, die hier entsteht. Der Soundtrack unserer Zeit für einen epochalen Film aus einer verlorenen Zeit, der wegbereitend für viele Filmemacher nach ihm waren. Es ist ein Brückenschlag zwischen dem längst Vergangenem und dem Hier und Jetzt.

Ja, man denkt bei den Bildern aus dem Berlin der späten 20er Jahre an die drohende Katastrophe, an die tiefreichenden Veränderungen, die diese Stadt schon bald ereilten. Und auch hier ist die Verbindung zwischen dem Gestern und dem Heute, denn mit Sicherheit haben viele an die Veränderungen gedacht, die nun auf uns zu kommen werden. Vor dem Konzert war der Wahlsieg des New Yorker Egomanen das Thema schlechthin. Es sind ungewisse Zeiten, im Film und vor dem Konzertsaal.

Musik ist wahrlich eine verbindende Sprache

Mal ehrlich, wer kennt eine Band, einen Musiker, eine Musikerin aus dem Niger? Ich muß ganz ehrlich sagen, ich kenne auch nur deshalb Fatou Seidi Ghali & Alamnou Akrouni, weil ich vor meiner Reise in den Niger nach Musik aus diesem mir unbekannten Land suchte. Viel gab es nicht zu entdecken, zumindest schien es mir so.

Am letzten Tag meiner Reise in den Niger hatte ich noch ein Hintergrundgespräch in der deutschen Botschaft, danach ein Interview mit dem Länderdirektor von CARE und dem Mann von CARE, der den Dialog zwischen Muslimen und Christen im Niger initiierte. Und dann stand zum Abschluß noch ein Besuch bei der Band Studio Shap Shap an. Eine Freundin meiner CARE-Mitreisenden war mit der Gruppe befreundet und meinte am ersten Abend in Niamey, wir sollten sie uns ansehen. Und zum Glück klappte es.

shap1Jeden Freitag spielt und probt die Band im Garten von Sakina zusammen, einer kleinen, ausdrucksstarken Frau voller Energie. Sie lebt seit 13 Jahren im Niger und hat für dieses Projekt eine Reihe von unglaublich guten Musikern um sich geschart. Unter einem selbstgebauten, traditionellen Holzpavillon ist der „Proberaum“. Teppiche, ein paar Stühle, die Instrumente, Lautsprecher darum herum aufgestellt. Kurz nach unserem Eintreffen begann die Magie, anders kann ich es nicht beschreiben. Instrumente, die ich noch nie zuvor gesehen habe im Einklang mit Field-Recordings von Sakina, die sie per Laptop einspielte. Dazu ein Percussionist, der seinen Fuß auf der Trommel ablegt, ihn bewegt und so Töne aus dem Instrument zaubert, die unglaublich sind. Ein Beat, dazu eine Bassgitarre, ein Klavier und dann noch eine Harfe aus Ziegenleder, selbst hergestellt vom Musiker aus dem Tschad.

shap2shap3shap4Und all das findet hier in diesem Garten zusammen. Hin und wieder hört man Alltagslärm im Hintergrund, ein Auto fährt vorbei, ein Kind schreit, jemand hämmert auf irgendwas herum. Aber selbst das stört nicht, irgendwie geht es auf in diese wunderbare Klangwelt, die hier vor meinen Augen und Ohren entsteht. Diese Mischung aus traditionellen Musikansätzen, an Field-Recordings, an Spoken-Word, diese Offenheit an Einflüssen und Musikstilen, es ist ein wahrer Hörgenuss. Und auch die vielen Sprachen der Musiker werden Teil dieser weiten Soundwelt. Unverständlich und doch so wunderbar passend. Sprache als Klangbereicherung.

Studio Shap Shap haben vor ein paar Monaten genau hier in diesem Garten mit der Unterstützung eines französischen Aufnahmetechnikers eine CD aufgenommen, die nun erscheinen wird. Zu hören UND zu erwerben ist sie schon auf der Bandcamp Seite von „Studio Shap Shap„. Ich kann sie nur empfehlen. Habe ich schon gesagt, dass dies ein wunderbarer Ausklang meiner Nigerreise war!?