Hillary Clinton als Piñata

Es war lange Zeit ein offenes Geheimnis, dass Hillary Clinton kandidieren wird. Und genauso war es ein offenes Geheimnis, dass die Konservativen im Land mit aller Gewalt gegen die Kandidatur der vehassten Hillary angehen werden. Irgendwie hat man das Gefühl, da seien noch ein paar Rechnungen offen. Die Clintons sind das rote Tuch seit den frühen 90er Jahren. Als Hillary 2008 kandidierte, machte nicht nur der FOXNews und Talk Radio Moderator Sean Hannity gegen sie mobil. Sein “Stop Hillary Train” wurde früh gestoppt, doch ich würde mich nicht wundern, wenn seine Kampagne auch zum Scheitern der damaligen Hillary Kandidatur beigetragen hätte.

Nun wird eine neue Runde eingeläutet. Die alten Clinton Skandale aufgewärmt, ihre Abstimmungen als US Senatorin peinlichst genau durchgesehen, ihre Arbeit als Außenministerin penibelst analysiert, die Machenschaften der Clinton Foundation unter die Lupe genommen. Und heraus kommen mit Sicherheit offene Fragen, die zu Skandalen und Skandälchen aufgebauscht werden können. Die Clintons, die man seit Jahrzehnten glaubt zu kennen, haben noch so einige Leichen im politischen und privaten Keller liegen.

Hillary Clinton ist zur Piñata im Wahlkampf geworden.

Hillary Clinton ist zur Piñata im Wahlkampf geworden.

Der konservative Journalist Peter Schweizer ist Teil der neuen Kampagne gegen Clinton. Sein aktuelles Buch heißt “Clinton Cash” und verfolgt die Arbeit der Clinton Foundation und den gleichzeitigen Reichtum des bekannten Politikerpaares. Hand in Hand gehen da Spenden an die Organisation und sehr lukrative Redebeiträge von Bill und Hillary Clinton. 250.000-300.000 Dollar kassierten sie zum Teil von fragwürdigen Regierungen, die dann auch noch Gelder für die Stiftung locker machten.

Auch Hillarys Amtszeit als Außenministerin wird nun genauestens untersucht. Welche Deals gab es, welche Hinterzimmerverträge wurden unterzeichnet, die dann auch noch zeitgleich mit Überweisungen an die Clinton Foundation zusammen fielen. Den großen Skandal gibt es bislang nicht, das einzige, was gerade von FOXNews aufgeblasen wird ist, ein Urangeschäft mit Russland. Für 600 Millionen Dollar kaufte Russland Schürfrechte, die vom Außenministerium unter Hillary Clinton genehmigt werden mußten. Später stellte sich heraus, dass das russische Bergbauunternehmen hinter dem Deal auf Umwegen 2,35 Millionen Dollar an die Clinton Foundation überwiesen hatte. Zufall oder Skandal?

Die Republikaner und ihr konservatives Umfeld setzen nun nicht mehr nur auf FOXNews und die bekannten Talk Radio Köpfe, sie gaben ihre Informationen auch an die Washington Post und die New York Times weiter. Sie wissen, Hillary kann nur so geschlagen werden, wenn Zweifel im eigenen Lager auftauchen. Und die werden nun Tag für Tag, Woche für Woche gesät.

Hillary Clinton ist die einzige Kandidatin auf weiter Flur bei den Demokraten. Kein anderer hat sich bislang nach vorne getraut, denn es gibt keinen anderen neben der Über-Demokratin, einstigen First Lady, US Senatorin, Außenministerin. Hillary Clinton ist zur Piñata im Wahlkampf geworden. Die Frage ist jetzt, wie lange sie unter den einprasselnden Schlägen durchhalten kann.

Geld regiert die Welt

Die Nachricht kam im republikanischen Lager einem Erdbeben gleich . Die New York Times berichtete, dass sich David Koch und sein Bruder Charles Koch auf einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl geeinigt hätten. Wisconsins Gouverneur Scott Walker soll der Auserwählte sein. Die Koch Brüder sind Milliardäre, ihr Geld machte die Familie im Ölgeschäft. “Koch Industries” ist das zweitgrößte Unternehmen in privater Hand in den USA. Die Kochs fördern schon seit Jahrzehnten mit ihrem Reichtum konservative Institute in den USA, sie galten lange Zeit als die Finanziers der Tea Party Bewegung und ohne ihre Schecks wird kein Republikaner gewählt.

Die Milliardärsbrüder David und Charles Koch.

Die Milliardärsbrüder David und Charles Koch.

Doch nun ließ ein enger Vertrauter der “Koch Brothers” durchblicken, dass noch keine echte Entscheidung getroffen worden sei. Vielmehr werde man im Sommer zu einer Konferenz laden, auf der einige der Kandidaten ihre Positionen verdeutlichen dürfen. Man werde genau hinschauen, was für ein Team der jeweilige Kandidat zusammen gestellt hat, wie er sich präsentiert und vor allem “how they articulate issues the Kochs care about”, also wie sehr der Kandidat die Weltsicht der Brüder in Washington umsetzen würde.

Und die Weltsicht der “Brothers” ist eindeutig. Von Demokraten halten sie nichts, sie verstehen sich als “pro freedom”, die Märkte bestimmen die Gesetze und Umweltpolitik steht nicht gerade hoch auf ihrer Prioritätenlisten. So haben sie 400 Kongressabgeordnete mit allerlei Grün davon überzeugt – oder gedrängt, ihre Unterschrift unter ein Versprechen zu setzen, dass diese keine Gesetze gegen “Global Warming” unterstützen ohne gleichzeitige drastische Steuererleichterungen. Die Kochs sitzen mit an den Schaltstellen Amerikas.

Bei der letzten Wahl 2012 waren sie alles andere als erfreut, als sich am Ende Mitt Romney im GOP Kandidatenfeld durchsetzte. Sie sahen ihn als einen Abklatsch von Barack Obama, als keine ernstzunehmende Alternative im Kampf für die Rückeroberung des Weißen Hauses.

Der Wahnsinn der Nullnachrichten beginnt

HIllary Clinton geizt beim dem Trinkgeld.

HIllary Clinton geizt beim Trinkgeld.

Au weia! Eineinhalb Jahre Nullnummer und Nullnachrichten liegen vor uns. Jedes Wort, jede Bewegung, jede Geste der Kandidaten wird auf die Goldwaage gelegt. Und allen voran Hillary Clinton. Die ist derzeit nach ihrer offiziellen Verkündung ihrer Kandidatur auf einer Promotour durch jene Bundesstaaten, die zuerst die Vorwahlen haben. Und da passierte es, in Iowa machte ihr Bus vor einem Chipotle Halt, das ist ein mexikanisches Fast Food Restaurant. Hillary und ihre Mitarbeiterin bestellten “chicken burrito bowl, a chicken salad, a blackberry Izzy, and a soda”, wie der Manager des Betriebs danach erklärte. Doch dann geschah es, weder Hillary Clinton noch ihre Begleiterin ließen ein Trinkgeld zurück. Sowieso zahlte die Clinton Begleiterin. “Ihre Rechnung war etwas über 20 Dollar, sie zahlten mit 21 Dollar und steckten das Wechselgeld ein”, so der Restaurantleiter gegenüber der Presse.

Unglaublich! Da ist doch Hillary Clinton auf einer Tour durch die USA, um mit den Bürgern und dem Volk zu bandeln und dann hinterlässt sie nicht einmal ein Trinkgeld bei denen, die es nötig haben. Die Konservativen stürzten sich darauf. Talk Show Moderator Rush Limbaugh machte damit in seiner Sendung auf. Vor wenigen Monaten habe Clinton noch 300.000 Dollar pro Auftritt erhalten und nun könne sie nicht einmal einen Dollar Trinkgeld hinterlassen, so der wortgewaltige Obama und Clinton Hasser. Falsch sei sie, eine Heuchlerin, “out of touch with the American people”, so auch die einhellige Meinung auf FOXNews.

Leider wird dabei übersehen, dass man eigentlich kein Trinkgeld in einem Fast Food Restaurant hinterlässt. Doch auch wenn man das tut, oder eben auch nicht tut, warum ist das nun eine nationale Schlagzeile? Hillary Clinton ist weder Mutter Theresa noch ein heilsbringender Engel. Sie ist Politikerin und kandidiert fürs Weiße Haus. Sie sollte, wie jeder andere Kandidat und Politiker auch, an ihrer und seiner Arbeit gemessen werden. An den Ideen, Inhalten und Konzepten des Wahlkampfs. Doch darauf kommt es wohl wieder einmal nicht an. Es wird ein drei Milliarden Dollar Wahlkampf werden, in dem es mehr um Trinkgeld, Kleidung, Essen und Gesten gehen wird, als um eine sinnvolle und inhaltliche Debatte über den Ist-Zustand und die Zukunft Amerikas. Das für sich sagt sehr viel aus über die eigentliche Lage der Nation.

 

Hillary eint die Partei…die andere

“Washington Insider”. “Teil der Washingtoner Maschine”. “Von Gestern”. “Dritte Obama Amtszeit”. “Korrupt”. Das sind nur einige der Aussagen von führenden Republikanern, darunter auch Präsidentschaftskandidaten der GOP, nachdem Hillary Clinton ihre Kandidatur offiziell bekannt machte. Eigentlich sind sich die Republikaner spinnefeind, die Gräben sind tief zwischen den Flügeln der Partei. Aber was sie eint ist ihre Abneigung und ihr Hass gegenüber Hillary Clinton.

Die bekam das gleich mal zu spüren, was in den nächsten eineinhalb Jahren auf sie einprasseln wird. Doch Hillary Clinton hat eine dicke Haut. Sie kennt das Geschäft, als ihr Mann erst Gouverneur dann Präsident war. Als sie Senatorin, dann Präsidentschaftskandidatin und schließlich Außenministerin wurde. Kein anderer weit und breit im Kandidatenfeld kann so viele positive wie negative Erfahrungen in der Politik vorweisen.

Dennoch war die geballte Ladung überraschend. Kandidat Rand Paul wartete gleich mit einem Filmchen auf, der in einigen Bundesstaaten über die Mattscheibe laufen wird und dazu im Internet weit verbreitet wurde. Jeb Bush, noch nicht erklärter Kandidat, rief seine Anhänger zu Spenden auf, denn Hillary Clinton wolle in diesem Wahlkampf 1,7 Milliarden Dollar eintreiben. Der Kampf sie zu stoppen werde teuer, so Bush. Kandidat Ted Cruz erklärte, Clinton habe die USA unsicherer gemacht, denn unter ihr als Außenministerin mußten “wir den Aufstieg Russlands, des Iran und ISIS” mitansehen. Und Marco Rubio, der am Montag als dritter republikanischer Kandidat seinen Namen in den Wahlkampfhut warf, meinte, diese Wahl gehe um Kandidaten, die “nicht im 20. Jahrhundert hängen geblieben sind”. Eine klare Breitseite gegen Clinton.

Hillary selbst zeigte sich unbeeindruckt und reagierte gar nicht auf die Angriffe. Und da hat sie wohl recht, man muß nicht alles kommentieren, was da im Wahlkampf erzählt und erklärt und gebrabbelt wird.

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Hoppla, jetzt komm ich

Erst die großartige Ankündigung vor ein paar Tagen “Breaking News, Hillary Clinton is going to announce her candidacy on Sunday” und nun ist Sonntag und sie hat es doch tatsächlich gemacht. “Breaking News”!!! Welch Wunder, Hillary Clinton kandidiert und die 24 Stunden Nachrichtenkanäle drehen am Rad. Das Video, in dem sie ihre Kandidatur erklärt wird analysiert bis zum Abwinken.

Klar ist, Hillary positioniert sich, will, wie eigentlich alle Kandidaten, die Mittelschicht stärken. Und sie geht gleich mal mit einer klaren Haltung für gleichgeschlechtliche Ehen auf Konfrontationskurs mit einigen der republikanischen Hardliner. Die einstige First Lady, Senatorin und Außenministerin macht Schlagzeilen mit einem “bewußt zurückhaltenden” Wahlkampfauftakt. Keine große Rede, vielmehr ein Video, dass die Kandidatin im Herzen Amerikas zeigt. Eine Kämpferin für Dich und mich. Und man hat das Gefühl, sie hat aus der Vergangenheit gelernt. Da ist sicherlich die erfahrene Politikerin, die mit allen Wassern gewaschen ist. Doch da ist auch eine Frau, die weiß, sie muß für jede Stimme kämpfen. Der Sieg ist ihr nicht gewiss, der Wahlkampf ist kein Selbstläufer. Und diese Erkenntnis macht Hillary Clinton am heutigen Sonntag durchaus sympathischer.

Hillary Clinton ist bekannt wie ein bunter Hund und doch kennt ein Großteil der Wähler sie gar nicht oder nur wenig. Viele der Neuwähler waren während der Präsidentschaft von Bill Clinton zu jung, um über die engagierte First Lady mehr zu wissen. Die Skandale ihres Mannes liegen weit zurück. Als Senatorin für New York fiel sie kaum auf. Als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten fiel sie durch. Dann als Außenministerin in der ersten Obama Administration machte sie eine gute Figur. Hillary Clinton ist heute Großmutter und bereit fürs Oval Office, das sagt sie von sich selbst. Sie habe Humor, höre zu, habe viel aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt. Man kann gespannt sein, Amerika hätte durchaus mal eine Frau an der Spitze verdient.

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Platz da für Hillary!

Nun macht sie es also doch. Am Sonntag steht ihre offizielle Verkündung an, Hillary Clinton will Präsidentin werden. “Breaking News” blitzte gleich mehrfach über die Nachrichten Apps auf meinen Smart Phone auf. Etwas inflationär, denn so eine Überraschung war das nun auch wieder nicht. Und doch bin ich etwas perplex darüber, denn ich war fest davon überzeut, dass Hillary Clinton nicht kandidieren wird. Einfach aus dem Grund, weil sie nicht gewinnen kann.

Hillary Clinton will Barack Obama beerben.

Hillary Clinton will Barack Obama beerben.

Aber auf mich hört ja keiner… Nein, mal ehrlich, ich glaube nicht, dass nach acht Jahren Obama Administration ein Demokrat eine Chance hat. Und erst recht nicht eine Hillary Clinton. Klar, man weiß, was man mit ihr bekommt. Eine Politikerin durch und durch, die national und international hohes Ansehen hat. Den Washingtoner Politzirkus von allen Seiten her kennt. Aber klar ist auch, dass wohl keine andere Politikerin die Nation so sehr teilt. Clinton hat ihre Leichen im Keller, die nun Stück für Stück ausgegraben werden. Seitdem sie Außenministerin war und es den Terrorangriff auf das amerikanische Konsulat im lybischen Benghazi gab, halten die Republikaner diesen Vorfall wach. Clinton wird für die mangelnde Sicherheit in der diplomatischen Außenstellung, für das langsame Reagieren und das anschließende Vertuschen der Tatsachen verantwortlich gemacht.

Dann sind da die jüngsten Skandale um ihren Emailverkehr als Außenministerin und die Spenden von fragwürdigen Regierungen an die “Clinton Stiftung”. Nicht zu vergessen ist Hillary Clintons Zeit als First Lady, als sie Anfang der 90er Jahre versuchte eine allgemeine Krankenversicherung durchzusetzen. Clinton scheiterte, Obama schaffte es schließlich. Doch diese “Health Reform” steht auf tönernen Füßen und mobilisiert derzeit die republikanische Basis im Wahlkampf. Die verhasste “Obamacare” müsse weg, fordern alle republikanischen Kandidaten. Hillary Clinton steht also für eine Weiterführung der Versicherungspflicht in den USA, ein rotes Tuch für die Konservativen im Land.

Die Kandidatin Clinton wird nach einem langen, teuren und brutalen Vorwahlkampf in den Reihen der GOP die Republikaner zusammen bringen. Sie werden sich auf ihre Gegnerin konzentrieren, Hillary Clinton ist seit nunmehr Jahrzehnten das Hassbild in der Reagan Partei. Was für Hillary Clinton spricht, ist, dass sich auf der demokratischen Seite kein weiterer ernstzunehmender Kandidat nach vorne trauen wird. Alles wird auf “Madame Secretary” zulaufen. Die Demokraten können sich geeint präsentieren.

Hillary Clinton will nun am Sonntag in einem Video, veröffentlicht auf den Social Network Plattformen, ihre Kandidatur bekannt geben. Danach reist sie als offizielle Präsidentschaftsanwärterin in einige Bundesstaaten, die die ersten Vorwahlen abhalten werden. Schon seit Wochen hatte sich dieser Tag angekündigt. Strategisch und fast militärisch wurde der Tag X vorbereitet. Nun ist er da. Mit der Kandidatur der Überdemokratin Hillary Clinton wird damit der Wahlkampf 2016 ganz offiziell eingeläutet. Ausgang noch ungewiss.

“Let’s take our country back”

Der jugendlich wirkende Rand Paul will Präsident werden.

Der jugendlich wirkende Rand Paul will Präsident werden.

Irgendwie erinnert mich dieser Schlachtruf “Let’s take our country back” an die aggressive Mucke von Rage Against The Machine. Da fehlt am Ende nur noch ein geschrienes “Motherf…..”. Doch am Dienstag war es nicht der Sänger von Rage Against The Machine, Zack de la Rocha, der das von der Bühne ins Mikrofon brüllte. Vielmehr rief es der republikanische Senator Rand Paul aus Kentucky seinen Anhängern zu. Es war auf einer durchorganisierten Veranstaltung in Louisville, Kentucky, und Rand Paul verkündete ganz offiziell, dass er ums Präsidentenamt kandidieren werde. “Let’s take our country back”!

Die Rede sei präsidial gewesen, meinten einige Kommentatoren. Paul präsentierte sich, wie sein Vater Ron Paul bei vorhergehenden Wahlkämpfen, als Außenseiter, als jemand, der nicht auf Lobbyisten hört und schon gar nicht die Parteilinie verfolgt. Immer mal wieder hatte sich der Jungsenator in der letzten Zeit mit den Parteialten angelegt, allen voran John McCain. Er verfolgt in der Außenpolitik und der Finanzpolitik ganz andere Wege. Die USA sollten nicht den Weltpolizisten spielen und die Schuldenbremse in die Verfassung schreiben, so Paul.

Paul geht keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Er wendete sich gegen eine übertriebene Beobachtung der eigenen Bürger durch die Geheimdienste, er wehrte sich gegen die flächendeckenden Abhörmaßnahmen der NSA. Zwar glaubt er, dass es die Erderwärmung gibt und, dass der Mensch daran Schuld ist, dennoch wetterte er gegen die Maßnahmen der Obama Adminstration. Den einzelnen Bundesstaaten sollte es erlaubt sein die Homo-Ehe zu verbieten. In vielen Punkten liegt Rand Paul durchaus auf der Parteilinie und doch stellt er sich als Querdenker dar, als unabhängig, als Washington Außenseiter.

Der 52jährige will mit einer “Grasroots” Kampagne bis ins Weiße Haus kommen. Seine Ideen und Reden kommen vor allem bei jüngeren Wählern an, die für ihn den Wahlkampf führen werden. Das ist auch seine Stärke, denn bei den klassischen Republikanern fällt Rand Paul durch. Er hat keine Vernetzung im Washingtoner Politzirkus. Die Altherrenpartei der GOP setzt im Wahlkampf lieber auf ein sicheres, sprich etabliertes Zugpferd, als auf einen dynamischen Tea Party Aktivisten, der mehr durch seine Aufmüpfigkeit als durch seine Parteidisziplin bekannt wurde.

Rand Paul ist nach Ted Cruz der zweite offizielle Kandidat der Republikaner. Nächste Woche wird ein weiterer Name in den Hut geworfen, dann will Marco Rubio, Senator aus Florida, seine Kandidatur verkünden.

Ein Boxer dankt ab

Die Nachricht kam nicht überraschend. Harry Reid stellt sich im kommenden Jahr nicht mehr den Wählern. Nach über 30 Jahren als Politiker tritt er zurück. Am 1. Januar dieses Jahres stürzte er in seinem Haus in Las Vegas, Nevada, beim Fitnesstraining und zog sich eine schwere Verletzung im Gesicht und am rechten Auge zu. Wochenlang war er außer Gefecht gesetzt. Und in dieser Zeit ging Reid in sich und dachte an seine Zukunft. Zuvor hatte er noch erklärt, er werde auch 2016 wieder antreten.

Nun also tritt einer der Schwergewichtsfighter in Washington zurück. Damit steht im kommenden Jahr eine grundlegende Neuausrichtung für die demokratische Partei an, da Präsident Barack Obama nicht mehr kandidieren kann und schon fürs Weiße Haus die Karten neu gemischt werden. Neben Harry Reid hat auch schon die langjährige kalifornische Senatorin Barbara Boxer ihren Rückzug erklärt.

1982 wurde Harry Reid als Abgeordneter in den Kongress gewählt, vier Jahre später in den Senat. 2005 übernahm er von Tom Daschle die Führungsrolle im Senat. Vor seiner parteipolitischen Karrier war Harry Reid Boxer, Anwalt und Vorsitzender der “Nevada Gaming Commission”, jender Kommission, die die Casinos und das Glücksspiel im Bundesstaat überwacht.

Als unnachgiebiger Kämpfer für eine Gesundheitsreform an der Seite von Barack Obama machte sich Reid in den letzten Jahren viele Feinde in Washington. Gerade in den Kreisen der “Tea Party” wird man die Entscheidung des einstmaligen Boxers mit Freuden aufgenommen haben. Reid war für sie ein rotes Tuch wie Obama. Der Sturz vom 1. Januar kam also für den erprobten Boxer einem Knockout gleich.

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Amerikanische Rechtsverdrehung

Die Uhren werden zurück gedreht. Nein, nicht die Zeit, die ist in den USA schon auf Sommerzeit gestellt. Vielmehr werden politisch die Uhren zurück gedreht. Mit den konservativen Mehrheiten im Abgeordnetenhaus und im Senat, mit der Vielzahl der republikanisch geführten Bundesstaaten, mit dem breiten Feld der republikanischen Kandidaten für das Präsidentenamt wird an so einigen Schrauben in der amerikanischen Gesellschaft rumgefummelt.

Wo diskriminierende Gesetze verabschiedet werden, tauchen auch solche Schilder auf, die deutlich machen, hier wird jeder gleich als Kunde behandelt.

Wo diskriminierende Gesetze verabschiedet werden, tauchen auch solche Schilder auf, die deutlich machen, hier wird jeder gleich als Kunde behandelt.

Da können sich republikanische Gouverneure nicht mit der Gesundheitsreform anfreunden, die eine allgemeine Krankenversicherung garantiert, und klagen vor dem Verfassungsgericht. “Obamacare” sei unamerikanisch, wird behauptet. Da behindern mehr und mehr republikanische Gouverneure Kliniken, in denen Abtreibungen durchgeführt werden. In einigen Landesstrichen haben Frauen überhaupt nicht mehr die Möglichkeit eine sichere Abtreibung durchführen zu lassen und müssen in andere Staaten ausweichen. Da wird in vielen Bundesstaaten das vermeintliche Grundrecht auf Waffenbesitz fest verankert, auch und gerade nach weiteren Schulmassakern. Da werden die Grenzen von Wahlbezirken neu verlegt, um sichere Wahlbezirke für republikanische Amtsinhaber zu schaffen. Die Reihe der parteipolitisch motivierten Entscheidungen ist lang und wird immer länger.

Und nun hat Indiana als erster Staat in einer Reihe von 19 weiteren ein Gesetz zum vermeintlichen Schutz auf religiöse Freiheit verabschiedet, was zu massiven Diskriminierungen für andere führen kann. Vorausgegangen waren Klagen von gleichgeschlechtlichen Paaren, denen am Hochzeitstag von christlichen Bäckern und Fotografen der Service verweigert wurde, nachdem diese erfuhren, dass es sich um eine Ehe zwischen zwei Männern und zwei Frauen handelte.

Der republikanische Gouverneur Mike Pence hat am Donnerstag ein Gesetz unterschrieben, dass es Geschäftsinhabern erlaubt, aus religiösen Gründen einen Service zu verweigern, wenn sie damit gegen ihre Überzeugung handeln müßten. Eine klare Antwort auf die Diskriminierungsklagen der “Gay Marriage” Befürworter. Indiana ist nur der erste Bundesstaat, der hier versucht, von höchster politischer Stelle gegen eine mittlerweile weit verbreitete Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Ehe vorzugehen. Es ist ein Zeichen, dass dieses Thema erneut in den Wahlkampf Einzug finden wird. Und es ist auch eine Kampfansage an die Demokraten, denn Amerika steckt bis zu den Knien in einem, wie es konservative Talk Show Moderatoren immer wieder betonen, “Cultural War”, einem Krieg der Kulturen, der Ideologien, der moralischen Überzeugungen. Auch wenn es dabei im Land der unbegrenzten Möglichkeiten keinen Sieger geben wird, alleine die Kriegsführung schwächt das Land und die amerikanische Gesellschaft.

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Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen

Ted Cruz und zwei Dutzend andere Republikaner wollen hoch hinaus.

Ted Cruz und zwei Dutzend andere Republikaner wollen hoch hinaus.

Nun, da ist er. Der erste offizielle Kandidat fürs Weiße Haus. Der in Kanada geborene Ted Cruz will Präsident werden. Geht eigentlich nicht, aber egal, er feiert sich schon selbst als Heilsbringer und hat so alles im Angebot, was Republikaner aufhorchen läßt: weg mit “Obamacare”, die Steuerbehörde IRS wird auch dicht gemacht, eine einheitliche Steuerrate soll eingeführt werden, das Recht auf Waffenbesitz wird bombensicher festgeschrieben, die Grenzen absolut gesichert und “jedes Wort von Common Core” würde gestrichen werden. “Common Core” sind die Richtlininen in den Schulen, was Kinder am Ende eines Schuljahres wissen sollten. Aber solche Richtlinien sind ja sozialistisch.

Fast zwei Dutzend Politiker aus dem republikanischen Lager haben bereits ihr Interesse an einer Kandidatur bekundet. Cruz ist der erste, der sich nach vorne wagt. Die anderen warten noch etwas ab. Darunter sind alle Lager der Republikaner vertreten. Und gerade das wird einen Wahlkampf ergeben, bei dem man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte, gerade auch nicht in Deutschland. Man sollte den amerikanischen Wahlkampf so sehen wie eine Bundestagswahl. Dort treten rund 60 Parteien an, die mit den verschiedensten Inhalten, Zielen und Vorstellungen um Wähler buhlen. Auch da ist alles dabei, doch nur wenige werden beachtet. So ist es auch in den USA. Was da die Kandidatenflut von sich gibt, muß man nicht alles beachten. Denn viele der Möchtegernpräsidenten sind schlichtweg “Wack jobs”, also Spinner, die mit absurden Hirngespinsten in Wild West Manier das Weltgeschehen bestimmen wollen. “America is god’s country” ist deren Grundaussage, was so viel bedeutet wie, die Amerikaner sind von Gott gesandt und auserwählt.

Als Journalist, der das alles aus der Nähe beobachten kann und darf, wird der Wahlkampf 2016 ein unterhaltsames Vergnügen. Gerade am Anfang, wenn sich die Kandidaten abgrenzen wollen, den oder die anderen im Rennen schlecht reden, runtermachen und als unmöglich darstellen. Es ist unterhaltsam, mehr nicht. Jedes Wort, jeden Angriff sollte man also gelassen nehmen. Was da posaunt wird, ist nicht die offizielle amerikanische Politik und wird es auch nicht werden. Keine Sorge. Also, wie sagt der Franke, logga bleim!

 

 

 

 

repealing Obamacare, abolishing the IRS, establishing a flat tax, securing second amendment rights, protecting the border, doing away with “every word of Common Core.”