Apr

18

2014

Meine erste Schallplatte

Vor ein paar Jahren packte ich meinen Container mit den letzten Habseligkeiten und Besitztümer, die ich noch in Nürnberg gelagert hatte. Darunter auch etliche Boxen mit Schallplatten, die ich jahrelang vermisst hatte. Die stehen nun wieder hier im Regal, darunter teils obskure Sachen, wo ich mich beim Anblick frage, wie ich nur dazu gekommen bin. Meine erste Vinyl Single war der Eurovisions Hit von Dschinghis Khan “Dschinghis Khan”, gekauft hatte ich die damals in Dortmund-Mengede. Meine erste Langspielplatte war “The best of Abba”, erworben in der Plattenabteilung von Hertie. Mein Bruder meinte damals zu mir, “das wirst Du später bereuen”. Na ja, lange Zeit stand sie dann da ungehört rum, vor allem in der Zeit, als ich mehr auf Rockmusik zwischen AC/DC, Kiss, Saxon und Uriah Heep stand. Aber mittlerweile finde ich Abba gar nicht mal so schlecht.

Doch damit fing vor fast 35 Jahren alles an. Im Laufe der Zeit hat sich hier einiges angesammelt.  Noch immer kaufe ich Vinyl, noch obskurere Aufnahmen als damals. Hauptsächlich uralte deutsche Aufnahmen, die man hier gelegentlich in Plattenläden (!) findet, oder aber historische “Recordings”, alte Reden, Theateraufführungen, geschichtliche Ereignisse. Also, meine Schallplattensammlung wächst noch.

Warum ich das schreibe? Morgen ist “Record Store Day”. Viele Bands, die Vinyl lieben, veröffentlichen an diesem Tag spezielle 45er oder 33er. In den Plattenläden treten Musiker auf, man zelebriert die Schallplatte. Sammler tauschen sich aus, berichten von ihren besonderen Juwelen in den Regalfächern. Vor allem liebt man den Klang der Vinylplatte, der anders, der viel besser ist, als jede mp3 File.

Wenn ich über Schallplatten rede, dann erinnere ich mich an damals (ich bin ja so alt!). Wie ich in Nürnberg zwischen Radio Adler, WOM, Music Shop, Goofy, Francoise, Phonac, Karstadt rumgelaufen bin, um die eine oder andere Platte etwas billiger zu finden. Man kaufte eine LP nicht wie heute einen Download. Man zelebrierte das, man sparte auf den Kauf, schaute sich das Plattencover genauestens an, las die Songtexte durch, hörte sich das Album von vorne bis hinten an und tauschte sich dann mit anderen darüber aus. Plattensammeln gehörte für mich zu meiner Jugend, wie das Handballspielen.

Und nun wird eben genau das Jahr für Jahr beim “Record Store Day” gefeiert. Schon alleine der Geruch in einem “Used Record Store”…. Ein schönes Ereignis, ich hoffe, am Samstag sind auch in Nürnberg und woanders die Plattenläden gut besucht, denn Vinyl ist einzigartig.

Mar

23

2014

Kraftwerk in Oakland

“Where did you get that Radio Goethe jacket?”, fragte mich einer im Fox Theater in Oakland. “I am Radio Goethe”, meinte ich darauf. Klar, an so einem Abend muß ich doch meine von Atze Bauer bedruckte Radio Goethe Jacke tragen. Kraftwerk spielten zum ersten mal in meiner Wahlheimat Oakland. Erst wurde ein Konzert angekündigt, nun sind sie an drei Abenden in der Stadt. Ausverkauft.

Mein erstes 3D Konzert und es war der Wahnsinn. Am Eingang erhielt jeder Besucher eine 3D Brille ausgehändigt. Auch wenn mit Ralf Hütter nur noch ein Gründungsmitglied mit dabei ist, das macht rein gar nichts aus, denn die Kraftwerker bewegen sich eh nicht viel auf der Bühne. Vier Pulte, dahinter stehen sie in seltsam gestreiften Anzügen und dahinter eine riesige Leinwand, auf der Symbole herumfliegen und Filmchen gezeigt werden. Dreidimensional wohlgemerkt, der eine oder andere im Publikum, etwas berauscht vom nordkalifornischen Gras und den elektronischen Klangteppichen der Düsseldorfer, duckte sich immer mal wieder vorsichtshalber weg. Yeah!

Rund 140 Minuten lange beschallten Kraftwerk ihr begeistertes Publikum, der Altersdurchschnitt lag bei etwa 50. Ich war also weitaus nicht der Älteste, eher so im unteren Durchschnitt. Alle Platten der Elektro-Pioniere wurden abgearbeitet. Es klang frisch und doch, hier wurde das Fundament der modernen Musikwelt präsentiert. Kraftwerk leben von ihrem Namen, von ihrer Grundlagenarbeit in den 70er Jahren. Und doch ist das anders, als wenn hier Uriah Heep auf der Bühne stehen würde. Es ist nicht einfach ein Abspielen alter Songs, quasi “Easy Livin’”. Kraftwerk arbeiten vielmehr mit den technischen Möglichkeiten von heute, um ihren “alten” Sound ganz neu zu präsentieren. Es ist ein Wohlfühl-Klangbad, in dem man sich akustisch und visuell aalt. Ein Hörgenuss für alte Fans und junge Neugierige, die von diesen “Germans” schon viel gehört, aber sie noch nie so nah erlebt haben.

Mar

23

2014

Nena in Nashville

Nena ist eine der weltbekanntesten deutschen Musikerinnen. “99 Luftballons “kennt jeder. Dieses Lied hört man hier drüben in den USA und Kanada nach wie vor regelmäßig im Radio. Selbst in Afrika habe ich die “99 Red Balloons” schon auf einer Autofahrt im Autoradio reinbekommen. Nena gilt in Amerika als “One Hit Wonder”, doch dabei wird gerne übersehen, dass sie in Deutschland eine sagenhafte Karriere hingelegt hat.

Seit 2011 war Gabriele Susanne Kerner  neben Xavier Naidoo und den deutschen Country Größen von Boss Hoss Jurorin bei der Sat.1/ProSieben Sendung “The Voice of Germany”. Mal auf der anderen Seite zu sitzen, reizte sie. Und mit den regelmäßigen Fernsehauftritten kam auch ein kleines Comeback für die Musikerin Nena. Nun macht sie Schluß mit dem Kritikerjob und wendet sich wieder voll und ganz der Musik zu. Und anscheinend hat die Nähe zu Boss Hoss auch was bewirkt. Vor kurzem war sie in Nashville, Tennessee, um dort an ihrem neuen Album zu arbeiten. Und mit Sicherheit werden es ganz neue Töne werden. Mary Gauthier, hochtalentierte und beeindruckende Songwriterin und Sängerin, die eher dem Country und Folk Genre zuzuordnen ist, half ihrer “Freundin” bei der musikalischen Neuausrichtung. Auf ihrer facebook Seite schrieb Mary Gauthier: “Writing songs today with my friend Nena. Y’all remember 99 Luft Ballons? Yep, that Nina. She’s visiting Nashville from Berlin, and she’s great!”

Ich bin großer Fan von Mary Gauthier, habe sie schon mehrmals in meiner LH Country/Folk Sendung vorgestellt. Ihre Platte “Mercy Now” ist ein tief bewegendes Album, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Von daher bin ich sehr gespannt, wie der neue Sound von Nena klingen wird.

Mar

20

2014

Eine Stimme weniger

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie Geschichte, Gesellschaft, Kultur, Musik, Radio | 4 Kommentare

Nach 28 Jahren ist Schluss. Brian Burgess, bekannt in der Nürnberger Radiolandschaft als “Captain America”, zieht die Reißleine. Er hört auf, geht von Bord. Brian brachte ein Stück Amerika und “American Radio Personality” nach Franken. Seine Moderationen, sein Stil waren locker. Er konnte über sich selbst lachen und gerade diese Natürlichkeit kam an bei den Hörerinnen und Hörern, die gezielt und bewußt einschalteten. Er belebte die Radiolandschaft in der Metropolregion.

“Rock Zock” auf Gong 97,1 war ein Urgestein der Hard’n Heavy Metal Fans im Großraum Nürnberg. Hier moderierten Brian Burgess und Sonny Hennig. Manchmal klang es einfach drauflos und doch, auch das ist gekonnt. Immer war es locker und unterhaltsam. “Rock Zock” mit Burgess und Hennig war ein Unikum in der Radiolandschaft. Und dann die Musik, die wohl nirgends sonst so zusammengemixt gespielt wurde. Eine Mischung aus den Großen der Hard Rock Genres und den lokalen und regionalen Bands. Toll gemacht! “Rock Zock” wird mit dem Ausscheiden von Brian Burgess noch weiter geführt, aber beschnitten. Das wichtige Wort hier ist “noch”.

Wieder einer geht, ein weiterer Abgesang auf die mittelfränkische Radiolandschaft folgt. Brian wurde nicht gegangen, wie viele vor ihm. Er wählte seinen Ausstieg, hatte die Zeichen der Zeit erkannt. “Captain America” ist kein Moderator für vorgesetzte Mod-Breaks und vorgefertigte Mod-Meldungen. Bis hierher und nicht weiter. Dieser Schluss ist ihm hoch anzurechnen. Mit ihm wird eine Stimme auf der Antenne fehlen, die markant und einzigartig für Nürnberg war. Ein bißchen weite Welt im ansonsten lahmen Dudelfunk.

 

Mar

17

2014

Nürnberg IST mehr wert

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie Deutsche in USA, Geschichte, Kultur, Kunst, Kurioses, Musik, Oakland, Radio, USA | 4 Kommentare

Das stimmt. Nürnberg ist mehr wert, als ein Wahlspruch, der für die CSU eine “Katastrophe” (Sebastian Brehm) brachte. Nürnberg ist eine sehr schöne, lebens- und besuchswerte Stadt. Ich bin dort aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe dort studiert, Volontariat gemacht, viel über die Geschichte, die Menschen, das Leben dort gelernt. Und auch, wenn ich seit 1996 in Kalifornien wohne und arbeite, bin ich noch immer sehr mit Nürnberg verbunden. Familie, Freunde, tiefe Wurzeln. Dieses komische Wort “Heimat” habe ich erst im Ausland so richtig verstanden.

Nun geht es zurück in meine zweite “Heimat”, Kalifornien. Nach Oakland, eine Stadt, in der ich bis heute nie richtig angekommen bin. Es ist eine schöne Stadt, eine einzigartige Region, doch nichts wiegt das auf, was Nürnberg zu bieten hat. Das Golden Gate ist nichts im Vergleich zum Königstor. Das ist kein platter Vergleich, zumindest nicht für mich. Das Golden Gate ist wunderschön, die Brücke ein Jahrhundertwerk. Und doch, am Königstor liegen Erinnerungen, die einem ein Leben lang bleiben.

Und nein, ich werde hier nicht melancholisch. Ganz im Gegenteil. Als jemand, der Nürnberg kennt und nun als Besucher immer wieder und immer wieder gerne zurück kommt, verstehe ich nicht, warum die Nürnberger Nürnberg schlecht reden. Alles ist irgendwie ein Prolbem. Von den Fahrradwegen bis zur VAG, vom Müll auf der Straße bis zur Sicherheit, von den Nachbarschaften bis zum Verkehr. All das erlebe ich auch als Besucher und ich frage mich jedesmal, wo ist das Problem. Nürnberg ist eine sichere Großstadt. Das belegen nicht nur die Statistiken, das empfinde ich auch. In keiner anderen Stadt fühle ich mich sicherer. Es gibt keinen Stadtteil, um den ich einen großen Bogen machen würde und ich gehe gerne nachts spazieren. In Oakland gibt es gleich mehrere, die ich meide und in denen ich zu bestimmten Tageszeiten sicherlich nicht zu Fuß unterwegs sein möchte. Wenn ich in der Vergangenheit als Journalist unterwegs war, in Los Angeles, in Ciudad Juarez oder in Goma, dann fragte ich immer zuerst dort Wohnende, was ich machen kann, was ich nicht machen sollte. Daran halte ich mich, das ist meine Faustregel auf allen Reisen. Sicherlich, das sind drei extreme Städte, doch es sind Städte, in denen Menschen leben und überleben. In Nürnberg brauche ich das nicht. Nürnberg ist sicher.

Die U-Bahn fährt pünktlich. Nürnberg ist ein Paradies für Fahrradfahrer. Nürnberg hat ein wunderschönes Umland, das einfach und direkt zu erreichen ist. Nürnberg pflegt sein Bratwurst- und Lebkuchenimage, und doch ist es eine Kulturstadt mit zahllosen Angeboten, Museen, Theatern, Konzerten, Ausstellungen, Filmfestivals. Man muß nur hinschauen. Und ja, Deppen gibt es überall, die ihren Müll auf die Strße schmeißen. Das hat nichts mit SÖR zu tun, sondern mit einer Einstellung zum öffentlichen Raum.

Vor ein paar Tagen war ich mit einer alten Bekannten aus Funkhauszeiten einen Kaffee trinken, sie arbeitet bei der Stadt Nürnberg und erzählte mir eine so typische Anekdote für Nürnberg. Täglich kommen Nürnbergerinnen und Nürnberger zu ihr ins Büro und fragen nach Programmen. Doch sie fragen nicht; “Könnte ich ein Programm bekommen?”. Nein, sie fragen; “Sie  haben sicherlich kein Programm mehr?”. In Nürnberg sieht man die Dinge in einer Schieflage. Alles ist schlimm, und wenn nicht, wird es schlimm geredet. Die Münchner kriegen eh mehr und haben es viel besser. Die haben Bayern München und feiern einen Sieg und einen Titel nach dem anderen, wir haben den 1. FC Nürnberg und erklärtes Saisonziel ist immer der Nichtabstieg. Aber mal ehrlich, will jemand Bayern München Fan sein?

Nürnberg war, ist und bleibt eine schöne Stadt und sicherlich gibt es Probleme. Keine Frage, die gibt es überall. Aber man sollte wirklich mal einen Blick von außen auf die Frankenmetropole werfen. Das lohnt sich. Ich weiß, wovon ich spreche.

Mar

12

2014

Die Straßen von San Francisco

165 Millionen Dollar. Das ist kein Jackpot, das ist nicht das Vermögen eines reichen Menschen und auch nicht der Kaufpreis für ein Start-up Unternehmen im Silicon Valley. 165 Millionen Dollar gibt San Francisco Jahr für Jahr für Obdachlose in der Stadt aus. Und da San Francisco öffentliche Gelder aus Washington erhält, muss die Anzahl der “Homeless” alle zwei Jahre ermittelt werden. Zuletzt in einer Nacht im Januar 2013. Damals zählte man in einer Nacht 6436 Männer und Frauen.

Doch diese Zahl war wohl zu gering, denn darin kamen obdachlose Kinder und Jugendliche gar nicht vor, die auf sich alleine gestellt in verlassenen Gebäuden hausen oder in Parks campen und ganz bewußt die Nähe zu obdachlosen Erwachsenen meiden. Nun wurde auch diese Zahl ermittelt. Diesmal schwärmten die Stadtbediensteten tagsüber aus. Demnach leben in San Francisco 914 Minderjährige auf der Straße. Allein, ohne Eltern und ohne ein Dach über dem Kopf.

Seit Ewigkeiten versucht die Stadt das Problem der Obdachlosigkeit in den Griff zu bekommen. Ganze Wahlkämpfe wurden schon zu diesem Thema geführt. Bislang schaffte man es nicht auch nur ansatzweise das Problem zu lösen. Und doch, San Francisco steht besser da, als viele andere amerikanische Großstädte. In Los Angeles stieg die Zahl der “Homeless” zwischen 2011 und 2013 um 15 Prozent. In New York City waren es 13 Prozent. In San Francisco blieb die Zahl stabil, allerdings mit nunmehr 7350 noch viel zu hoch. Dennoch behauptet man im Rathaus der “City by the Bay”, dass gerade die 165 Millionen Dollar Investition dazu geführt habe, dass nicht noch mehr Menschen die Straßen von San Francisco ihr Zuhause nennen.

Mar

5

2014

Der Limokrieg am Golden Gate

Es geht nur um 2 Cent. Nicht einen und nicht drei Cent. 2 Cent, was ist das schon, die liegen doch eigentlich auf der Straße und bedeuten so gar nichts beim Einkauf. Doch diese 2 Cent stehen für viel mehr. Diese 2 Cent öffnen Tür und Tor für eine größeren Kampf, der schon jetzt mit dem der Tabakindustrie verglichen wird. Auf Antrag von zwei Stadträten in San Francisco werden die Bürger der nordkalifornischen Metropole im November über eine lokale Sodasteuer abstimmen. Also 2 Cent auf jede Cola, Pepsi, Sprite, Mountain Dew, 7up, Dr. Pepper, Root Beer… Damit solle ein Zeichen gegen die Fettleibigkeit gesetzt werden, so die Initiatoren, stark gesüßte Getränke seien mitverantworlich am Dickwerden in den USA. Die erzielten Erlöse aus der 2 Cent Steuer sollten dann in Gesundheitsprogramme und Aufklärungskampagnen investiert werden.

Doch die Soda Industrie will sich das nicht bieten lassen. San Francisco wird zum Schauplatz einer Schlacht gemacht, die gewonnen werden muß. Massiv gehen die Limonadenabfüller gegen die Pläne aus dem Rathaus vor und machen Millionen Dollar locker für einen Wahlkampf am Golden Gate. Schon acht Monate vor dem Abstimmungstermin überschwemmen sie die Bürger von San Francisco mit Flugblättern und TV-Spots. Von einem “Nanny State” ist die Rede, einer Regierung, die immer mehr die Bürger bevormunden will. Von hohen Mieten und hohen Preisen in der “City by the Bay” wird gesprochen, um die sich die Damen und Herren in der “City Hall” kümmern sollten. Stattdessen disktutierten sie um das leibliche Wohl der Menschen in San Francisco und wollten die Dinge mit zusätzlichen Steuern noch weiter verteuern.

Der Kampf der Cokes und Pepsis erinnert an den von Joe Camel und Marlboro Man vor etlichen Jahren. Damals erkannten sie, dass Versuche auf der lokalen Ebene Antiraucher Gesetze umzusetzen fatale Folgen haben könnte. Und genauso geschah es. In Contra Costa County, einem Bezirk östlich von San Francisco wurden anfangs Rauchverbote in Restaurants eingeführt, zum Schutz der Mitarbeiter. Die Tabakindustrie lief Amok, schmierte Politiker und Beamte, versprach Gelder für lokale Projekte und Initiativen, bot im Hintergrund Verantwortlichen lukrative Jobs und Gehälter. Doch alles half nichts, die Bürger stimmten für ein Rauchverbot in Restaurants. Alles andere ist Geschichte. Die Arbeitsschutz- und Nichtrauchergesetze breiteten sich im ganzen Land und auf allen Ebenen aus. Heute sind Raucher fast Aussätzige, die im Regen, Wind und Schnee schnell mal in einer Garageneinfahrt einen Glimmstengel durchziehen. Bemitleidenswert. In vielen amerikanischen Parks, vor Eingängen, sogar an manchen Stränden darf nicht mehr geraucht werden. Wer weiß, vielleicht sieht man schon bald ein paar Coca Cola Süchtige im Schutz der Dunkelheit einen Sixpack aus dem Corner Store tragen….the good old times, als Amerika noch von einem rauchenden Cowboy regiert wurde, der zur Erfrischung eine eisgekühlte Coke trank. Lang, lang ist es her.

Mar

5

2014

Musik nur, wenn sie laut ist

Laute Musik wird es geben. Ganz sicher sogar. Daneben noch so einiges mehr. Die Deutschen kommen sogar in offizieller Mission und finanziert durch den deutschen Steuerzahler mit einigen Bands, DJs und Messestand nach Austin, Texas. Die zweiwöchige Messe und das Musikfestival “South By Southwest” gehört mittlerweile zu den wichtigsten Musiktreffen der Szene. Doch schon seit langem geht es nicht mehr nur um die Independent Musik. Filme, Neue Medien und Podiumsdiskussionen runden das Programm ab. Austin wird in diesen Tagen zum Zentrum der hippen und Möchtegernwichtigen.

Welche Bedeutung die SXSW bekommen hat zeigt auch eine der geplanten Veranstaltungen. Auf einer Podiumsdiskussion am 10. März zum Thema neue Technologien im Zeitalter der digitalen Überwachung, wird neben dem Journalisten Glenn Greenwald und dem Experten der American Civil Liberties Union (ACLU), Christopher Soghoian, auch Edward Snowden auftreten. Natürlich nicht persönlich, sondern per Videoschaltung. Zum ersten mal überhaupt wird Snowden seit seiner Flucht und den Enthüllungen der massiven interntionalen NSA Überwachung vor einem Publikum auftreten und Rede und Antwort stehen. Man kann also gespannt sein, die Musik wird mit diesem Überraschungsgast bei der diesjährigen SXSW etwas in den Hintergrund geraten.

 

Feb

25

2014

Kiss wollen kein Schmusefest

Am 10. April ist es so weit. Kiss werden in die “Rock’n Roll Hall of Fame” aufgenommen. Die Make-up Rocker mit Hits wie “Detroit Rock City”, “Beth”, “I was made for lovin’ you” und “Rock’n Roll all Nite” werden allerdings nicht bei der feierlichen Rock Veranstaltung live spielen, wie es eigentlich üblich ist. Man konnte sich nicht auf ein “Line-up” einigen, heißt es. Das heißt, Gene Simmons und Paul Stanley, die nach wie vor den Schminkkoffer mit festem Griff halten, wollten nicht klein beigeben. Für die vielen Fans, die diesen Moment seit Jahren herbeisehnten ist jedoch klar, dass neben Gene Simmons und Paul Stanley auch Ace Frehley und Peter Criss auftreten sollten. Doch Simmons und Stanley hätten da wohl lieber auch ihre derzeitigen musikalischen Angestellten Eric Singer und Tommy Thayer auf der Bühne gesehen.

Also sagte man lieber gleich ganz ab. Verständlicherweise sind Ace Frehley und Peter Criss sauer, dass es nach all den Jahren nicht erneut zu einer Reunion kommt, noch nicht einmal für diesen besonderen Anlass. Frehley ließ in einer Radioshow gehörig Dampf ab. Criss sprach von einer “beschämenden” Entscheidung der beiden Kiss Größen Simmons und Stanley. Die Fans wollten nach 40 Jahren Kiss eine erneute Wiedervereinigung, so Peter Criss. Die wird es wohl weiterhin nur in Form der Kiss Action Figuren geben. Beim Spielen mit Paul, Peter, Gene und Ace kann man ja ein gutes altes Album aus den 1970er Jahren auflegen. Ich empfehle Kiss Alive oder Kiss Alive II. Und ja, ich war auch mal Kiss Fan. Lange ist es her, aber die rockten wirklich mal…

Feb

21

2014

Da weint selbst Kurt Cobain

Es sieht eher aus wie der Sänger von Nickelback. Und dann weint er auch noch. In Aberdeen, Washington, Kurt Cobains Geburtsort, steht nun eine Statue für den Sänger der bekanntesten “Grunge” Band, Nirvana. Im örtlichen “Aberdeen Historical Museum” kann man schon seit langem eine lokale Kurt Cobain Tour buchen, um Orte, die in der Kleinstadt etwas mit dem Musiker zu tun haben, aus der Nähe zu sehen. Wo er gewohnt hat, wo er geprobt hat, wo er zum ersten mal verhaftet wurde, wahrscheinlich auch, wo er zuerst geküsst und gekifft hat, all solche wirklich wichtigen Orte. Jedes Jahr “strömen” rund 5000 Fans in die Kleinstadt 80 Meilen von Seattle entfert. Nach der Tour kann man dann noch im Museumsshop eine Kurt Cobain “Action Figur” erwerben, damit der Trip nach Aberdeen unvergessen bleibt.

Ach ja, nun gibt es ja auch noch die Statue, die an Cobains 47. Geburtstag enthüllt wurde. Der 20. Februar wurde kurzerhand zum “Kurt Cobain Day” ernannt. Das Monument sieht nicht so ganz wie der Nirvana Musiker aus, aber egal, Aberdeens Bürgermeister Bill Simpson erklärte stolz der Tageszeitung USA Today, dass er hoffe, sein Örtchen werde nun so bekannt und beliebt bei Rockfans wie Graceland bei den Elvis Fans. Doch die ersten Reaktionen der Nirvana Anhänger waren eher negativ. Viele erkannten ihren Helden noch nicht mal in der Statue von Künstlerin Randi Hubbard. Einer meinte, Cobain weine, weil seine Frau Courtney Love ihn umgebracht habe. Ein anderer erklärte, das Gesicht des Nirvana Sängers erinnere hier vielmehr an Jesus Christus am Kreuz.

Nirvana werden im April in die Rock’n Roll Hall of Fame aufgenommen. Zweifellos ist ihr “Smells Like Teen Spirit” die Hymne der frühen 90er Jahre.

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