Trump macht den Erdogan

Man stelle sich vor, Bundeskanzlerin Angela Merkel steht früh auf, macht die Morgensendung des RBB an und hört einen Bericht über ihre Regierung. Und der passt ihr gar nicht, denn sie wird dort offen kritisiert. Wutentbrannt greift die Kanzlerin zum Smartphone, öffnet die Twitter App und schreibt: „Mit all den Falschnachrichten, die von RBB und den anderen Networks verbreitet werden, an welchem Punkt ist es angebracht, die Sendelizenz anzufechten. Schlecht für das Land!“ weiter lesen

Es wird sich nichts ändern….mal wieder!

      Unter Beschuss

Foto: Reuters.

Wer glaubt, Amerika wird sich nach der Wahnsinnstat von Las Vegas entwaffnen, der liegt total falsch. Weder erschossene Kinder noch Kirchengänger haben bislang zu einem Umdenken geführt. Country Musik Fans werden das auch nicht erreichen. Das klingt zynisch, ist aber leider die Realität im Land des unbeschränkten Waffenbesitzes. Nun zeigen sich zwar die Waffenlobbyisten der NRA gesprächsbereit, die eingesetzten „Bump Stock“ Zusätze verbieten zu lassen, aber das hat andere Gründe als ein Einlenken oder Einsehen. weiter lesen

Eine überflüssige Debatte über „Gun Control“

„Crime Scene Las Vegas“. Foto: Reuters.

Machen wir uns nichts vor, der Zug hat schon lange den Bahnhof verlassen. Die Amerikaner sollten einfach erkennen, dass der Wilde Westen mit seinen Revolverhelden ein Teil dieser Gesellschaft war, ist und bleiben wird. Der Aufschrei nach dem wahllosen Abschießen von Konzertbesuchern am Strip von Las Vegas ist eigentlich mehr als heuchlerisch. Was bringen die Trauerworte, die Mitleidsbekundungen und die Danksagungen an Rettungskräfte und Polizei, wenn schon jetzt feststeht, dass die Frage nicht ist, ob es wieder passieren wird, sondern wann es wieder passieren wird? weiter lesen

Noch mehr Knarren braucht das Land

Hotel-Kasino Mandalay Bay in Las Vegas. Foto: Reuters.

Es sollte ein friedliches Countrymusikfestival inmitten der Glanz- und Glitterstadt Las Vegas werden, aber es kam alles anders. 50 Menschen starben, mehrere Hundert wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Aus dem 32. Stock des gegenüberliegenden Mandalay Bay Kasinos ballerte der 64jährige Stephen Paddock wahllos auf die Konzertbesucher der Country-Veranstaltung. Der Todesschütze erschoss sich schließlich selbst, als die Polizei sein Hotelzimmer stürmte. weiter lesen

Ist „Hate Speech“ Meinungsfreiheit?

      freespeech

Protest in Berkeley. Foto: Reuters.

In Berkeley, dem Geburtsort der „Free Speech“ Bewegung provozieren immer wieder Rechtspopulisten. Zuletzt Milo Yiannopoulos, der mit einer angekündigtigen viertägigen Veranstaltung die freie Meinungsäußerung testen wollte. Damit, so Milo, sollten die Linken im Land vorgeführt werden, denn sie würden sicherlich Grenzen ziehen, bei dem, was er zu sagen hat. Es kam, wie es kommen musste, lautstarke Proteste, Hunderte von Polizisten, Absperrungen und keine Rede von Milo Yiannopoulos. Der ließ sich vielmehr von seinen Fans und Trump-Jüngern mit „USA USA“ rufen feiern. Dazu der Audiobeitrag über eine Debatte, wie weit die in der amerikanischen Verfassung garantierte „Free Speech“ wirklich geht und gehen darf.

Ein kniender Protest!

Ein stiller Protest gegen Morde an Afro-Amerikanern wird von Präsident Trump zu einem Politikum. Foto: Reuters.

Vor jedem Punktspiel der amerikanischen Ligen wird die Nationalhymne gespielt. In der NFL und NBA, der MLB und NHL, vor NASCAR Rennen und sogar vor High School Spielen rivalisierender Football Teams. Das ist gewöhnungsbedürftig, gerade wenn man als „Ausländer“ in die USA kommt. Auch nach 21 Jahren in diesem Land und mit einem amerikanischen Pass habe ich mich noch nicht daran gewöhnt. Vor Nationalspielen macht es Sinn für mich, vor alltäglichen Punktspielen wirkt es eher befremdlich. weiter lesen

Was ist „Free Speech“?

In Berkeley wurde mal wieder protestiert.

Der Rechtsaußenprovokateur Milo Yiannopoulos kam nach Berkeley und die Wellen schlugen hoch. Angekündigt war eine mehrtätige Veranstaltung im Zeichen von „Free Speech“, aber irgendwie wollte das nicht so richtig klappen. Erst gab es ein Hin und Her darüber, ob es nun zu der Veranstaltung auf dem Campusgelände überhaupt kommen wird, dann erklärten geplante Redner, wie Ann Coulter und Steve Bannon, dass sie nicht nach Berkeley reisen werden und am Ende zog sich auch noch die Studentengruppe „Berkeley Patriot“ als Ausrichter zurück. weiter lesen

Eine Nichteinladung wird zurück gezogen

Präsident Donald Trump zieht eine Einladung zurück, die es nie gegeben hat. So rückt er sich zumindest ins richtige Licht. Was war passiert? Die Golden State Warriors, das NBA Team aus Oakland, hat eindrucksvoll die Meisterschaft der Basketball Liga gewonnen. Kein Team konnte mithalten, die Warriors fegten alle vom Platz.

Das Team der Warriors ist fest verankert in der San Francisco Bay Area. Und auch in den Werten dieser Region, gegen Rassimus, Sexismus, für Toleranz und Weltoffenheit. Schon kurz nach der Meisterschaft zeichnete sich ab, dass der wohl derzeit beste Basketballspieler der Welt, Stephen Curry, nicht ins Weiße Haus kommen würde, falls es eine Einladung für einen Empfang geben sollte. Etliche Team-Mitglieder schlossen sich in Interviews an, und meinten, man werde so einen Besuch im Team besprechen….falls die Einladung überhaupt kommen sollte. Denn Trump und seine Leute wissen genau, dass die Warriors nicht gerade politisch auf seiner Seite stehen.

Nun also zieht Trump eine Einladung zurück, die es nie gegeben hat. Damit versucht er, den Schein zu wahren, Dinge so hinzubiegen, wie sie für ihn passen. Nichts Neues im Trump-Universum. Schon zuvor, am Freitagabend, legte sich Trump mit der NFL, der Football League, an und meinte, Spieler, wie Colin Kaepernick von den 49ers, die während der Nationalhyme aus Protest knieten, sollten umgehend entlassen werden. Sowieso sollten NFL-Fans nicht mehr in die Stadien gehen, wenn diese Art der Proteste stattfinden.

Man kann nun gespannt darauf sein, wie die Warriors und die NFL-Teams auf Trumps Rundumschlag reagieren. Immerhin geht es um das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Am Sonntag steht der nächste Spieltag in der Football League an. Es ist zu offen, dass dann ein klares Zeichen von den Spielern gesetzt wird. Die erste und klare Reaktion kam bereits von LeBron James, der im NBA-Finale gegen Stephen Curry verlor:

Wie sage ich es meinem Kind?

Ein Buch für die Eltern.

Ich habe keine Kinder, von daher, könnte es mir egal sein. Aber dieses Buch „How do I explain this to my kids“ hat es in sich. Wie erkläre ich meinen Kindern das, was da ein Mann, der nun Präsident ist, losgetreten hat? Seine Verbalausfälle, seine frauenfeindlichen Kommentare, seine rassistischen Zwischentöne und Forderungen, seine muslimfeindlichen Attacken, seine homophoben Grenzgänge, sein nationalistischen Gelaber und vor allem sein beschränktes Denken.

Donald Trump sitzt im Weißen Haus und pöbelt sich durch und um die Welt. Nichts und niemand ist vor ihm sicher. Und das alles wird Tag für Tag in die amerikanischen Wohnzimmer getragen, auf den Titelseiten der Zeitungen und Webseiten veröffentlicht. Niemand kann sich vor dem großen und zumeist verletzenden Bla-Bla des „Commander in Chief“ schützen.

Von daher kann ich gut verstehen, dass Eltern Fragen haben, wie sie am besten das erklären, was da seit über zwei Jahren auf die USA einstürzt. Es ist nicht nur eine Unterhöhlung der amerikanischen Demokratie und ein Wiederaufleben einiger der dunkelsten Kapitel in der amerikanischen Geschichte, Trump hat es auch geschafft „bullying“ in der Gesellschaft salonfähig zu machen. Es ist „normal“ geworden auf anderen rumzuhacken, sie zu beleidigen, sie in aller Öffentlichkeit verbal zu erniedrigen, zu lügen und niemals Fehler einzugestehen. All die großen Erziehungsziele werden nun aus dem Fenster des Oval Office gekippt. Das sind nun auch die USA im Jahr 2017. Eltern haben Fragen, vor allem eben die: „Wie erkläre ich das meinem Kind?‘

Dem Henker von der Schippe springen

Die Hinrichtungskammer in San Quentin. Foto: Reuters.

Was sagt man einem Mann, der seit 1978 in der Todeszelle sitzt und sterben will? Der Staat Kalifornien könnte schon bald wieder mit Hinrichtungen beginnen. Im vergangenen Jahr stimmte eine knappe Mehrheit der Wähler dafür, die Einspruchsmöglichkeiten von zum Tode Verurteilten zu verkürzen. Das kalifornische Verfassungsgericht hat vor ein paar Wochen dieses Gesetz weitgehend für rechtens befunden. Damit ist für 18 Todeskandidaten das Ende in Sicht. weiter lesen