Die kleinen Hände des großen Don

Die kleinen Hände des großen Don

Man kennt das ja. Es wird fotografiert und selten findet man sich selbst auf den Bildern gut abgebildet. Ich denke mir immer, die Kamera hat ein paar Pfunde draufgelegt oder das Licht vergrößert wirklich meine Geheimratsecken.

Dass es auch anders geht, beweisen Prominente, die gerne an ihren Fotos rumdoktern lassen. Da verschwinden Schweissflecken genausso wie Falten an Hals und Wangen. Donald Trumps Publicity Team ist nun sogar noch ein paar Schritte weiter gegangen, wie das Online Magazin Gizmodo meldet. Da wurden die Bilder des Präsidenten ganz besonders bearbeitet. Zum einen machten ihn seine Mitarbeiter schlanker. Trump isst ja gerne Fast Food, was sich anscheinend auf die Figur des „Hamburger Eater in Chief“ auswirkt. Gizmodo verglich die Original Fotos mit denen, die das Team-Trump veröffentlichte. Kein Problem, denkt man sich, soll ja alles passen.

Die kleinen Hände von Donald Trump wurden auch in einer Episode von „Family Guy“ gezeigt.

Doch das ist nicht alles, was seine Photoshopper da noch veränderten. Im Wahlkampf kamen mehrmals die anscheinend etwas zu klein geratenen Hände Trumps zur Sprache. Senator Marco Rubio, der im republikanischen Lager gegen Donald Trump kandidierte, meinte einmal, dass Trumps kleine Hände wohl darauf hindeuteten, dass auch an anderen Stellen des Milliardärkörpers die Proportionen nicht stimmen könnten. Trump erwiderte während einer Fernsehdebatte und vor versammelter Fernsehnation: “He referred to my hands: If they’re small, something else must be small. I guarantee you there’s no problem.” Trump selbst reagierte also auf den alten Vorwurf der zu kleinen Hände und zeigte sie immer wieder stolz seinen jubelnden Anhängern. Doch die kurzen Finger des Kandidaten waren fortan auch beliebtes Thema bei den Late Night Shows und selbst in der Cartoon Serie „Family Guy“ wurde Trump mit deutlich kleineren Händen gezeigt.

Dass Trump dieser Makel nicht passt ist bekannt. Kein Wunder also, dass Trumps Medien Team auf Fotos die Finger des Präsidenten wachsen ließ. Wohlgemerkt die Finger und nicht die Nase, was wohl passender gewesen wäre. Im Bildervergleich von Gizmodo ist das eindeutig zu sehen, Original gegen Trump-Foto, die Hände wurden länger.

Natürlich kann Donald Trump mit seinen Fotos tun und lassen was er will. Aber Medienvertreter dürfen auch darauf hinweisen, dass mit den Fotos, die Trump seinen Anhängern und den Amerikanern präsentiert, etwas nicht stimmt. Trump entscheidet eben auch hier nach dem Motto „ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Und da scheinen größere Hände einfach dazu zu gehören.

 

Farmer aller Länder vereinigt Euch

Über meine Webseite radiogoethe.org bekomme ich immer wieder so einige Anfragen. Mir werden dubiose Gäste für die Sendung angeboten, Schlager und Volksmusik Lieder landen im Postfach, Praktikanten und freie Journalisten möchten im Sender „Radio Goethe“ arbeiten, was mir nur zeigt, all jene haben noch nie in das Einstundenprogramm reingehört. Und nun kam auch mal wieder eine Mail von einer „Casting Agentur“.

Vor ein paar Jahren wurde ich schon kontaktiert, ob ich nicht Interesse daran hätte, in einer „Auswanderer Sendung“ mitzumachen. Als sie mir sagten, ein Kamerateam würde dann eine Woche lang quasi rund um die Uhr hier filmen, winkte ich dankend ab. Ich bin nicht gerade ein Morgenmensch und brauche weder nach dem Aufstehen die richtige Ausleuchtung, noch will ich dabei gefilmt werden, wie ich mit meinem Hund morgens um den Block laufe. Ganz zu schweigen davon, dass ich in meinem chaotischen Büro und Musikarchiv meine Ruhe und meine Freiheit als freier Journalist sehr genieße.

Jetzt aber kam zum zweiten Mal diese Anfrage hier: „Wir sind eine TV-Produktionsfirma mit Sitz im Herzen von Berlin und produzieren für einen großen Sender RTL die Sendung „Bauer sucht Frau“. Da es uns ein Anliegen ist, nicht nur den Bauern in Deutschland bei der Suche nach der Partnerin fürs Leben zu helfen, sondern auch deutschsprachigen Bauern aus dem Ausland – hier meine Frage: Haben Sie Kontakt zu alleinstehenden, deutschsprachigen Landwirten?“

Schon nach der ersten Kontaktaufnahme vor ein paar Monaten schrieb ich zurück, dass ich hier in Oakland keine Farmer kennen würde und mir im Wine Country bislang noch kein deutschsprechender Junggesellen-Winzer in die Quere kam. Damals, wie auch jetzt, verwies ich die Dame von der TV-Produktionsfirma auf den Mittleren Westen, nach Wisconsin, Iowa, Illinois. Die Chancen wären dort wohl deutlich besser, einen deutschsprechenden Bauern zu finden, denn das ist Farm Country und gerade dorthin zog es viele deutsche Immigranten. Und, dort werden die deutsche Sprache und deutsche Traditionen noch gepflegt.

In ihrer Mail verweist die Firma auch darauf, dass sie schon Partnerinnen für Farmer in Namibia und Kanada gefunden haben: „Bei unserem Teilnehmer Gerald aus Namibia hat es auch geklappt, er hat seine Anna, die er durch uns kennengelernt hat, dieses Jahr geheiratet. Auch bei Andreas aus Kanada und Jörn, der ebenfalls in Namibia lebt, sieht es momentan nach großer Liebe aus.“ Das freut mich natürlich sehr, dass das Konzept „Bauer sucht Frau“ auch international „gut“ ankommt….gesehen habe ich die Show leider noch nie, ich glaube, ich werde auch weiterhin passen. Aber gerne gebe ich hier für interessierte deutschsprachige Farmer, Bauern und Landwirte in den USA die Email Adresse der Produktionsfirma weiter – casting@bauer-sucht-frau.deund wünsche viel Glück.

Entertainment am Samstagmorgen

Der „Tweeter in Chief“ gibt sich keine Auszeit. Er ist zwar über das verlängerte 4th of July Weekend auf seinem Anwesen in Bedminister im Norden New Jerseys, doch am Samstagmorgen holte Trump mal wieder für einen Rundumschlag aus. Beleidigend und sehr direkt gab er sich. Unterstellte NBC und CNN, dass sie „Fake News“ seien und Leute entliessen, die positiv über ihn berichten wollten, die MSNBC Moderatoren Joe Scarborough und Mika Brzezinski seien „verrückt“ und „dumm wie ein Stein“. Und dann gratulierte er den Kanadiern noch zu ihrem „Canada Day“ und nannte Präsident Justin Trudeau einen „neuen Freund“. Ob der das allerdings so gerne hört und liest sei mal dahingestellt!

Die ham‘ doch an Badscha!

Ok, ich sollte nicht auf Fränkisch daherkommen, auch wenn ich da geboren wurde. Aber anders als „Ham die an Badscha“ kann man das nicht ausdrücken, was derzeit wie eine Welle über die USA schwappt. Es nennt sich „Fire Challenge“, junge Leute filmen sich dabei, wie sie mit Feuer spielen. Alkohol anzünden, ein Feuerzeug vor eine Spraydose halten und dann ganz erstaunt tun, dass da echt eine Stichflamme entsteht.

fire2Ganz Bekloppte zünden sich sogar selbst an, nachdem sie sich mit einer brennbaren Flüssigkeit eingerieben haben. Ja, wie blöd muß man denn sein? Von San Diego bis nach New England warnen mittlerweile „Experten“ (dafür muß ich kein Experte sein), Feuerwehrleute, Polizei, Fernsehsender und Tageszeitungen vor dieser „Challenge“. Wer sich einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf schüttet soll das tun, na ja, wem es gefällt. fire3Wer sich die ersten Spuren des Brusthaars anzündet, der hat sie nicht mehr alle. Das ist keine Herausforderung, das ist schlichtweg bescheuert.

Man muß nur in den sozialen Medien #Firechallenge eingeben und schon kann man Unmengen an Videos und Bildern sehen, Berichte lesen und hören, wie Jugendliche mit Flammen spielen. Doch leider landen viele von ihnen nach so einer „Challenge“ mit ernsthaften Verbrennungen in der Klinik, so auch der hier abgebildete junge Mann, der Verbrennungen dritten Grades im Genitalbereich erlitt. Vielleicht bin ich zu alt, vielleicht aus einer anderen Zeit, aber diese Art Nervenkitzel kann ich nicht verstehen. Feuer- und Pyroshows sind durchaus beeindruckend, aber so was schaue ich mir lieber in einem Rammstein Konzert an. Dann sind da nämlich Profis am Werk, die wissen was sie machen und vor allem, was sie nicht machen sollten.

Die Toten wollen Hillary nicht

Wann es damit anfing, weiß keiner mehr so genau. Amerikaner hinterlassen ihren Angehörigen ganz konkrete Anweisungen, was im Falle ihres Ablebens zu tun ist. Das reicht bis zur Ausformulierung der Traueranzeige. Auffallend ist in letzter Zeit, dass die Verstorbenen oftmals noch einen ganz konkreten letzten Wunsch haben. Da steht dann, „An Stelle von Blumen, wählen Sie bitte nicht für Hillary Clinton.“

Keine Liebe von den Sterbenden für Hillary Clinton. Foto: Reuters.

Keine Liebe von den Sterbenden für Hillary Clinton. Foto: Reuters.

Auch Stimmabgaben für oder gegen andere Politiker gibt es, aber die Toten haben sich vor allem auf Hillary festgelegt. Nun kann man darüber rätseln, ob Sterbende mehr wissen, als wir Lebenden, aber das lasse ich jetzt einfach mal unbeantwortet. Die Nachrufe mit politischer Kampfansage sind im ganzen Land verbreitet. Meist sind sie freundlich gehalten, wie im obigen Fall des Kaliforniers Arnold P. Mininger, der im November verstarb. Im Nekrolog von Michael Klein aus Michigan hingegen steht: „Eigensinnig (bitte wählen Sie nicht für Hillary!), direkt, manchmal auch etwas mürrisch“. Und dann ist da die Traueranzeige von Karl Kmentt aus Ohio, der sein frühes Ableben nur aus einem Grund bedauert: „Sein größter Kummer war, NICHT die Möglichkeit gehabt zu haben, gegen Hillary Clinton in der nächsten Präsidentenwahl zu stimmen“.

Solche Anzeigen häufen sich, sind jedoch nicht ganz neu. 2009 verstarb im Alter von 99 Jahren Sara Francis Buckner in Tallahassee, Florida. In ihrem Nachruf stand, dass sie keine Feministin gewesen sei und dann, „eine der größten politischen Enttäuschungen für Sara Francis war, dass ihr im vergangenen Jahr die Möglichkeit genommen wurde, gegen Hillary Clinton als Präsidentin zu wählen“. Man kann sicher sein, dass Buckner keine Obama-Anhängerin war und dem politischen Jungspund die Chance der Gegenstimme mehr als übel nahm.

Wie die verschiedenen politischen Lager zu diesen Wahlaufrufen aus dem Jenseits stehen, ist nicht bekannt. Ich glaube, wir heften diesen Blogeintrag einfach unter „Seltsames aus dem Land der Unbegrenzten Möglichkeiten“ ab.