Gewalt gehört wohl dazu

Die Bay Area ist derzeit im Football-Fieber. Am Sonntag findet der 50. Superbowl im niegelnagelneuen Heimstadion der San Francisco 49ers statt, die nun eigentlich in Santa Clara spielen, einer Kleinstadt bei San Jose. Deshalb sind die Parties auch überall, in Santa Clara, in San Jose und eben auch in San Francisco. Ein Verkehrschaos sondergleichen, in Downtown SF sind Straßen für „Superbowl City“ gesperrt, auf der man exklusive Taschen für $ 3500 oder spezielle Leder Baseball Caps für $ 2500 Dollar erwerben kann. Die Hotels in der Region bieten „Special Packages“ an, die Luxusausgaben kosten eine Million Dollar, Tickets inklusive. Na, wer hat, der hat!

Die „National Football League“, NFL, ist ein Riesengeschäft. Die Werbeclips während des Endspiels kosten mehrere Millionen Dollar für 30 Sekunden. Eines der letzten Tickets für das Endspiel ging gerade für $ 27.000 an einen „Fan“. Diesen Geldfluss will man schön fließen lassen, da passen Nachrichten von Gewalt so gar nicht ins Bild. Um das Image der harten und muskelbepackten Kerle etwas aufzupolieren, tragen viele in der NFL im Herbst die Farbe Pink, um so ihre Unterstützung im Kampf gegen Brustkrebs zu zeigen.

Alles gut und schön, das dachten sich auch die Frauen von „Made By Women“, einem Zusammschluß von mehreren Filmschaffenden in Hollywood. Sie produzierten einen Clip, der sicherlich nicht während des Superbowls gezeigt werden wird, der aber im Internet viele Zuschauer findet. Thematisiert wird die Gewalt gegen Frauen durch NFL-Spieler. Immer wieder machen Footballspieler Schlagzeilen, in dem sie durch Gewaltexzesse gegen ihre Freundinnen und Frauen auffallen. Es kommt zu Anklagen, Gerichtsverfahren und die NFL kehrt dann alles still und leise unter den Teppich. So zuletzt geschehen im Fall Greg Hardy von den Dallas Cowboys. Der hatte eine frühere Freundin verprügelt und ihr angedroht sie umzubringen. Nach der Verurteilung und einer kurzen Zwangspause wurde er wieder ins Team aufgenommen. Die Stimmen gerade bei Frauengruppen werden lauter, die fordern, wer gewalttätig gegenüber Frauen ist, sollte keinen Weg mehr zurück in die beste Liga der Welt bekommen. Insgesamt hat die NFL ein Gewaltrproblem, doch im stereoiden Muskelalltag wird darüber nicht gerne geredet.

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„Be a man without a gun“

Ein Doppelmord in Oakland. Und ein Oaklandisher Basketballstar, der klare Worte findet. Die NBA hat sich nun mit der Anti-Waffen Gruppe „Everytown for Gun Safety“ zusammen getan, finanziert vom ehemaligen New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg, um für mehr Waffenkontrolle und Hintergrundchecks zu werben. In einer neuen Werbeclip-Kampagne, die an Weihnachten im Fernsehen gestartet wird und online bereits zu sehen ist, kommen NBA Stars und Hinterbliebene von Waffengewalt zu Wort. Einer von ihnen ist Stephen Curry, Superstar der Golden State Warriors, dem in Oakland ansässigen Team.

Die NBA ist die erste professionelle Liga in den USA, die sich politisch so weit aus dem Fenster lehnt. Viele der Teams sind zwar in den Großstädten Nordamerikas ansässig, in denen man tagtäglich mit der Waffengewalt kämpft, doch Basketball ist im ganzen Land populär. Die NBA vertraut auf die Logik der Fans. Auch schon in der Vergangenheit setzte man sich für soziale Projekte ein, darunter „Habitat for Humanity“ und die „Boys and Girls Clubs“ der USA.

Der Grund, warum die Offiziellen sich nun für mehr „Gun Control“ einsetzen, liegt vor allem auch in den NBA-Spielern selbst, die schon seit längerem politisch Standpunkte beziehen. 2012 trug das Team der Miami Heat bei einem Heimspiel Kapuzenpullover in Solidarität mit dem erschossenen Teenager Trayvon Martin. Unter den Spielern war auch der Superstar LeBron James. 2014 trugen James und auch andere NBA Stars beim Warmmachen vor ihren Spielen T-Shirts mit der Aufschrift „I can’t breathe“, die letzten Worte des Afro-Amerikaners Eric Garner, der bei einer Polizeikontrolle ums Leben kam.

Die NBA bezieht nun Stellung. Diese deutlichen Worte stoßen bei Kommunen im ganzen Land und Gewaltpräventionsorganisationen, wie „Prevention Institute“ auf Wohlwollen. Endlich, so sagt man, könnten junge Afro-Amerikaner andere Vorbilder sehen, die ohne Waffen erfolgreich sind und das auch betonen. „Be a man without a gun“ kommt an, hoffentlich erfolgreich.

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Wasser ist cool!

Gestern Abend zeigte Stephen Curry erneut, warum er derzeit der wohl beste Basketballspieler in der amerikanischen NBA ist. Mit seinen Golden State Warriors gewannen sie 121: 112 gegen die Milwaukee Bucks. Das Spiel sah lange Zeit wie die erste Heimniederlage der Warriors seit 30 Spielen aus, die Bucks lagen zeitweise 15 Punkte vorne. Doch dann trumpften Curry und Co im letzten Viertel auf. Nichts konnte sie mehr stoppen.

Stephen Curry spielt bei einem Team, das sich nicht gerade die lukrativen Verträge erlauben kann. Das große Geld wird in Los Angeles, Chicago, Miami, Houston verdient. Die Gehälter sind normal, nichts Astronomisches wird hier in Oakland gezahlt. Es scheint der Spaß am Spiel zu sein, der die Mannschaft zusammen schweißt, sie hat sich gefunden und rollt nach dem Titel im Sommer nun zum zweiten Mal die Liga auf. Curry könnte sich derzeit jede Firma als Werbepartner aussuchen. Und mit Sicherheit stehen Coca Cola, Pepsi, Gatorade, Red Bull und andere „Soft Drinks“ bei dem „Point Guard“ der Warriors auf der Matte.

Brita und Stephen Curry gehen in Zukunft gemeinsame Wege.

Brita und Stephen Curry gehen in Zukunft gemeinsame Wege.

Doch der hat sich nun auf dem Höhepunkt seiner Karriere anders entschieden. Stephen Curry wird fortan für den Wasserfilter Brita Werbung machen. „Ich trinke viel Wasser. Ich mag, dass mir mit Brita Leitungswasser schmeckt. Man muß also kein Geld ausgeben und mit den Flaschen Plastik verschwenden“, meinte der Basketballer bei der Bekanntgabe des 3 Jahre Deals. Das Unternehmen verband diese Werbekampagne mit der „Drink Up“- Initiative, für die sich auch First Lady Michelle Obama stark macht.

In Oakland selbst pries man die Entscheidung von Stephen Curry. Die Stadträtin Annie Campbell Washington bedankte sich in einem facebook Beitrag bei dem NBA Star für seine Entscheidung. „Danke Steph Curry dafür, dass Du Dich für Kinder einsetzt, in dem Du nicht die Limo-Industrie, Karies und Diabetes unterstützt, die die Folge vom Trinken der zuckerhaltigen Getränke sind.“ Der Golden State Warriors Spieler wird schon lange als Vorbild für viele Kids und Jugendliche gesehen. Als Familienvater sieht man ihn immer wieder mit seiner kleinen Tochter im Arm. Er fällt nicht durch lautes und polterndes Auftreten auf, vielmehr zeigt er sich bescheiden, stets freundlich und mit einem warmen Lächeln. Curry ist mittlerweile so populär, dass bei Heimspielen die Halle schon voll ist, wenn sich der 27jährige für das Spiel warm macht. Brita hat mit Stephen Curry einen Ausnahmeathleten gewinnen können.

 

 

 

 

We are all and one Oakland!

Warriors Stephen Curry führte sein Team zur NBA Meisterschaft.

Warriors Stephen Curry führte sein Team zur NBA Meisterschaft.

Eigentlich ist es hier in der Nachbarschaft ruhig. Manchmal bläst einer die Blätter mit so einem ollen Blasgerät zusammen, ein Hund bellt, eine knatternde Harley fährt am Haus vorbei. Doch heute Abend ist alles anders. Ich mach die Tür auf und ein Nachbar trompetet in die Nacht, einer hinter mir, weiter oben am Hügel, schreit „Warriors“. Und noch ein anderer brüllt immer wieder: „It’s Oaktown, Baby….“.

Die Golden State Warriors, beheimatet in Oakland, haben in sechs Spielen den NBA Titel gewonnen. Die Cleveland Cavaliers um ihren Superstar LeBron James hatten in den letzten Spielen einfach keine Chance mehr. Sie wirkten müde, ohne Ideen, den kalifornischen Wirbelwind zu stoppen. Zehn Sekunden vor dem eigentlichen Ende gratulierte der wohl derzeit beste Basketball Spieler dem MvP der Saison Stephen Curry und Coach Steve Kerr von den Warriors zur Meisterschaft.

Damit geht eine Saison zu Ende, die einfach nur ein Traum für das Team aus Oakland war. Wie in einem Rausch wurde gespielt und gewonnen und immer weiter nach vorne geblickt. Und dann war da wirklich die Möglichkeit Meister zu werden. Nach 40 Jahren haben es die Golden State Warriors wieder geschafft. Eine ganze Stadt feiert, steht Kopf. Obwohl das letzte Spiel in Cleveland war, war die Oracle Arena ausverkauft. Public Viewing zog Tausende an, die 15 Dollar pro Nase zahlten und feierten. Die Bars in der Stadt waren überfüllt. Feuerwerk, hupende Autos, jubelnde Nachbarn und der einsame Trompeter bläst noch immer fleissig ins Horn. Und niemand stoppt ihn in dieser Wahnsinnsnacht im kalifornischen Oakland.

 

Oakland is Warriors Ground

Ich war heute auf dem ersten Oakland Book Festival, direkt am Rathaus. Kleinverlage, wie Manic D Press und Heyday Books, neben zahlreichen linken und revolutionären Buchläden und Publishern. Alles draußen und im Zeichen des Buches.

Klare Aussage auf den Parkuhren der Stadt.

Klare Aussage auf den Parkuhren der Stadt.

Interessant war, dass man auf solchen Veranstaltungen immer wieder sehen kann, wie vielseitig, multikulturell und multiethnisch Oakland ist. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber Oakland ist eine tolle Stadt, die man durchaus besuchen und kennenlernen sollte.

Und dann waren da noch die Parkuhren in Downtown Oakland, die klar machten, wo man sich befindet. „Oakland is Warriors Ground“, die Stadt ist bereit für das NBA Finale. Sieben Spiele sind zwischen den Warriors und den Cleveland Cavaliers angesetzt. Sieger ist, wer zuerst vier Spiele gewinnt. Die Tickets für die Heimspiele der Golden State Warriors sind nicht gerade billig. Die billigsten Plätze, ganz oben in der Oracle Arena, gehen für fast 1000 Dollar weg. Wer ganz unten am Spielfeldrand sitzen will, muß bis zu 35.000 Dollar für eine Karte zahlen. Ich glaub, ich bleib da mal daheim.

Oakland im Warriors Fieber

Im fünften Spiel hieß es am Ende 104-90 für die Golden State Warriors. Damit kickten sie die Houston Rockets raus und sicherten sich den Titel der Western-Conference. Und das Team aus Oakland wird zum ersten Mal wieder seit 40 Jahren um den NBA Titel spielen. Gegner sind die Cleveland Cavaliers um den Superstar LeBron James.

Oakland ist im Warriors Fieber.

Oakland ist im Warriors Fieber.

Oakland ist derzeit im Warriorsfieber. Überall sieht man die Schilder und Farben des Teams. „Go Warriors“ wird einem sogar zum Abschied im Supermarkt gesagt. Die öffentlichen Busse blenden den Schlachtruf an ihren Anzeigetafeln ein und in meiner Straße haben Nachbarn sogar mit Kreide das Ziel vorgegeben: Go Warriors.

Man spürt richtig, das diese Stadt jeden einzelnen Sieg liebt, sich badet in der Aufmerksamkeit, die auf einmal da ist, das Rampenlicht geniesst. Oakland ist auf einmal wer. Jahrelang waren die Golden State Warriors nur ein Punktelieferant. Und doch, das Oakland Coliseum, die Oracle Arena, war immer gut besucht. Es war laut, die Fans standen hinter dem Team, egal, wie die Mannschaft auch spielte. Und nun geht mit dem Einzug ins Finale um die NBA Meisterschaft für viele ein Traum in Erfüllung. Der Griff nach der Krone in der besten Liga der Welt ist so nah und durchaus möglich. Mit dem MVP der Saison, Stephen Curry, scheint in dieser Spielzeit alles möglich zu sein. Und Oakland lechzt nach dem Titel. Für die Stadt wäre die Meisterschaft eine willkommene Party.