Kalifornien brennt und Trump poltert

      Waldbrände in Kalifornien

Kalifornien brennt erneut. Foto: Reuters.

Es brennt erneut in Kalifornien. Im Norden das Camp Feuer, rund 175 Kilometer von San Francisco entfernt, im Süden das “Woolsey Fire” in den Hügeln um Malibu und dazu noch das Hill Fire in Zentralkalifornien. Nach den verheerenden Bränden vor einem Jahr um Santa Barbara, im Weinanbaugebiet von Sonoma und im Sommer dieses Jahres in Nordkalifornien breiten sich erneut mehrere gewaltige Feuer aus.

Tausende von Häusern wurden bereits zerstört, 30 Menschen starben in den Flammen, die Kleinstadt Paradise in Nordkalifornien wurde total zerstört. Und die Winde fachen die Feuer weiter an. Über weiten Teilen des Bundesstaates hängt eine dicke Rauchglocke, die das Atmen schwer macht. Und diesmal mischt sich Präsident Donald Trump ein und tweetete: „Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement”. Damit griff er in einer Katastrophe die Menschen, Feuerwehren und Brandexperten in Kalifornien an, noch bevor er überhaupt ein Wort des Mitgefühls äußerte.

Und Trump, so Waldexperten in Kalifornien, habe keine Ahnung von dem, was er sagt. LeRoy Westerling, ein Klima- und Brandexperte an der Universität in Merced erklärte, dass Trump mit seinen uninformierten Worten eine Krise politisiert. Denn zum einen sind mehr als 50 Prozent der Wälder in Kalifornien im Bundesbesitz, also unter der direkten Kontrolle der Trump-Administration. Zum anderen brennt bei diesen Feuern nach Jahren der Dürre vor allem ausgetrocknetes Unterholz und keine ganzen Wälder. Hinzu kommt, dass Trump auf diesem Weg scheinbar versucht, die ihn unterstützende Holzindustrie in Position zu bringen. Große Waldflächen, das hat der Präsident schon mehrmals gefordert, sollten für die Abholzung freigegeben werden.

Feuer gab es in Kalifornien schon immer, hier redete man von einer “Feuer Saison” im Herbst, nach einem heissen Sommer. Doch davon ist nichts mehr zu spüren. Nun besteht eine Gefahr das ganze Jahr über. Für Klimaexperten sind die gewaltigen Waldbrände in Kalifornien auch ein deutliches Zeichen für den Klimawandel.
Kalifornien muss sich darauf mit neuen Bau- und Sicherheitsvorschriften im gesamten Bundesstaat einstellen. Riesige Brände sind hier im Golden State zur Normalität geworden.

Ein Planet für die Tonne

„America First“, „Make America Great Again“, „Promises Made, Promises Kept“, das sind nur einige der Schlachtrufe, mit denen Donald Trump derzeit durchs Land tingelt und dafür von seinen Fans laut bejubelt wird. Sie sehen einen Präsidenten, der zu seinem Wort steht, der patriotisch und nationalistisch denkt, der Amerika über alles stellt. Auch über die Wissenschaft.

Lange Dürreperioden, wie hier in Somalia, sind Folgen des Klimawandels.

Im ganzen Getöse um die Benennung von Brett Kavanaugh zum Verfassungsrichter ging ganz unter, dass im Umweltministerium (Environmental Protection Agency – EPA) mal kurz der wissenschaftliche Beirat aufgelöst wurde. Braucht man nicht mehr. Lobbyisten in Washington wissen eh besser was Amerika braucht, als ein paar Wissenschaftler, die Entscheidungsträger fundiert beraten sollen. Vom Beginn der Trump Amtszeit ging es einzig und allein darum, Umweltschutzrichtlinien aufzukündigen, zu verwässern, umzuschreiben, in die Tonne zu kloppen. Wissenschaftler stören da nur.

Als Scott Pruitt als Umweltminister ins Amt kam, forderte er von seinem Ministerium, dass eine Namensliste erstellt wird, auf der zu sehen ist, welche Mitarbeiter in Sachen Klimawandel geschult wurden und sich fortbilden ließen. Die Absicht war klar, jene Mitarbeiter sollten nicht viel länger im Ministerium bleiben dürfen. Solch eine Namensliste konnte verhindert werden, nicht jedoch der offene Kampf gegen Klimaschutzprojekte. Und der wird nicht nur im Umweltministerium durchgeführt.

Unter Barack Obama waren die USA der größte Geldgeber für den „Green Climate Fund“, der Entwicklungsländer und Schwellenländer half, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen und auf erneuerbare Energien zu setzen. Obama versprach drei Milliarden Dollar, bis zum Ende seiner Administration wurde eine Milliarde Dollar ausgezahlt. Donald Trump hingegen sieht den Klimawandel als „Hoax“, als Schwindel an, als von den Chinesen erfunden. Kein Wunder also, dass er überhaupt keinen Dollar mehr für den „Green Climate Fund“ zur Verfügung stellt.

Nicht nur das, das Weiße Haus unter Donald Trump wollte den Haushalt für Umweltschutzprojekte der Entwicklungshilfebehörde USAID auf 200 Millionen Dollar reduzieren, eine Kürzung um 70 Prozent. Der republikanisch dominierte Kongress hat dem jedoch nicht zugestimmt. Noch nicht, befürchten Umweltschutzgruppen, denn Trump macht Druck diese Gelder einzusparen. Doch was Trump und seine Gang durchsetzen konnten, ist die Streichung aller Klimaprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika. USAID, die für die Verteilung von Entwicklungshilfegeldern zuständig ist, darf fortan solche Klimaprojekte nicht mehr finanzieren, daruner auch in Ländern wie Äthiopien und Mozambique, wo schon heute die dramatischen Folgen des Klimawandels zu sehen sind. Alles Humbug und damit Geldverschwendung, sagt der Präsident. Die Folgen der Trumpschen „America First“ Politik wird mehr als langfristige Folgen haben. Hier regiert ein Mann, der die Wissenschaft ablehnt und viel schlimmer noch, davon überzeugt ist, dass er alles besser kann, weiß und macht.

Die Folgen des Hungers

Camale im Osten Somalilands.

Es ging am Morgen zwei Stunden lang, erst über eine Schlamm- und dann über eine Staubpiste, in das Dorf Camale. 1300 Menschen leben hier, davon sind fast 300 Flüchtlinge aus anderen Teilen im Osten Somalilands. Sie wurden im vergangenen Jahr nach der verheerenden Dürre von ihrem Land vertrieben. Es gab nichts mehr für sie, nachdem ihre Tiere verhungert, ihre Ernten verdorrt waren.

Nun leben sie hier in einer Gegend, die selbst mit einem Geländewagen nur sehr schwer zu erreichen ist. Camale ist steinig. Ziegen streifen durchs Dorf. Von einem Hügel aus kann man Kinder in der Ferne Fußball spielen sehen, ein paar Kamele, Pferde und Esel grasen. Hier gibt es seit ein paar Jahren eine Gesundheitseinrichtung, in der nicht viel zu finden ist. Ein paar Stühle, zwei Schreibtische, eine Waage, ein Metermaßband, ein paar Pillen und Salben. Viel darf hier nicht passieren, sonst muss man über die zweistündige Huppelpiste in die nächste Stadt fahren, wenn man überhaupt ein Auto besorgen kann.

Grün, gelb, rot erzählen eine lange Geschichte.

In diesem Gebäude führt die Hilfsorganisation Care Schulungen für Mütter durch. Es geht um richtige Ernährung und Hygiene für die Kleinen. An diesem Morgen werden einige Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren gewogen, untersucht und ihr Ernährungszustand mit einem Oberarmband gemessen. Die Hungerkrise der vergangenen Jahre wirft einen langen Schatten.

Derzeit ist Regenzeit. Wasser wird in dieser entlegenen Region in Speichern gesammelt, um für die kommenden Monate bis zur nächsten Regenzeit gewappnet zu sein. Denn eins ist klar, es wird am Horn von Afrika wieder zu einer Dürrekatastrophe kommen. Die Infrastruktur fehlt, Investionen sind für die international nicht anerkannte Republik kaum vorhanden, es gibt nur zwei ausländische Hilfsorganisationen, die hier überhaupt aktiv sind und sowieso ist Somalia nicht gerade im Blickfeld der Weltgemeinschaft. Und hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels. Hierher sollten jene Kritiker kommen, die im Weißen Haus sitzen oder die verschiedensten Verschwörungstheorien darüber verbreiten. Der Osten Afrikas ist schon jetzt vom „Climate Change“ betroffen. Es ist also nicht eine Frage ob, sondern wann die nächste Dürre kommen wird.

Man kann nur noch lachen über „President Trump“

Ich sitze in Somaliland und Donald Trump verfolgt mich, aber das hier muss ich einfach im Blog aufgreifen. Präsident Trump haute in den letzten paar Tagen so richtig auf die Pauke und meinte im „eye of the storm“, seine Regierung habe im vergangenen Jahr hervorragend (1+) auf die Hurricanes in Texas und Florida reagiert und auch auf Puerto Rico einen „great job“ geleistet, der nur nicht anerkannt wird.

Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten. Immerhin wurden nach offiziellen (!) Zählungen etwa 3000 Todesopfer auf Puerto Rico gezählt. Auch die Reaktion auf die Katastrophe war alles andere als „great“, vielmehr mussten die Menschen lange auf Verpflegung, Wasser, Strom warten. Das allerdings will Trump nicht wahrhaben. Deshalb tweetete er heute, dass es nur 6 – 18 Tote gab, nachdem er die Insel besuchte, Papierhandtuchrollen in die Menge warf und mit seiner stöckelnden Melania auf Mitgefühl machte.

Trump wirft in seinen Tweets den Demokraten vor, eine Falschmeldungskampagne gegen ihn zu führen und sogar aus Altersgründen Verstorbene zu den Opfern des Hurricanes zu zählen. Was soll man darauf noch sagen, man kann eigentlich nur noch mit Humor reagieren, wie Twitter User „Hitting the Trifecta“:

Der Klimawandel findet statt, aber ohne die USA

Warnungen gibt es genug, doch gehört werden sie nicht da, wo sie gehört werden sollten. Während nahezu 80 Prozent der demokratischen Wähler in den USA an den Klimawandel und seine katastrophalen Folgen glauben, sind es bei den republikanischen Wählern weniger als 30 Prozent. Und diese Zahl ist seit 2015 noch gesunken, dem Jahr, in dem Donald Trump seinen Feldzug gegen die Wissenschaft angetreten hat.

Mit „sauberer“ Kohle in die Katastrophe. Foto: Reuters/

Und Präsident Trump setzt nun Schritt für Schritt das um, was er im Wahlkampf versprochen hat. Er glaubt an das Ammenmärchen von der sauberen Kohle, hört auf die Industriebosse und dreht die Uhren zurück. Heißt, er setzt Umweltschutzmaßnahmen außer Kraft, die sein Vorgänger Barack Obama eingeführt hatte. Für Trump und sein Umweltministerium geht es um „clean energy“ und die hat mehr mit Dollars als mit sauberer Luft zu tun. Nun hat er weitere Regularien außer Kraft gesetzt, die es älteren Kohlekraftwerken erlaubt am Netz zu bleiben. Die Industrie jubelt, Umweltverbände schütteln nur noch resigniert den Kopf, in einem Bericht der „Environmental Protection Agency“ (EPA), dem Umweltministerium heißt es sogar, dass diese zurück gefahrenen Gesetze der Obama-Administration zwischen 470 und 1400 Todesfälle mit sich bringen werden. Doch das ist kein Problem in der Trumpschen Weltsicht.

Amerika, so scheint es, fährt mit Volldampf auf die Katastrophe zu. Warnzeichen, Hilferufe, ernstzunehmende Signale werden vom Tisch gewischt. Alles „Fake News“, der Klimawandel sei nicht wissenschaftlich bewiesen, „Climate Change“ eine Verschwörung, um den Amerikanern ihre Freiheiten zu nehmen. In diesen Diskussionen fehlen einem die Worte. Nun wird also weiter auf Kohle gesetzt, der Schaden wird immens sein, die Uhr läuft ab, die dünne Chance überhaupt noch etwas an den Drohszenarien zu ändern verschwindet gänzlich. Trump macht ernst, „America First“ bedeutet keine Rücksicht auf Verluste und für ihn persönlich: nach mir die Sintflut.

Die USA sind ein Land der Lobbyisten. Und das vor dem Hintergrund, dass nun keine seriösen, öffentlichen Debatten mehr stattfinden können. Mit einem Präsidenten an der Spitze, der seit Amtsantritt vor 20 Monaten nachweislich über 4200 Unwahrheiten und Lügen verbreitet und davon nichts zurück genommen oder relativiert hat, der von einem Amerikabild aus längst vergangenen Tagen spricht, in denen die Vereinigten Staaten eben nicht „great“ waren, lassen sich die Zukunftsprobleme nicht lösen. Doch nicht nur das, mit republikanischen Wählern, die an der Wissenschaft zweifeln, den von Menschen verursachten Klimawandel nicht wahrhaben wollen, Fakten ignorieren oder schlichtweg als Lügenpropaganda hinstellen, hat dieses Land einen fatalen Kurs eingeschlagen. Die Wahlen im November und in zwei Jahren werden daran nichts mehr ändern können.

Geschichtssuche im hohen Norden

Calumet in der Keweenaw Peninsula.

Calumet ist eine Kleinstadt ganz oben in der Upper Peninsula, der Keweenaw Peninsula, von Michigan. Eigentlich hätte Calumet sogar die Hauptstadt von Michigan sein sollen, doch dazu kam es dann doch nicht. Das war damals vor mehr als 100 Jahren, als die Kupferminenstadt eine wahre „Boom Town“ war. Theater, Kinos, Straßenbahnen, Tanzveranstaltungsorte, Immigranten aus aller Welt zog es hierher, vor allem Finnen, Italiener, Deutsche und Iren, die sich unter Tage ihren harten Broterwerb verdienten. In der UP lässt sich der weltweit reinste Kupfer finden, noch immer gibt es unglaubliche Vorkommen, doch gefördert wird hier nichts mehr.

Calumet wurde über die Grenzen der UP hinaus auch durch den Song „1913 Massacre“ von Woody Guthrie bekannt, der in dem Lied ein tödliches Feuer während eines Arbeiterstreiks besingt. Veröffentlicht wurde es 1941, doch nach wie hat es nichts an seiner Kraft und Energie verloren.

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Heute war ich etwas in Calumet unterwegs. Die Stadt ist überschaubaur, ein paar alte Gebäude erinnern an die ruhmreichen Zeiten vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute tut man sich schwer. Die Industrie fehlt, nur wenige Touristen finden den Weg in diese abgelegene Landzunge inmitten des Lake Superior, des Oberen Sees. Der Winter ist brutal, hart und lang, im September beginnt es zu schneien und Schnee liegt hier oben meist bis Mitte Mai. Und nicht ein paar Zentimeter, hier spricht man von Metern. In den wenigen Sommermonaten blüht alles auf. Auch in Calumet, der einstigen „Boom Town“ spürt man dieses Aufatmen, dieses Sonnentanken.

Meine heutigen „Fundstücke“: Heintje singt auf Englisch und ein Buch über Baron von Steuben.

Mich hatte es wieder in den alten Buchladen „Artis Books“ gezogen, den ich in der Vergangenheit schon öfters besucht habe. Ein unglaublich reichhaltiger und vollgestopfter „used bookstore“. Ich bin dort immer auf der Suche nach alten deutschen Büchern, nach der Geschichte der Deutschen in der Keweenaw Peninsula. Und die gab es, am bekanntesten ist wohl die, des Bierbrauers Joseph Bosch, der 1874 seine „Bosch Brewing Company“ eröffnete. Ein Bierchen für die Kumpel nach einer langen Schicht im Schacht. Heute erfuhr ich von einem deutschen Friedhof in der Region nördlich von Calumet, den ich auch noch in den kommenden Tagen besuchen will.

Calumet und die Keweenaw Peninsula erinnern an Skandinavien. Vielleicht gerade deshalb zog es so viele Finnen, Norweger und Schweden hierher, die neben der Arbeit auch eine vertraute neue/alte Heimat finden wollten. Die Gegend wirkt vergessen, ja, an vielen Stellen verlassen. „Ghost towns“ kann man überall entdecken, man muss nur nach den Apfelbäumen suchen, dann stößt man auf Häuser und Ansiedlungen, von denen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Und doch, hier oben im Norden kann man sich wohl fühlen, zumindest eine Zeitlang Ruhe, Entspannung und einen inneren Ort der Entschleunigung finden.

Wenn der Pizzabäcker mit dem Teer kommt

Domino’s ist eine amerikanische Pizzakette. Fast Food Pizza, nicht teuer, nicht besonders gut, aber beliebt. Und diese Kette hat derzeit eine vielbeachtete Werbekampagne gestartet, in der es heißt, dass sie Schlaglöcher auf den Straßen repariert, da die Pizzen vieler Kunden auf der Heimfahrt durcheinander gerüttelt werden. Und wer will das schon, dass der triefende Käse an der Pappschachtel hängt.

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Domino’s erklärt, Pizzafans sollten die Schlaglöcher auf ihrem Weg melden, dann werde man vielleicht anrücken, um die „potholes“ zu schließen. Eine werbewirksame Aktion der Pizzakette, die darüberhinaus auch noch gerne von Städten und Gemeinden angenommen wird, denn die sind allerorts pleite. So hat Milford im Bundesstaat Delaware gerade mal ein jährliches Budget von 30.000 Dollar, um seine Schlaglöcher zu füllen, die nach einem harten Winter in allen Teilen der Kleinstadt zu sehen sind. Der City Manager war daher dankbar dafür, dass die Pizzabäcker seine Gemeinde auserwählt hatten, um mit 5000 Dollar einige Löcher zu schließen.

Als Gegenleistung verlangte die Fast Food Restaurantkette nur Fotos von der Aktion und ein abschließendes Bild des Logos auf der Straße mit dem Slogan “Oh yes we did”. Amerikanische Städte haben schon lange keine Probleme mehr, Firmenlogos auf städtischem Grund und in städtischen Gebäuden zu zeigen. So finanzieren in vielen Schulen Unternehmen wie Coca Cola, McDonald’s oder Subway Schulspeisungen oder Sporteinrichtungen, öffentliche Parks werden von Banken und Versiherungen gesponsert, wenn das Firmenlogo am Eingang prangt. Da ist ein Domino’s Zeichen auf der Straße rein gar kein Problem für viele Stadtverantwortlichen. Ein paar mal drüber gefahren und schon ist es wieder weg.

 

 

 

 

„Ocean Rising“ durch die vielen Steine

Es gibt im US Kongress einen Ausschuss, der nennt sich „House Committee on Science, Space and Technology“. Dort werden alle Fragen bezüglich der Wissenschaft behandelt. Experten werden zu wichtigen Themen eingeladen, befragt, Hintergründe erforscht. Nun war mal wieder das Thema Klimawandel an der Reihe. Vor den Mitgliedern der Kommission saß einer der führen Klimaforscher, Philip Duffy.

Der Klimawandel, die Steine und die Republikaner. Foto: Reuters.

Und Duffy nahm die Fragen der Politiker gelassen, auch wenn sie mehr als fragwürdig waren. Da wollte der republikanische Abgeordnete Mo Brooks aus Alabama wissen, ob der Anstieg der Weltmeere nicht viel mehr damit zu tun habe, dass immer wieder Steine und Felsen ins Meer abrutschen, reinfallen, reingeschmissen werden. „Denn damit ist weniger Platz in den Ozeanen, denn der Meeresboden steigt an“, so die Begründung von Brooks. Der Republikaner verwies auf die Felsen in Dover und Kalifornien, die immer mal wieder ins Meer absackten.

Philip Duffy reagierte gelassen: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das einen unbedeutenden Effekt hat“. Brooks republikanischer Kollege aus Kalifornien, Dana Rohrabacher, meinte, er sei „verwirrt“, dass Wissenschaftler den Ausschussmitgliedern erklärten, die Frage ob der Klimahandel von Menschen gemacht sei, sei beantwortet. „Ich finde das sehr verstörend, dass uns das hier in diesem Wissenschaftsausschuss in die Köpfe gehämmert wird, obwohl wir doch eigentlich auch offen sein sollten für andere Sichtweisen“. Kleiner Ratschlag zum Schluß, bitte keine Steine mehr in Seen, Flüsse, Bäche und Meere werfen, damit nicht der Verdacht aufkommen kann, man wolle bewußt den Meerespiegel anheben oder Überschwemmungen verursachen. In die USA könnte man nämlich, wenn die politische Entwicklung so weitergeht, schon bald dafür verklagt werden.

 

 

 

 

 

Trump sagt mal wieder „F.U.“

Man erlebt es trotz allem nicht so oft, dass der amerikanische Präsident so offen einem Großteil der Amerikaner „F… Y..“ zuruft. Aber genau das ist mit seinem jüngsten Tweet passiert. Weite Teile der USA erleben einen extremen Kälteeinbruch, wir hier im Westen haben fast sommerliche Temperaturen nach verheerenden Bränden. Und was macht der Präsident? Ihm sind die Auswirkungen des Klimawandels egal. Vielmehr unterhält er zum Jahresausklang seine Wähler mit einem dusseligen Tweet. Seine Basis wird ihm sicherlich zunicken und unglaublich geistreich bemerken: „genau, wo ist denn „Global Warming“, wenn wir hier so viel Schnee haben“. Lieber Gott, wirf Hirn vom Himmel!

Es brennt weiter

Weit über 100.000 Hektar Land und 1000 Gebäude sind bereits verbrannt. Die Flammen in Ventura und Santa Barbara County sind gerade mal zu 55 Prozent unter Kontrolle. Zwei Menschen starben, darunter ein Feuerwehrmann. Das „Thomas Fire“ brennt seit dem 4. Dezember. Es war in der Nähe des “Thomas Aquinas College” (Thomas Fire) bei Santa Paula im Osten ausgebrochen.

Das Feuer ist zum zweitgrößten in der Geschichte des Bundesstaates angewachsen und könnte noch zum größten werden. Nach wie vor kämpfen Tausende von Feuerwehrleuten gegen die Flammen. Am heutigen Donnerstag werden erneut starke Santa Ana Winde von bis zu 90 Stundenkilometern erwartet, die die Brände wie ein Fön anfachen, sich drehen und die Flammen damit vor sich her treiben.

Weite Teile der Region sind total abgebrannt. Im „Los Padres National Forrest“ sieht man nur noch schwarze Erde. Die Kleinstadt Ojai wurde von den Rettungseinheiten als „Doughnut“ bezeichnet, sie überlebte, aber alles drum herum brannte ab. Der Tourismus und die lokale Wirtschaft sind total eingebrochen. Gerade viele Arbeitnehmer in der Serviceindustrie und der Landwirtschaft haben ihre Jobs verloren. Wie es weitergehen soll, weiss derzeit noch niemand.

Kalifornien wurde in diesem Jahr massiv von Feuern getroffen. Erst im Oktober wütete eine Feuerwalze in Sonoma und Napa County, bewegte sich durch die Kleinstadt Santa Rosa. Das „Tubbs Fire“ traf die berühmte Weingegend des Bundesstaates mit voller Härte. Und nun seit mehr als 17 Tagen brennt Südkalifornien. Normalweise sind die Santa Ana Winde ein paar Tage lang ein Problem, doch in diesem Jahr sind sie besonders heftig und andauernd. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown erklärte, die immer größer und intensiver werdenden Brände werden zu einer Realität für Kalifornien. Sie seien ein deutliches Zeichen für den Klimawandel, wer dies, wie der Präsident der Vereinigten Staaten, nicht wahrhaben wolle, begehe einen gewaltigen Fehler und versündige sich an zukünftigen Generationen.