Long Distance Operators zwischen Australien und Belgien

Der Name Hugo Race ist wahrscheinlich nicht vielen geläufig. Doch der Australier Hugo Race ist seit über 30 Jahren eine feste Größe im Independent Musik Bereich. In seinem jüngst erschienenen Buch „Road Series“ beschreibt er seine vielen Projekte und Kollaborationen in zahlreichen Ländern. Lange Zeit lebte und arbeitete Race auch in Berlin. Nun legt er ein neues Album vor, diesmal tat er sich mit der Belgierin Catherine Graindorge zusammen.

Long Distance Operators“ oder LDO heißt dieses neue Projekt des in Melbourne, Australien, lebenden Hugo Race. Race ist seit Mitte der 80er Jahre im Musikgeschäft, er war unter anderem Gründungsmitglied der Bad Seeds, der Band von Nick Cave. Doch schon nach einer Platte machte er sich selbständig, um seine musikalischen Ideen besser verwirklichen zu können.

„Ich habe eine Vielzahl von Projekten, die parallel existieren“, erklärt Hugo Race im Interview. „Da sind die Bands „True Spirit“ und „Dirtmusic“, die „Fatalists“ und „Sepiatone“. Ich kann oftmals in diesen Projekten Raum für neue Songs finden, die ich schreibe. Und dann habe ich aber auch immer mal wieder Ideen, die zu abstrakt sind, um in einer dieser etablierten Gruppen umgesetzt zu werden. Und diese Art von Ideen führen dann zu Außenprojekten, für die ich dann den richtigen Partner finde. Und „Long Distance Operators“ mit Catherine Graindorge ist so ein Beispiel. Keiner dieser Songs hätte für mich bei den anderen Projekten Sinn gemacht.“

„Long Distance Operators“ ist wahrlich so ganz anders, als das, was Hugo Race sonst macht. Die Lieder sind verspielter, mit Elektronik angereichert. Und doch klingt auch hier sein typischer Sound durch. Die Schwere und die Düsterheit, die Country und Western-Klangbilder und die melancholische Stimme von Race sind auch bei LDO tragend. Und Doch ging er für dieses Projekt ganz neue Wege:

„Ich war von den Streichquartetten von Komponisten wie Shostakovich und Beethoven fasziniert. Zum ersten Mal hörte ich diese Art von Musik und das an einem Punkt in meinem Leben, der für mich Sinn machte. Ich war davon begeistert und fragte mich, wie ich es anstellen könnte, damit etwas zu machen, denn ich wollte damit arbeiten. Aber ich wusste nicht genau wie. Und aus dem Nichts schickte mir Catherine Graindorge einige Lieder, an denen sie für eine Soloplatte arbeitete. Die Musik, die sie schickte, war vollklingend, wie diese Streichquartette, die ich hörte. Ich schrieb ihr zurück, denn ich kannte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass ich gerne mit ihr für einige Songs auf ihrer Platte zusammenarbeiten würde.“

Nach dieser Kollaboration merkten die beiden, dass sie durchaus gut miteinander arbeiten können. Die Idee für eine gemeinsame Platte war entstanden: „Der Aufnahmeprozess für Long Distance Operators fing damit an, dass mir Catherine ein Archiv an Samples und Loops schickte, die sie mit der Violine oder Viola gemacht hatte. Und ich setzte mich daran, diese Loops und Samples zu schneiden und ganz langsam daraus Songstrukturen zu fertigen. Dazu fand ich Wörter, die sich wie ein Umschlag um diese Arbeit legten. So arbeiteten wir eine zeitlang, das dauerte etwas, die Platte entstand in drei oder vier Jahren.“

Der Name „Long Distance Operators“ lässt vermuten, dass die beiden, hier in Melbourne, dort in Brüssel, mehr telefonisch miteinander verbunden waren und diese Platte voneinander getrennt entstehen ließen. Eigentlich hätte es so sein können, doch dann trafen sie sich in Brüssel: „Wir entschieden uns, den groben Rahmen, die Grundideen der Songs, die ich mit ihren Aufnahmen gemacht hatte, im Studio noch einmal komplett neu aufzunehmen. Die „Long Distance Operators“ sind also in Wahrheit direkt und an einem Ort eingespielt worden. Einen Großteil der Nachproduktion machte ich in meinem Studio in Australien. Gemischt wurde es dann in den Sono Studios in Prag von Milan Cimfe, mit dem ich schon viel für Dirtmusic gearbeitet habe. So ist das alles entstanden.“

„Long Distance Operators“ ist ein beeindruckendes Album. Es ist ein Wechselspiel zwischen den Weiten des Westens, die Hugo Race auf seiner Gitarre musikalisch entstehen läßt und den emotionalen Streich- und Streicheleinheiten von Catherine Graindorge. Dazu die Zwischentöne, die diese Musik zu einem ganz persönlichen Klangspiel werden lassen, das man als Hörer in aller Ruhe und mit Zeit genießen sollte.

YouTube Preview Image

Die Zukunft des Journalismus

Auf die Medien und die Journalisten wird ja in diesen Wochen und Monaten gerne eingeprügelt. Nicht nur Donald Trump hat seine Sündenböcke gefunden, die er unter dem Jubel seiner Anhänger beschimpft, verunglimpft und verbal bespuckt, auch die seltsame deutsche Bürgerbewegung Pegida und die sogenannte „Alternative für Deutschland“ sprechen gerne von der „Lügenpresse“.

Heute war ich auf Einladung einer alten Kollegin von KUSF, die für den Nachfolgesender „San Francisco Community Radio“ Medienarbeit an Schulen unterrichtet, am „Lycée Français de San Francisco„. Ihn ihrer Klasse waren zehn junge Schüler, die mich interviewten, Fragen stellten zu meiner Arbeit, meinem Werdegang und wie das so ist, Journalist zu sein. Sie hatten zuvor mit Farinaz Agharabi Fragen vorbereitet und die reichten von in welchen Ländern ich schon war, wie lange ich schon als Journalist arbeite, wie es dazu überhaupt kam als Journalist zu arbeiten, bis hin ob es auch mal gefährlich werde. Eine Frage jedoch ließ mich selbst nachdenken: ob ich gerne Journalist bin?

Ja, bin ich. Ich glaube, es ist der richtige Beruf für mich. Und das sagte ich ihnen auch. Ich bin neugierig und meistens bekommt man als Journalist auf seine Fragen Antworten. Ich reise viel und an Orte, die keine Urlaubsziele sind. Treffe Menschen, die ich wohl nie treffen würde, wenn ich nicht Journalist wäre. Viele von ihnen erzählen mir aus ihrem Leben. Oftmals sind es schlimme Erlebnisse, Erfahrungen und Umstände, von denen mir berichtet wird. Und doch sind da auch viele schöne Augenblicke, die ich nicht missen möchte. Im umkämpften Osten des Kongos gab es einmal einen Besuch in einem entlegenen Dorf, das immer wieder von Milizen angegriffen wurde. Das Dorf wurde geplündert, Frauen vergewaltigt, Männer brutalst zusammen geschlagen, erniedrigt, auch getötet. Als wir damals in dieses Dorf fuhren, wartete die evangelische Gemeinde rund eineinhalb Kilometer vor dem Dorf an der Straße, um uns zu empfangen. Wir stiegen aus und gingen gemeinsam mit ihnen, tanzend und singend, zu der kleinen Kirche aus Holzstöcken und Stroh. Und dort berichteten sie von den Schrecken ihres Alltags. Sie wußten, dass ich „nur“ ein Journalist bin, und doch war da jemand, der einfach mal zuhörte, Interesse zeigte.

Irgendwo in Ruanda liegt ein Fußballplatz.

In Puntland, dem nordöstlichen Teil von Somalia, spielte ich mit jungen Männern Fußball. Draußen standen unsere „Bewacher“ mit ihren Maschinengewehren und ich zog mir die kurze Hose an, schnürte die Turnschuhe und wartete auf meinen Einsatz. Wir sprachen nicht dieselbe Sprache und die jungen Kerle kurvten um diesen alten Sack aus Nürnberg problemlos herum, doch es war ein Erlebnis, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Normalität in einem geplagten Alltag. Fußball war auch in Ruanda so ein Erlebnis für mich. Irgendwo auf dem Weg zwischen Kigali und Gisenyi fuhren wir an einem Feld vorbei, auf dem ein gutes Dutzend Kinder in Fetzen bekleidet und barfuss Fußball spielte. Ihr Ball war nicht aus Leder, sondern aus Bananenblättern. Hart und dennoch rund. Damit spielten sie. Anfangs waren sie überrascht, als ich mitspielen wollte, doch dann lachten sie und spielten einfach weiter mit mir.

Und dann war da der Niger. In irgendeinem Dorf im Süden des Landes. Ich war mit CARE unterwegs, wir sprachen über die Auswirkungen des „Global Warming“ – Dürre und Hunger. Und dann saßen wir mit einer Frau und ihrem Sohn in ihrer Hütte. Einfach und kahl und lachten. Oder im Tschad, in einem Flüchtlingslager für Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik, die viel, die sehr viel Schlimmes auf der Flucht erlebt hatten. Es war erst 10 Uhr morgens, doch schon sehr heiß und drückend. Ein Termin führte uns zu einem Brunnen, der von CARE gebohrt wurde. Auch dort wartete schon eine Gruppe von Frauen, Männern und Jugendlichen auf uns. Sie zeigten uns den Brunnen, wie er funktioniert und instand gehalten wird. Doch dann wurden Lieder gesungen, es wurde ausgelassen getanzt, die Besucher so willkommen geheißen.

Viele solcher kleinen, doch für mich großen Momente, machen den Job als Journalist aus. Und sie sind zahlreich. Die Menschen, mit denen ich spreche, die Orte, die ich sehe, die vielen Freundschaften, die ich über die Jahre schließen konnte. Die reichen von Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes, des Goethe-Instituts und Hilfsorganisationen bis hin zu Musikern und sogar einer Bundestagsabgeordneten. Journalist sein bedeutet hinzusehen und hinzuhören. Und es war schön, dieses Interesse heute im „Lycée Français de San Francisco“ zu sehen. Mädchen und Jungen, die Fragen hatten, die Antworten verlangten, die neugierig waren. Der Journalismus hat eine Zukunft, wenn man junge Menschen an die Tiefe und auch an die Schönheit dieses Berufes heranführt.

 

 

Donald Trump zeigt mir die Welt

Ich hätte ja auch nicht gedacht, dass ich mal ein gutes Wörtchen für diesen Präsidenten finden werde. Aber der Nationalist und „America First“ Verfechter Donald Trump zeigt mir die Welt. Zumindest musikalisch. Mir fällt auf, dass ich seit Trumps amerikanischem Isolationismus verstärkt Musik aus den verschiedensten Ländern und Regionen anhöre. Aus Afrika und dem Nahen Osten, aus Vietnam, Afghanistan und Japan. Und da ist kaum Musik aus den USA dabei, und wenn, dann sind es alte Aufnahmen, die ich sehr schätze.

Gerade liegen die CDs der Box „Voices of forgotten worlds“ im CD-Spieler. Ja, ich höre noch CDs und auch Vinyl. Mit mp3 Files konnte ich mich nach all den Jahren noch immer nicht anfreunden. Ich brauche was in der Hand, will in einem Booklet blättern, Musik halten. Was ich bislang an Liedern als mp3 gekauft habe, kann ich wohl an einer Hand abzählen. Und wenn, waren es auch nur dringend benötigte Songs für eine Radioproduktion. „Voices of forgotten worlds“ präsentiert eine musikalische Welt, so ganz fernab von Pop und Glanz und Glimmer. Nix mit Grammy und MTV Awards, keine Stars und keine Sternchen.

Es sind zumeist Feldaufnahmen aus Regionen wie Grönland, Nepal, Papua-Neuguina, Zentralafrika, Eritrea oder den indianischen Nationen in den USA und Kanada. Ein „spin around the world“, Musik, die Sprachen, Kulturen und Länder präsentiert. Auch ein Lied der „Bad Dudes“ aus dem Iran ist auf dieser Box vertreten, die mit einem umfangreichen Begleitbuch erschienen ist. Es wird gesungen in allen möglichen Variationen, getrommelt und auf Instrumenten gespielt, die man in unseren Breitengraden nicht kennt. Doch diese Musik, wie fremd und anders sie auch klingen mag, verbindet, macht Lust auf mehr, auf den Blick jenseits der großen Wasser links und rechts der USA.

YouTube Preview Image

Trumps sinnloses Einreiseverbot für Menschen aus dem Iran, Irak, Syrien, Libyen, dem Sudan, Jemen und Somalia hat mir auch schon schöne Arbeit gebracht. Als nächstes bespreche ich die neue Platte von Rahim Alhaj, einem Iraker, der seit 2002 in den USA lebt. „Letters from Iraq“ ist nun ganz unbeabsichtigt zu einer politischen Aufnahme geworden. Ein wunderschönes Album, das diesen Meister auf der Oud präsentiert, der musikalisch von seiner alten Heimat, einem geschundenen Land und seinen Menschen erzählt. Auch das schafft Trump, die Politisierung der Kunst, der Kultur. Nicht nur die Veröffentlichung von Musik aus diesen Ländern ist da eine klare Botschaft, sondern auch das bewußte Hin- und Zuhören. Musik kennt wahrlich keine Grenzen, keine Visa und keine Mauern.

 

 

Der Teilzeitpräsident

Am Dienstag noch ganz „präsidial“ in den Augen zahlreicher, vor allem konservativer Kommentatoren. Donald Trump zeige nun endlich, dass er bereit sei zum Regieren, so die einhellige Meinung. Vor dem versammelten Kongress las der Donald seine Rede ab, hielt sich ans Skript und vor allem hielt er sich zurück mit verbalen Tiefschlägen, Verleumdungen und Angriffen gegen den politischen Gegner und die Medien. Trump, so schien es für viele, sei endlich im Oval Office angekommen.

Doch weit gefehlt, Trump ist mal Präsident, doch am liebsten bleibt er der selbsternannte König im Trump-Reich. Kritik von den Vasallen kann er gar nicht ab. Das zeigte er erneut am frühen Samstagmorgen. Innerhalb von nur zwei Stunden haute der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (!) gleich mehrere Tweets raus, die zeigten…ja, was zeigten sie eigentlich? Trump beschuldigte darin seinen Vorgänger Barack Obama ihn vor der Wahl im Trump Tower abgehört zu haben. Illegal und eigenmächtig habe Obama die Telefone von Trump angezapft. „Bad (or sick) guy“, so endete der Präsident seinen Twittererguss gegen Obama.

Doch damit nicht genug. Zu dem Zeitpunkt hatte sich der Donald wohl schon in Rage getippt, denn kurz darauf bekam auch noch Arnold Schwarzenegger sein Fett ab. Der hatte am Freitag erklärt, er werde nicht länger für die Show „Celebrity Apprentice“ zur Verfügung stehen, denn die „baggage“, das Gepäck sei mit Trump als „Senior-Producer“ zu schwer. Zahlreiche Sponsoren hätten sich schon zurückgezogen, denn die Anti-Trump Initiative #GrabYourWallet gewinne immer mehr an Fahrt.

Donald Trump zeigt mit diesem jüngsten Tweets, dass er alles andere als ein „präsidialer“ Präsident ist und sein will. Nicht nur das, Trump legt erneut keinerlei Beweise für sein unhaltbaren Anschuldigungen gegen Barack Obama vor. Wie es scheint hat er vielmehr wohl einen Artikel auf seiner Lieblingswebseite, Breitbart News, gelesen, in der der erzkonservative Talk Show Moderator Mark Levin zitiert wird. Dieser hatte in seiner Sendung am Donnerstag von einem „silent coup“ der Obama Administration gegen einen politischen Gegner (Trump) gesprochen. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika holt sich also nicht nur seine Nachrichten von sehr zweifelhaften Onlinequellen, sondern, was noch viel schlimmer ist, richtet danach auch seine Regierungsarbeit aus. An dieser Stelle, gerade mal fünf Wochen nach der Amtsübernahme, kann man eigentlich nur noch besorgt sein!

Die Nürnberger San Quentin Connection

Die Welt ist kleiner geworden. Samstagmorgen kalifornischer Zeit und ich höre auf der Autofahrt nach San Quentin der Live–Übertragung der Fußballbundesliga auf B5 Aktuell zu. Vorbei an Downtown Oakland, Blick auf San Francisco und die Golden Gate Bridge, über die Richmond-San Rafael Bridge und schon bin ich auf dem Parkplatz des legendären und ältesten Gefängnisses von Kalifornien. Auf der anderen Seite der Bay liegen Tiburon und Belvedere, eine sündhaft teure Gegend in der Region. Hier lebten Steffi Graf und Andre Agassi, bis sie ihr Anwesen für etwas über 20 Millionen Dollar verkauften und nach Las Vegas zogen. Dort lebte auch Robin Williams bis zu seinem Freitod.

San Quentin hat eine Traumlage mit Blick auf die Bay, der Nebel, der durch das Golden Gate strömt, lässt das Staatsgefängnis oftmals links liegen. Das sehe ich auch wieder, als ich an diesem Morgen mit Reno in einem kleinen Stahlkäfig eingesperrt werde. Er ist braungebrannt vom vielen Scrabble Spiel auf dem Hof des „East-Blocks“, der Death Row in San Quentin. In aller Ruhe schmiert er sich Ketchup und Mayonnaise auf das Sandwich und den Burger aus den Automaten, die ich noch in der Mikrowelle aufgewärmt habe, dazu zwei Dosen Coca Cola, Popkorn und ein Milky Way, denn das gab es diesmal mit dunkler Schokolade.

Die Zellen im East-Block von San Quentin. Foto: Reuters.

Ein Besuch wie so viele zuvor. Im Käfig gegenüber ein Mitglied der Aryan Nation. Glatzkopf, langer weißer Bart, ein eindeutiges Tattoo am Hals. Der Mittfünfziger beobachtet uns mit ernstem Blick. Er wartet und wartet und wartet. Nach 50 Minuten wird er wieder mit Handschellen und Kette um den Bauch in seine Zelle zurück gebracht, sein angekündigter Besucher kam nicht. In den weiteren Käfigen Gefangene und Frauen, die sie besuchen. Sowieso fällt man hier als männlicher Besucher auf. Es gibt wohl eine Faszination von Frauen für Häftlinge mit einer aussichtslosen Haftstrafe. Und die hier ist noch härter als lebenslang, denn im normalen Strafvollzug kann man „private“ Besuche mit der Frau oder Freundin bekommen. Auf Death Row ist gerade mal ein Begrüßungs- und Abschiedskuss erlaubt. Während des Besuches müssen die Hände sichtbar, also auf der Tischplatte sein. Und doch all diese Einschränkungen und Aussichten schrecken Frauen nicht ab, ernsthafte Beziehungen mit Todeskandidaten einzugehen. Eine davon lebt sogar in Nürnberg. Sie hat einen „Death Row Inmate“ in San Quentin geheiratet. Nach einer Brieffreundschaft ging man den Bund der Ehe ein. Nun ist es eine Fernbeziehung zwischen Nürnberg und San Quentin. Ein paar Besuche im Jahr, Briefe und fast tägliche Telefonanrufe um die halbe Welt.

Ich sitze mit Reno fast zwei Stunden an diesem Tisch, draußen fliegen die Möwen vorbei, die Fenster sind mit einem Stahlgitter ausbruchssicher gemacht. Wir reden über alles mögliche, klar, auch der neue Präsident ist ein Gesprächsthema. „Ich schalte immer gleich weg, wenn er im Fernsehen kommt“, meint Reno. In seiner 1,20 x 2,60 Meter kleinen Zelle schaut er lieber Motorrennsport und träumt von alten Zeiten, als er in den 60er und frühen 70er Jahren auf seiner Harley durch die Gegend tuckerte. Lang ist es her. 1978 wurde er verhaftet, 1980 zum Tode verurteilt. Seitdem ist viel Wasser durchs Golden Gate rein und wieder raus geflossen. Ebbe und Flut kommen und gehen, in San Quentin ist ein Tag wie der andere. Der fast 72jährige ist schon über die Hälfte seines Lebens hinter Gittern. Im Hochsicherheitstrakt der „Death Row“ mit strengen Regeln und Abläufen sind Besuche mehr als willkommene Abwechslungen. Sie sind, trotz der offensichtlichen Umstände, ein stückweit normales Leben. Eine Umarmung, relativ schmackhaftes Essen von draußen, Lachen, Geschichten von der Außenwelt. Nicht viele der etwa 750 Todeskandidaten haben diese Möglichkeit. Die meisten von ihnen sind mit ihrer aussichtslosen Verurteilung und über die Jahre vergessen worden.

Auf dem Weg nach draußen und zurück zum Parkplatz treffe ich den Pressesprecher von San Quentin. Mit ihm war ich mehrere Male im Gefängnis unterwegs, verbrachte viele Stunden mit ihm. „Hey, how you’re doing? Good to see you.“ „Doing well, how yourself?“ Ein bißchen Smalltalk am Rande der Bay. Ein neues, größeres Thema schwirrt mir durch den Kopf, Arbeitstitel: 24 Stunden auf Death Row. Die Genehmigung könne er mir nicht erteilen. Das müsse ganz oben im kalifornischen Justizministerium entschieden werden und das würde dauern. Zeit, das habe ich über die Jahre gelernt, ist nicht das Problem, wenn man sich mit der Todesstrafe und der Death Row in San Quentin beschäftigt.

In vier Ländern hungern 20 Millionen Menschen

Nigeria, Südsudan, Somalia und Jemen. Vier Länder, die irgendwo da drüben hinter dem großen Teich liegen. Nicht viele Amerikaner waren bislang dort, schon gar nicht Präsident Donald Trump. In diesen vier Ländern gibt es nicht viel zu holen. Große Hotels, Trump Towers und Golfplätze sucht man vergeblich, wenn man denn überhaupt danach suchen möchte.

20 Millionen Menschen sind von Hungerkatastrophen in diesen vier Ländern betroffen. Nur in einem, in Somalia, sind vor allem Umwelteinflüsse der Grund. In der Region am Horn von Afrika regnete es schon lange nicht mehr. Das Vieh stirbt, die Felder verdorren, die Menschen ziehen aus ihren Dörfern in die Städte und in Flüchtlingscamps, um zu überleben, um Hilfe zu finden.

Die USA sind einer der wichtigsten Geldgeber für humanitäre Hilfsprojekte der Vereinten Nationen. Allein im letzten Jahr überwiesen die Amerikaner 6,4 Milliarden Dollar an die UN. Der Generaldirektor des Internationalen Roten Kreuzes, ICRC, Yves Daccord meint denn auch: „Niemand kann die USA in Bezug auf Finanzierung ersetzen“. Mit Blick auf die derzeitige Krise, einer Mischung aus Konflikten in Nigeria, Südsudan und Jemen, der Dürre in Somalia und einer gewaltigen Hungerkatastrophe kommen die Hilfsorganisationen und die UN an ihre Grenzen. In diesem Ausmaß und unter diesen erschwerten Bedingungen wurden sie noch nie gefordert.

Der Osten Somalilands ist von der anhaltenden Dürre betroffen.

Wenn man in afrikanischen Ländern unterwegs  ist, sieht man überall die Schilder der „U.S. Agency for International Development (USAID)“. Die USA helfen in vielen Regionen bei der Entwicklung und beim Aufbau. Bislang wurde im Namen des amerikanischen Volkes weltweit geholfen. Doch auf die aktuelle Notfallsituation weiß man keine Antwort. Und das hat seinen Grund.

Genau in dieser Zeit der Krise fordert der neue amerikanische Präsident eine Kürzung der internationalen Ausgaben. Donald Trump will den Haushalt des Militärs um 57 Milliarden Dollar erhöhen, eine etwa 15 Milliarden Dollar teure Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen und eine umfassende Steuerreform durchsetzen, die vor allem sehr gut Verdienende und Unternehmen entlasten soll. Und dafür will Trump quer durch die Bank bei anderen Ministerien einsparen. Im Gespräch sind auch 37 Prozent der Entwicklungshilfeausgaben zu kürzen. Ein fataler Schritt, der drastische Folgen haben wird, wie man jetzt schon sehen kann. „Wir haben derzeit keine Gelder zur Verfügung“, erklärte ein USAID Sprecher auf die Frage der Washington Post, wie die USA auf die derzeitigen Krisen in Nigeria, Südsudan, Somalia und Jemen reagieren werden.

Donald Trump setzt genau dieses „America First“ um, das er im Wahlkampf propagiert hat. Und das ohne Rücksicht auf Verluste. Denn mit der Kürzung von wichtigen Entwicklungshilfegeldern und der finanziellen Unterstützung für UN Notfallprogramme, geht der neue Mann im Weißen Haus über Leichen. Nun liegt es am Kongress mit seiner republikanischen Mehrheit den Einschnitten bei der „Foreign Aid“ nicht zuzustimmen, denn es geht wirklich um Leben  und Tod. Auch wenn man damit in den Wahlkreisen nicht punkten kann. Viele Amerikaner glauben nämlich, dass 25 Prozent der amerikanischen Steuereinnahmen in die Entwicklungshilfe fließen. Doch es ist gerade einmal ein Prozent der öffentlichen Gelder, die die USA für die „Developing Aid“ bereit stellen. Deutschland liegt sogar noch unter dieser Marke.

 

Make (some) America Great Again

Die gute Nachricht gleich zu Anfang, Donald Trump hat in seiner Rede mal nicht gegen die Medien gewettert. Das ist doch schon mal ein Highlight in diesen Tagen. Aber wer weiss, was heute Nacht noch per Twitter von ihm kommt. Man ist es ja gewohnt, dass er nachtritt.

Trump hat eigentlich am Abend alles angesprochen, was er auch im Wahlkampf angesprochen hat. Es war eine Wahlkampfrede light. Trump hatte dabei seine Basis im Blickwinkel, jene Amerikaner, die nicht an den Küsten, sondern im “Heartland” der USA leben, also in Kansas, Missouri, Wyoming, in den sogenannten „overfly States“. Es ging in dieser Rede um Sicherheit, um den Ausbau des Militärs und auch um einen verstärkten Nationalismus, für den Trump steht. Und dann durfte natürlich auch das obligatorische Schulterklopfen nicht fehlen. Trump liebt sich auch vor dem versammelten Kongress.

Präsident Donald Trump hat große Pläne. Foto: Reuters.

Als Donald Trump die Frau von William „Ryan“ Owens ansprach, die er eingeladen hatte, fing diese an zu weinen. Owens war Mitglied einer Spezialeinheit, die eine Woche nach Amtsantritt im Jemen eingesetzt wurde, um in einer Nacht- und Nebelaktion eine Terrorzelle zu bekämpfen. Owens kam dabei ums Leben. Allerdings übernimmt Trump nicht die Verantwortung, obwohl er die Aktion angeordnet hat. Er schiebt nun die Verantwortung auf seinen Vorgänger Barack Obama und auf die Generäle. Die Kommentatoren waren gespalten, ob die Einladung der Frau richtig war, denn der Vater von William Owens weigerte sich bislang Donald Trump zu treffen.

Trump gab sich insgesamt auffallend zurückhaltender. Es fehlte also schon der Unterhaltungswert, also seine Angriffe…nur gelegentlich kamen die, als er sagte, der Kongress solle zusammen arbeiten, um im gleichen Atemzug seinen Vorgänger Barack Obama und dessen Politik schlecht zu reden. So baut man wahrlich keine Brücken. Aber insgesamt war es eine eher präsidiale Rede…auf alle besser als die bei seinem Amtsantritt.

Lautstarke Proteste, die im Vorfeld angesprochen wurden, gab es nicht, eher symbolisches Nichtklatschen und Sitzenbleiben. Hinzu trugen viele Demokratinnen weiß, als Zeichen des Protestes gegen Donald Trump. Und das fiel am Fernseher auf, was ja auch gewollt war.

Donald Trump machte in dieser Ansprache deutlich, dass er sein Ding durchziehen will. Er zeigte unfreiwillig, wie gespalten der Kongress ist, und auch, dass nicht alle Republikaner hinter dem stehen, was der Präsident da vor hat. Man denke daran, dass Trump in seiner Rede viele aufgeblähte und neue Regierungsprogramme umsetzen will, aber die Republikaner eigentlich für eine kleinere Bürokratie eintreten. Das wird noch Probleme geben. Trump hat viel versprochen und das wird alles richtig Geld kosten. Wo das herkommen soll, davon hat er nicht geredet. Nur in einem Interview auf FOXNews am Dienstagmorgen erklärte er, ein Wirtschaftswachstum von vier Prozent werde seine Programme tragen. Davon sind die USA aber weit entfernt.

Trump hat am Abend vor dem Kongress, vor der Nation und sicherlich auch vor der Welt ganz deutlich bestärkt, dass die USA einen “America First” Weg einschlagen werden. Wer daran bislang gezweifelt hat, wurde eines besseren belehrt. Trump machte deutlich, dass er nun den Weg vorgibt und er kein Interesse daran hat, langjährige Bündnisse, Verträge und Partnerschaften vor die Interessen der USA zu stellen. Die amerikanische Diplomatie wird damit sehr geschwächt. Trump ist damit ein Partner, auf den man sich international nicht verlassen kann.

28 Bombendrohungen

In den Notrufzentralen in 17 Bundesstaaten schrillten gestern die Telefone. 28mal gingen gestern Bombendrohungen gegen jüdische Kultureinrichtungen und Schulen ein. In San Francisco erhielt die „Anti-Defamation League“, eine Organisation, die sich gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden einsetzt, um 16 Uhr solch einen Anruf. Die benachrichtigte Polizei und Spezialkräfte sperrten und evakuierten einen ganzen Straßenblock auf der zentralen Market Street. Es kam zu einem Verkehrschaos im Feierabendverkehr. Gefunden wurde nichts, nach drei Stunden wurde die Sperre aufgehoben.

Nur eine Woche nach der Schändung eines jüdischen Friedhofs außerhalb von Saint Louis wurde am Wochenende in Philadelphia ein jüdischer Friedhof das Ziel von anti-semitischen Straftätern. Sie kippten auch hier etwa 100 Grabsteine um. Der Anne Frank Center in den USA wandte sich daraufhin mit einem Tweet direkt an Präsident Donald Trump: „Mr. President, es ist an der Zeit, dass sie eine nationalweit übertragene Rede live und zur besten Sendezeit aus dem Oval Office geben, in der sie erklären, was sie gegen Antisemitismus, aber auch gegen die Islamophobie und andere Formen des Hasses unternehmen wollen.“

Donald Trump hat bislang nur am Rande eines Besuches im afro-amerikanischen Smithsonian Museum dazu etwas gesagt. Zuvor hatte er in einer Pressekonferenz auf eine Frage eines israelischen Reporters nach den gestiegenen Übergriffen gegen Juden in den USA erklärt, “Erstens, bin ich die am wenigsten anti-semitische Person, die Sie in ihrem gesamten Leben gesehen haben. Zweitens, Rassismus, ich bin die am wenigsten rassistische Person”. Aber das genügt in dieser Zeit nicht mehr. Seit seinem Wahlsieg haben sich die Drohungen und auch Angriffe gegen jüdische Personen und Einrichtungen dramatisch in den USA erhöht. Allein in den ersten Wochen dieses Jahres wurden 54 jüdische Einrichtungen in 27 Bundesstaaten ganze 70 mal bedroht. Im gesamten letzten Jahr gab es gerade mal eine Anschlagsdrohung.

Das Klima in den USA ist aufgeheizt, auch und vor allem durch Donald Trump. Rassistische und anti-semitische Gruppen sehen sich im Aufwind, fühlen sich durch den Wahlkampf und den Wahlsieg von Donald Trump bestätigt. Der wiegelt zwar ab, aber eben auch eher halbherzig. Nun muß man darauf hoffen, dass der Brandstifter oder zumindest der Brandbeschleuniger zum Feuerlöscher taugt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Die geheimen Welten der Wirtschaft

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht viel von Wirtschafts- und Finanzpolitik verstehe. Jeder Korrespondent sucht sich seine Themen aus, die er vertieft und verstärkt bearbeitet. Ich habe im Laufe meiner Zeit als USA Korrespondent diese Themen für mich gefunden, die ich gerne immer wieder aufgreife. Zum Glück sind das mehrere Bereiche, die von Politik über Geschichte bis hin zu kulturellen Themen reichen. Abwechslung ist also in meinem Job geboten.

Wirtschafts- und Finanzpolitik fällt nicht darunter. Das gebe ich auch gerne zu. Aber das, was Donald Trump da nun getwittert hat, stimmt hinten und vorne nicht. Das sehe sogar ich. Und wenn ich mir die Kommentare von Wirtschaftsredakteuren durchlese, verstehen die auch nicht, was Präsident Trump da erzählt. Oder, sie verstehen es schon, nur macht es für sie keinen Sinn, denn Trump beruft sich hier auf Statistiken, die nicht in solch einem kurzen Zeitraum betrachtet werden dürfen und keiner seiner Wirtschaftspläne wurde bislang vom Kongress umgesetzt. Auch meint Trump in einem weiteren Tweet, dass er für den steigenden DOW Index verantwortlich sei und unterlässt – nicht anders zu erwarten – die Tatsache, dass der DOW schon seit längerem stetig steigt, auch unter seinem Vorgänger Barack Obama. Aber Trump meint, die bösen Medien, die einfach keine Hofberichterstattung leisten wollen, vermelden die frohe Botschaft mit Absicht nicht. Warum nur? Ganz einfach, Mr. Trump, es sind „Fake News“, die sie hier verbreitet sehen wollen.

Fake News Nation

Donald Trumps Lieblingsbeschäftigung scheinen Schimpftiraden auf die Medien und ihre Vertreter zu sein. „Unehrlich“, „Lügner“, „Fake News“, das sind noch die harmlosesten Worte, die er findet. Seine Anhänger und Hofberichterstatter jubeln begeistert. Was für Trump „Fake News“ sind, das bestimmt er selbst. Kritische Berichte, Nachfragen von Journalisten, umfangreiche Recherchen im Umfeld von King Donald werden als „Lügen“ und „Falschnachrichten“ abgetan. Die Medien, so Trump, seien die Gegner des amerikanischen Volkes. Damit unterminiert er wohl ganz bewußt die amerikanische Demokratie.

Trump selbst ist der König der „Fake News“, wie ich in einem älteren Blogbeitrag schon dargelegt habe. Er nimmt es nie so genau mit der Wahrheit, verdreht Zahlen und Tatsachen, baute seinen Wahlkampf auf Angst auf und so regiert er auch im Weißen Haus. Und doch, Trump ist nicht der Begründer der „Fake News“, auch wenn er es wahrscheinlich gerne wäre, „the greatest Fake News“ Verbreiter.

Hier wurden schon viele Verschwörungstheorien geboren – die geheime Militärbasis Area 51 in Nevada. Foto: Reuters.

Amerika ist vielmehr eine Nation, die auf Falschmeldungen und fragwürdigen Nachrichten aufgebaut ist. Big Foot, Aliens, UFOs, Geisterjäger, dieses Land ist voller Falschmeldungen. Eine der erfolgreichsten und seit 1984 ausgestrahlten allabendlichen Radiosendungen in den USA ist „Coast to Coast AM“, eine Spätnachttalksendung, in der es nur über diese Art der Nachrichten und Ereignisse geht. Verschwörungstheorien und UFO-Sichtungen werden genauso ausführlichst diskutiert, wie die jüngsten Meldungen von der anderen Seite des Jordan. Pro Woche erreicht „Coast to Coast AM“ auf über 600 Stationen fast drei Millionen Hörer.

Ich selbst war vor ein paar Jahren auf einem UFO Kongress. Dort führte ich Interviews mit UFO-Wissenschaftlern, -Historikern, -Experten und selbsternannten investigativen Reportern. Eine Frau beschrieb mir mit ernster Stimme, wie sie schon viermal von Außerirdischen nachts abgeholt worden war, um sich auf dem Mars Untersuchungen unterziehen zu lassen. Sie war allerdings rechtzeitig zum Aufstehen wieder in ihrem Bett. Für das gleiche Feature reiste ich auch nach Rachel, Nevada, der Ansiedlung, die am nähesten zur Area 51 liegt. Auch dort traf ich Menschen (oder Außerirdische), die mir die harten Fakten erzählten und jeglichen Zweifel an dem, was sie gesehen, gehört und erlebt haben als „Fake News“ abtaten.

Doch das sind die offensichtlichen „Fake News“, die es in diesem Land zuhauf gibt. Anders ist es da schon, wenn man durch die USA fährt, das Radio anschaltet und Talk Radio hört. Was ist da noch richtig und wahr, was halbwahr und offensichtlich falsch? Kurz hinter Reno kann man meist nur noch Mittelwellensender empfangen. Weiter auf dem Highway ins Heartland ändert sich auch das Programm. UKW ist ein einziges Rauschen, AM Radio ist die einzige Möglichkeit. Drei Stunden „Farm-Talk“ gefolgt von drei Stunden „Gun-Talk“ und dann drei Stunden Rush Limbaugh, der König des Talk-Radios. Er und andere, wie Michael Savage, Sean Hannity, Mark Levin verdrehen da schon mal die Tatsachen, sehen Ereignisse aus ihrer amerikanisch-patriotisch-nationalistischen Sicht der Dinge. Es wird ein Schwarz-Weiß Bild von diesem Land gezeichnet, hier die Guten Amerikaner, dort die sozialistisch-kommunistisch-irregeleiteten Demokraten. So was bringt Hörer, Einschaltquoten, Werbeeinnahmen. „Fake News“ ist daher keine Neuerscheinung in den USA, sie sind heute nur weit verbreiteter und werden von ganz oben, vom „Fake News Commander in Chief“ verbreitet.