Guten Morgen, Mister Trump!

Vor ein paar Wochen strich Donald Trump mal wieder einige Regularien, die sein Vorgänger Barack Obama aus gutem Grund einführte. Doch Trump ist auf dem seltsamen Trip alles zu beenden, zu streichen, zu vernichten, was Obama angefangen, eingerichtet, angegangen ist. Am liebsten würde Nummer 45 sogar die Geschichte umschreiben und Nummer 44 aus den Geschichtsbüchern tilgen. Geht nicht, aber immerhin kann Trump alles vernichten, was Obama geschaffen hat.
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Lachend durch die Katastrophe

      Comedy unter Trump

Ein Mangel an USA Themen gibt es nicht, ein Sommerloch an Nachrichten auch nicht. Der amerikanische Präsident Donald Trump hält Nachrichtenmacher auf Trab. Die wissen schon manchmal gar nicht mehr, wie sie das kommentieren sollen, was Trump verkündet. Einfacher haben es da schon die Comedians in den USA. Sie begegnen dem tagtäglichen Geschehen in Washington mit Humor.

Alec Baldwin als Donald Trump.

„Donald Trump spricht so überzeugend wie ein schlechter Matratzenverkäufer, dann, wenn er seine vorgeschriebene Rede vom Teleprompter abliest“. Der das sagt ist das frühere “Saturday Night Live” Mitglied, Seth Meyers, in seiner Late Night Show auf NBC. Meyers ist nicht der einzige, der nach dem Wahlsieg Trumps zuerst mit Niedergeschlagenheit reagierte und nun Abend für Abend mit bissigem Humor die Steilvorlagen mit bissigem Humor kommentiert. Es scheint nicht nur so, dass Amerika in dieser politisch aufgeheizten Situation Humor braucht, auch die Zahlen belegen dies. Die legendäre Samstagnacht Show “Saturday Night Live” erreicht seit der Präsidentschaft von Donald Trump die besten Einschaltquoten seit 20 Jahren – dank Schauspieler Alec Baldwin als Trump-Imitator.

Zu einer wöchentlichen Pflichtsendung für viele Fernsehzuschauer ist die Show von Samantha Bee geworden, die auf dem Kabelkanal TBS ausgestrahlt wird. “Full Frontal” ist wahrhaftig ein frontaler Angriff auf Donald Trump, auch diese Sendung stieg gerade deswegen in der Zuschauergunst. Samantha Bee macht sich nicht nur lustig, sondern kommentiert und analysiert auch treffend, und das zumeist aus einem feministischen Blickwinkel heraus. Sie greift Themen auf, die auf den eigentlichen Nachrichtenkanälen oft zu kurz kommen.

Ebenso erfolgreich ist John Oliver, der früher bei der legendären Comedy-Sendung Daily-Show war und jetzt auf dem Sender HBO die Sendung „Last Week Tonight“ moderiert. Eine bitterböse, humorvolle Zusammenfassung des Wochengeschehens

Die „President’s Show“ auf Comedy Central.

Comedy wird derzeit groß geschrieben in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Der Sender Comedy Central hat nach dem Wahlsieg Trumps ein Dutzend Vorschläge für neue Shows erhalten, alle darauf abgezielt, das politische Geschehen mit Witz und Satire aufzuarbeiten. Angenommen wurde eine Sendung: „The Presidents Show“ mit Anthony Atamanuik. Und das ohne eine Pilotsendung. Die Sendung war sofort ein großer Hit.

Und natürlich muss man auch die Daily Show selbst erwähnen, seit vielen Jahren ein Comedy-Leuchtturm in der oftmals langweiligen Fernsehlandschaft. Nach dem Abgang von Jon Stewart stellte sich die Frage, wie die Daily Show diesen Einschnitt überleben soll. Doch mit dem Südafrikaner Trevor Noah erhielt eine der wohl wichtigsten Comedy Sendungen in den USA einen ganz neuen Dreh. Noah präsentiert als farbiger Comedian dem Publikum den Blick von draußen auf die USA und auf einen Präsidenten, der andauernd Steilvorlagen liefert .

Auf vielen Fernsehkanälen laufen mittlerweile Comedy Sendungen und es scheint, es werden immer mehr. Doch nicht nur da. Auch viele Online-Kanäle und Smart Phone Apps drehen sich ausschließlich um Donald Trump. Der hat damit zumindest ein Wahlversprechen ungewollt eingelöst – Trump schafft Jobs, wenn auch derzeit vor allem auf seine eigenen Kosten.

Der Anfang vom Ende der Simpsons?

Alf Clausen, der Komponist der weltbekannten TV-Serie „The Simpsons“ wurde nach 27 Jahren entlassen.

      Alf Clausen

Nach 27 Jahren kam das Ende für den Komponisten der Simpsons. Alf Clausen erhielt einen Anruf vom Produzenten der Serie, Richard Sakai, der ihm mitteilte, man wolle in Zukunft „einen anderen Weg gehen“. Seit 28 Jahren schon laufen Homer, Marge, Lisa, Bart und Maggie im Abendprogramm von FOX und sind damit die am längsten laufende Serie überhaupt geworden. Clausen war seit 27 Jahren dabei. Mit einem 35 Musiker umfassenden Orchester gab er den perfekten musikalischen Rahmen für das Leben in Springfield und darüberhinaus. Und das wurde wohl nun zu teuer. Ein anderer Weg kann nur bedeuten, dass bei den Simpsons der Rotstift angesetzt werden soll. Statt eines Orchesters soll nun wohl der Sound aus der Büchse kommen. Ist das der Anfang vom Ende der Simpsons?

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal die Gelegenheit, Alf Clausen in seinem Studio in Los Angeles zu besuchen, bei der Arbeit zu beobachten und ihn anschließend zu interviewen. Er zeigte mir die Sprecherkabinen der bekannten Simpsonsstimmen, das Produktionsstudio, nahm sich viel Zeit für das Gespräch. Der heute 76jährige Alf Clausen hat neben seiner Arbeit für die Simpsons etliche Spielfilme und weitere Serien, darunter die Abenteuer des Außerirdischen Alf, vertont. Und Clausen hat auch noch so einige Jazz CDs mit bekannten Jazz Musikern aus Los Angeles veröffentlicht. Sehr zu empfehlen sind auch die Soundtrack-CDs der Simpsons selbst, die die ganze Kreativität und das Können dieses Ausnahme Komponisten belegen. Für seine Arbeit wurde Alf Clausen mehrmals ausgezeichnet, darunter auch mit zwei Emmy Awards.

„So viel Regen ist verrückt“

      Die Lage in Houston

Houston versinkt in den Fluten. Foto: Reuters.

Es regnet und regnet in Texas. Ersten Schätzungen zufolge könnte ein Schaden von 40 Milliarden Dollar entstanden sein. Die Öl- und Gasindustrie an der Küste ist gewaltig getroffen worden, schon jetzt werden höhere Benzinpreise im ganzen Land erwartet. Und Harvey wütet weiter.

Ein Reporter steht am frühen Montagmorgen in der Mitte einer Straße in Houston, das Wasser reicht ihm bis zur Hüfte. Die Bilder aus der texanischen Millionenstadt zeigen das ganze Ausmaß der Katastrophe. Es regnet und das ohne Ende. Überschwemmungen weit und breit, die Infrastruktur ist in weiten Teilen zusammen gebrochen. Zur Sicherheit mussten die Schleusen mehrerer Trinkwasser Reservoirs geöffnet werden, die Dämme drohten aufgrund der Wassermassen zu brechen. Allein in den letzten 72 Stunden fiel im Bezirk Houston weit über einen Meter Niederschlag. Die Stadt ist auf Sumpfgebiet und weiß mit Hochwasser umzugen, aber Harvey und seine Folgen seien eine historische Katastrophe, wird hier überall gesagt.

Leah Kernohan steht vor ihrem überfluteten Haus und sagt, dass sie mit ihren 45 Jahren schon viele Stürme und Hurrikans durchgemacht hat, aber das hier sei das verrückteste, was sie je gesehen habe. So viel Wasser gab es noch nie.

Nach wie vor versuchen Helfer der Nationalgarde, der Küstenwache und auch viele Bürger mit Booten in den schwer betroffenen Nachbarschaften von Haus zu Haus zu kommen, um Anwohner aus misslichen und gefährlichen Lagen zu retten. Denn ein Ende der Krise ist noch lange nicht in Sicht, bis Ende der Woche soll es weiterregnen, meinen Meterologen.

Für den Chef der Katastrophenhilfe FEMA, William Long, hat jetzt erst die eigentliche Katastrophe begonnen. Man sehe die ersten Schäden, aber noch immer regnet es, auch in anderen Teilen von Texas. Die Flüsse könnten diese Mengen an Niederschlag gar nicht verkraften. Überall treten die Fluten über die Ufer. Es werde, so Long, gewaltige Schäde geben. Das hier sei ein langes und frustrierendes Ereignis für Texas.

Unterdessen hatte auch der Gouverneur im Nachbarstaat Louisiana Präsident Donald Trump darum gebeten, den Notstand für Louisiana auszurufen, auch hier sind die Folgen von Harvey deutlich zu spüren.

Ein Trump müsste man sein

Ein MAGA-Fan müsste man sein, ein Trumpscher „Make America Great Again“ Anhänger. Denn dann könnte man so richtig im donaldjtrump.com Fanshop einkaufen. Und da findet man ein reichliches Sortiment an Tshirts und Mützen, Aufkleber und Tassen, Fahnen und Golfutensilien, Dosenhalter und Kennzeichenrahmen und noch so vieles, vieles mehr. Ganz offizielle, vom Präsidenten selbst abgenickt und für gut befunden. So was hatte Barack Obama nicht und auch „Crooked Hillary“ hätte so ein reichhaltiges Fan-Angebot nicht vorzeigen können.

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Kalifornien ist die Nummer 1

Amerika hat ein rechtes Problem. Foto: Reuters.

In den USA wird gerade eine breite gesellschaftliche Debatte geführt. Über die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft. Über Geschichte, den Umgang damit und für was die USA stehen und stehen sollten. Die gewaltsamen Ausschreitungen in Charlottesville haben diese Diskussion, die schon seit Jahren still vor sich hin simmert nun zum Kochen gebracht. Die mehr als fragwürdigen Auftritte von Präsident Donald Trump seither haben all das nur noch befeuert.

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Die Demontage Amerikas

Ein Präsident einer Minderheit. In welcher Bananenrepublik leben wir eigentlich? Der „Leader of the free world“ zeigt Respekt vor dem nordkoreanischen Diktator, weil der sich mit weiteren Provokationen zurück hält und gleichzeit beschimpft, beschuldigt, verurteilt er alle, die in diesem Land keine Trumpschen Speichellecker sein wollen. weiter lesen

Mit Eisbrecher auf Sturmfahrt

Eisbrecher sind erneut auf Sturmfahrt. Die neue Platte ist das siebte Studioalbum der Band. Sie haben ihren unvergleichlichen Sound beibehalten, der nach wie vor begeistert. Sie zählen für mich zu einer der besten Rockbands im deutschsprachigen Raum. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten hier und da, schafften Alex Wesselsky und ich es doch noch miteinander über das Album, die aktuelle politische Situation, die USA und vieles mehr zu sprechen, hier ungekürzt wiedergegeben. Alex wusste von meinen Reisen in Krisen- und Konfliktgegenden und meinte, das Video zur ersten Single des neuen Albums “Was ist hier los?“ werde mir gefallen. Und das tut es, eine aktuelle Bilderschau, die zeigt in welchen verrückten Zeiten wir leben. Ein guter Anfang für ein Interview mit dem Frontmann von Eisbrecher:

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„Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“

      Meinungsfreiheit in den USA

 

Freie und geschützte Meinungsäußerung in den USA. Foto: Reuters.

“Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das die Einführung einer Staatsreligion zum Gegenstand hat, die freie Religionsausübung verbietet, die Rede- oder Pressefreiheit oder das Recht des Volkes einschränkt, sich friedlich zu versammeln und die Regierung durch Petition um Abstellung von Missständen zu ersuchen.” So lautet der erste Zusatzartikel in der amerikanischen Verfassung, der das Grundrecht auf Meinungsfreiheit garantiert.

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4 qm Leben

Sonntagmorgen 8 Uhr. Ich habe einen Besuchstermin für San Quentin. Seit nunmehr 21 Jahren besuche ich regelmäßig einen Gefangenen auf „Death Row“, dem kalifornischen Todestrakt im ältesten Gefängnis des Bundesstaates. Am Donnerstag noch ließ ich mir telefonisch den Termin geben, „Lock Down“ sei so gut wie vorbei, hieß es. „Lock Down“ heißt, das gesamte Gefängnis oder ein Teil davon ist unter Verschluß. Die Gefangenen bleiben in ihren vier qm Zellen und die werden eine nach der anderen total umgekrempelt auf der Suche nach verbotenen Gegenständen, wie Waffen, Drogen, nicht Erlaubtes.

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